World Matchplay mit Gabriel Clemens

Wenn man ein Ranking der bedeutendsten Turniere der PDC (Professional Darts Corporation) erstellen möchte, dann geht kein Weg daran vorbei, dass die alljährlich stattfindende Weltmeisterschaft ganz oben rangiert. Gleich dahinter folgt allerdings das World Matchplay, das derzeit vom 18. bis 26. Juli erstmalig in der Marshall Arena von Milton Keynes ausgetragen wird.

Gabriel Clemens
Europameister im Cricket in den Reihen des DSAB
Europameister im Cricket in den Reihen des DSAB
Im DSAB Champions League Team zusammen mit Simone Fegert, Michaela Mc Clain, Sascha Stein und Thomas Klein ...
... und dann auch auf dem Podium
Und dann auch auf dem Podium
Michael van Gerwen mit ...
... und ohne Darts
Weltmeister Peter Wright
Simon Whitlock
Big Power is watching you

700 000 Englische Pfund

Das Turnier ist bei seiner 26. Auflage mit 700 000 Pfund Sterling dotiert, allein dem Sieger winken davon 150 000.

Gabriel Clemens schlägt Rob Cross

Im letzten Jahr gewann der Engländer Rob Cross, der jedoch 2020 bereits ausgeschieden ist. Seinen Meister fand er in keinem anderen als dem Debütanten Gabriel Clemens, der gestern Abend den Weltmeister von 2018 und aktuell Vierten der Weltrangliste 10:8 bezwang. Der „German Giant“ imponierte mit 127 zum 2:0 mit 170 zum 5:3 und spielte viermal 14 und je einmal fünfzehn beziehungsweise 16 Darts. Zum Schluss verpasste Gabriel Clemens zwar zwei Matchdarts auf D16, aber sein Widersacher zeigte sich nicht fitter und verfehlte sogar in der Folge deren drei auf D18. Mit Dart Nummer 16 beendete der Saarländer aus Honzrath schließlich auf D8 die Begegnung erfolgreich. Darum geht's!

Insgesamt war die sportliche Auseinandersetzung nicht gerade hochklassig, sondern gerade in der Anfangsphase von viel Nervosität geprägt. An Ende wies Rob Cross einen Average von 94,4 auf, während Gabriel Clemens indes lediglich auf 89,22 kam - damit auch auf den schlechtesten, der am zweiten Spieltag dokumentiert wurde, derweil mit Mensur Suljovic (100,47), Jonny Clayton (101,02), Jamie Hughes (101,13), Michael Smith (101,2) sowie Glen Durrant mit stolzen 106,93 gleich fünf Akteure mit einem dreistelligen Durchschnitt aufwarten konnten. Der amtierende Weltmeister Peter Wright gefiel mit 98,94 

Am ersten Spieltag übersprang nur der Pole Krzysztof Ratajski die 100-er Hürde, allerdings mit hervorragenden 107,53. Michael van Gerwen verfehlte indes mit 99,82 knapp eine dreistellige Marke.

Nichtsdestotrotz ist der „German Giant“ erst der zweite deutsche Spieler nach Max Hopp 2019, der das Achtelfinale dieses traditions- und prestigeträchtigen Turniers erreicht hat. Einerseits. Andererseits: So schlecht wie Rob Cross erging es einem Titelverteidiger selten beim World Matchplay. Erst einmal in der Geschichte dieses Turniers musste ein solcher seine Darts bereits nach der ersten Runde einpacken. 2006 traf es Colin Lloyd, der von Steve Maish ebenfalls schon zum Auftakt eliminiert worden war.

Das World Matchplay wird wie derzeit fast alle Sportveranstaltungen, wenn sie denn stattfinden, aufgrund der Covid-19-Pandemie ohne Publikum vor Ort ausgetragen.

Bisher neun Sieger

Das World Matchplay haben neben Rob Cross noch acht weitere Spieler für sich entscheiden können. Der Allererste war der Amerikaner Larry Butler. Wie er gewannen noch Gary Anderson, Peter Evison, Rod Harrington, Colin Lloyd, James Wade je einmal. Michael van Gerwen präsentierte sich indes zweimal als the very best. Das sind in Summer neun Titel, sodass noch sechszehn übrig bleiben, die sich allesamt Phil Taylor schnappte, von 2008 bis 2014 trumpfte er sogar mit sieben Siegen in Serie auf. So ergibt sich beim Duell „The Power“ gegen den Rest der Welt ein 16:9.

Es ergibt sich aus WM und World Matchplay noch eine elitäre Schnittmenge besonderer Art, nämlich derer, die sowohl die WM als auch das World Play für sich entscheiden konnten: Gary Anderson, Rob Cross, Michael van Gerwen und Phil Taylor.

Im letzten Jahr entschied „Voltage“ mit einem 18:13 Endspielsieg nach 9:0 Führung und 15:13 Zwischenstand über Michael Smith das World Matchplay zu seinen Gunsten. Der "Bullyboy" stand bisher in drei großen Endspielen – WM, Premier League und World Matchplay –, musste sich jedoch immer mit der Rolle des Runner-up bescheiden.

Die aktuellen 32

Zum World Matchplay werden die Top 16 sowohl der PDC Order of Merit als auch der Pro Tour Order of Merit eingeladen. Die erste Runde stellt ein direktes Duell dieser beiden Rankings dar. Clemens Gabriel zählt zwar weder bei der einen noch der anderen zu den Top 16. im ersten Fall liegt er auf Rang 40, im zweiten auf Platz 20. Sein berechtigter Startplatz ergibt sich allerdings aus der Tatsache, dass manche Player in beiden Rankings in den jeweiligen Top 16 zu finden sind. Unabhängig davon hat er mit seinem Hammerauftritt in der ersten Runde unterstrichen, dass er bestens in dem diesjährigen Feld aufgehoben ist.

Dart1.net wünscht Clemens Gabriel weiterhin viel Erfolg, wohlwissend dass erst einmal eine respektvolle Gratulation ob des grandiosen Einstands fällig ist.

Bisherige Ergebnisse:

Simon Whitlock (16*) - Ryan Joyce 10:4
Krzysztof Ratajski (13) - Jermaine Wattimena 10:4
James Wade (9) - Keegan Brown 12:10
Michael van Gerwen (1) - Brendan Dolan 10:7
Gary Anderson (8) - Justin Pipe 10:5   
Mensur Suljovic (12) - Jamie Hughes 12:10
Glen Durrant (15) - Jeffrey de Zwaan 10:3
Rob Cross (4) - Gabriel Clemens 8:10
Peter Wright (2) - José de Sousa 10:8
Michael Smith (5) - Jonny Clayton 10:3
(*Rankingplatz der PDC Order of Merit)

Spielmodus 2020:

Best of 19 Legs - 1. Runde:
Best of 21 Legs - Achtelfinale
Best of 31 Legs - Viertelfinale
Best of 33 Legs - Halbfinale
Best of 35 Legs - Finale

Ein Spiel muss allerdings mit 2 Legs Differenz gewonnen werden. Seit 2014 gilt die Regel, dass die Spiele bei Gleichstand um maximal 5 Legs verlängert werden.