WM-Finale steht

Angesichts des hohen Narratives des Duells zwischen Gary Anderson und Peter Wright überflügelte die schottisch getünchte Halbfinalbegegnung bei weitem die sportliche Auseinandersetzung ums Finale der englischen Protagonisten James Wade und Michael Smith.

Finale: Michael Smith versus ...
... Peter Wright
Platz drei: Gary Anderson und ...
... und James Wade

Episches Ausmaß

Das in diesem Zusammenhang leider viel zu oft zitierte „epische Ausmaß“ war dieses Mal schlichtweg gerechtfertigt, das superlative Prädikat völlig zutreffend. Im Duell der beiden Dartsgrößen „Flying Scotsman" und „Snakebite" überschlugen sich die Ereignisse förmlich, auch wenn das Spielprotokoll Peter Wright eindeutig als den Besseren ausweist, aber Papier ist geduldig, allerdings auch ernüchternd und objektivierend. 6:4 hieß es nach dem zehnten Akt.

24mal 180

Aufgeschlüsselt hieß das 3:1, 3:2, 3:1, 1:3, 1:3, 3:1, 1:3, 3:1, 1:3, 3:2, in der Summe 22:20. Das ist wahrlich knapp. Anderseits lag Peter Wright hinsichtlch des Setformats über die gesamte Spiellänge in Front und zeigte sich auch in vielen anderen Belangen seinem Kontrahenten überlegen, insbesondere was das Scoring betraf. Der Averagevergleich sah ihn 104,38:102,72 vorn, bei der Ausbeute der Maximumwürfe demonstrierte er mit 24:15 eine nahezu unglaubliche Dominanz, bei den 140plus Scores sowie 100plus Scores insgesamt beherrschte er die Szenerie mit 29:27 beziehungsweise 99:93. 24 Maxima hatte zuvor noch kein Akteur bei einem WM-Spiel geschafft, bisher stand die Rekordmarke bei 22, gehalten von Gary Anderson.

„Flying Scotsman“ mit weicher Landung

Peter Wright dokumentierte zudem das höchste Highfinish mit 138, das von Gary Anderson wurde mit 110 festgehalten. Auf der anderen Seite gelangen Gary Anderson insgesamt vier Highfinishes, derer worden bei Peter Wright nur zwei notiert. In der Checkoutquote brachte es der „Flying Scotsman“ auf 43,5 Prozent, Peter Wright auf 42,3.

Das, was dieses Match besonders auszeichnete, darf man durchaus als sportives Gesamtkunstwerk bezeichnen. Natural Darts, Darts at its best. Gary Anderson zeichnete sich außerderm als guter, fairer Verlierer aus. Er hatte sein Bestes gegeben, das hatte jedoch gegen diesen Peter Wright nicht gereicht. That's it. 

Finaler Showdown

So trifft Peter Wright heute beim finalen Showdown auf Michael Smith, der hatte sich weit weniger spektakulär für das Finale empfohlen, trotzdem seine Klasse nochmals unter Beweis gestellt und ist nicht zu unterschätzen.

Bully Boys Big Pionts

Er besiegte James Wade nach Sets 6:3. Sein Average fiel allerdings ebenso dreistellig aus wie der von seinem heutigen Finalkonkurrenten, wurde auf 100,98 taxiert! 16mal erwischte „Bully Boy“ die 180, 27mal scorte er 140plus und insgesamt 89mal 100plus. Er zeichnete sich mit einem Trio von Highfinishes aus, das höchste wurde mit 130 protokolliert. Seine Checkoutrate beeindruckte mit 44,15.

James Wades Merkmale

James Wades Kennziffern lauteten: 95,43 Average, 5mal 180 und 35mal 140plus, insgesamt sage und schreibe exakt 100mal 100plus, er imponierte mit drei Highfinishes, der höchste Check belief sich auf 160, ferner gefiel er mit der Checkoutquote von 40,0 Prozent. Alles andere als schlecht.

Finale:
Michael Smith – Peter Wright