Von Karl Geiger bis Gerwyn Price

Hygienekonzepte ist ein Must, aber keine Garantie gegen Corona. Nicht im Sport, nicht beim Darts. Die Schuld der Handware zuzuschieben, also den Konzepten selbst, ist viel zu eindimensional, wie deren Lücken der Software, ergo den Athleten und Betreuern, anzuhaften. SARS-CoV-2 nutzt eben jegliche Zwischenräume.

Gerwyn Price positiv getestet
James Wade ist kurzfristig nachgerückt
Die aktuelle Nummer 1 der Premier League: Michael van Gerwen

Zahlreiche Konzepte sind sicherlich gut durchdacht, sogar ausgefeilt, allerdings oftmals nicht weitsichtig genug. Und das, obwohl es für viele Athleten um alles geht, an erster Stelle: Die Olympischen Spiele in Tokio! Ein sehr fragiles Meisterstück des Sports im Jahre 2021.

Von Karl Geiger ...

Momentaufnahmen des derzeitigen Sportgeschehens: Sowohl Skisprung-Weltmeister Karl Geiger als auch der Worldcup-Gewinner Halvor Egner Granerud aus Norwegen hatten sich im Laufe der bereits abgeschlossenen Saison infiziert. Bei der Handball-WM in Ägypten implodierte die Corona-Blase in Form von Kap Verde geradezu, die USA und Tschechien blieben der WM mit 32 (!) Teams von vorherein fern. Bei Nachkontrollen der Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften 2021 im polnischen Toruń wurde sieben der 67-köpfigen deutschen Delegation positiv getestet.

Zuviel Gedränge

Während sich die Organisationsteams stets selbst über den Klee loben, erleben es die Sportlerinnen und Sportler hautnah anders. Zu den Events werden oftmals viel zu viele Akteure zugelassen. Es wird unnötiger Weise Vieles viel zu sehr aufgebauscht. Bundestrainer Jörg Roßkopf erlebte die kürzlich stattgefundene Tischtennis-Veranstaltung in Katar als Getümmel, vor dem es ihm Tag für Tag graute, wie er über die Neue Ruhr Zeitung verlautbaren ließ, während der Fechter Maximilian Hartung von einem unverständlichen Teilnehmerrekord beim Säbelrasseln in Budapest berichtete: „Es war zu voll", äußerte er im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Unterm Strich vier Infizierte auf einen Streich in der deutschen Auswahl.

Irgendwie haben manche den Schlag nicht gehört, dabei konnten die Organisatoren der Wintersportarten unter freiem Himmel die dargebotene Weitläufigkeit nutzen. Beispiel Biathlon: Bei den rund 70 Wettbewerben der abgelaufen Saison wurden bei den rund 15 000 Tests 54 positive Fälle auf gedeckt. Das heißt 3,3 Fälle pro Woche.

Fragile Olympische Sommerspiele

Nichtsdestotrotz stehen die Olympischen Sommerspiele vor der Tür. Und die finden nicht vor, sondern größten Teils hinter Türen statt, sprich in Hallen. Die Situation völlig unklar. Japan hat auf der einen Seite zwar wesentlich geringere Infektionszahlen und wesentlich weniger Tote als Deutschland zu beklagen, aber auf der anderen Seite läuft die Impfkampagne dort noch schleppender als bei uns, noch nicht einmal zwei Prozent der etwas mehr als 126 Millionen Einwohner in Japan sind „durchgeimpft“.

Klar ist jedoch: Keine ausländischen Zuschauer bei den Spielen. Wie es mit den Athleten weitergeht, ebenfalls diffus. Wann sie in der Impf-Priorisierung dran sind, weiß keiner von ihnen. Und sich ohne Impfschutz ins Land der aufgehenden Sonne aufzumachen, birgt leider viele Schattenseiten.

Es plappert der rauschende Bach

„Wir haben also den schlagenden Beweis, dass größere internationale Sportanlässe sicher organisiert werden können“, trommelt der Deutsche IOC-Präsident Thomas Bach via Die Zeit lautstark. Worauf stützt er sich? Auf 270 Sport-Großveranstaltungen auf der Welt, die seit September 2020 mit rund 30 000 Athleten ausgerichtet worden sind. „Keine einzige dieser Veranstaltungen ist zum Ausgangspunkt der Virus-Verbreitung geworden", so stürzen die Worte den Bach hinunter. Leider keine weiteren konkreten Zahlen. Schade, denn mit Zahlen können Zahlen-Menschen viel anfangen. Er setzt auf Impfungen! Wie bitte? 

... bis Gerwyn Price

Der Start in die 17. Auflage der Premier League Darts am Montag in der Marshall Arena von Milton Keynes glich keinem Kavaliersstart. Denn kein anderer als der amtierende Weltmeister und Weltranglistenerste Gerwyn Price, aus Großbritanniens Landesteil Wales, musste passen, da er vor Beginn der Veranstaltung positiv auf Covid-19 getestet wurde. Natürlich ein Schock, aber auch Spitzenspieler sind nicht per se geschützt. Was bleibt? Erst einmal: Herzlich schnelle und unkomplizierte Genesungswünsche! Die entstandene Lücke im zehnköpfigen Teilnehmerfeld wurde von James Wade, aus Großbritanniens Landesteil England, fix geschlossen.

Nur ein Sieger: Nathan Aspinall

Am ersten Tag gab es nur einen einzigen Gewinner: Nathan Aspinall (England), der Glen Durrant (England) 7:3 bezwang. Die anderen vier Partien endeten allesamt unentschieden 6:6: Rob Cross (England) gegen José de Sousa (Portugal), Peter Wright (Schottland) gegen Jonny Clayton (Wales), Michael van Gerwen (Niederlande) gegen den Belgier Dimitri van den Bergh sowie last but not least James Wade gegen Gary Anderson (Schottland).

Fünf Sieger, fünf Verlierer

Am zweiten Tag gab es indes nur Siege: Gary Anderson beherrschte José de Sousa 7:5. Mit dem gleichen Ergebnis musste indes der einzige Sieger des ersten Spieltages, Nathan Aspinall, nun seine erste Niederlage einstecken, und zwar gegen Dimitri van den Bergh. Dagegen setzte sich Jonny Clayton mit 7:3 gegen Glen Durrant durch wie auch Rob Cross versus James Wade. Michael van Gerwen dominierte Peter Wright sogar 7:2.

Damit hat bereits nach dem zweiten Spieltag keiner mehr die optimale Anzahl von Punkten dokumentieren können, exakt die Hälfte der Akteure hat noch keine Niederlage einstecken müssen und nur ein einziger Player hat noch gar keinen Punkt für sich zu reklamieren können.

BM

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