Vom Gaga 9-Darter bis zur Snakebite-Gala

Die Players Championship hatte diese Woche viel zu bieten: Ein überragender Peter Wright schlug zu, zwei Debüt-Winner setzten sich in Szene, Stephen Bunting siegte nach Jahren wieder einmal, Gabriel Clemens schrieb seinen ersten 9-Darter in die Annalen und Martin Schindler stand zweimal im Achtelfinale.

 

Gabriel Clemens spielt 9-Darter
Peter Wright at his best
José de Sousa - der Mann der Stunde

Die diesjährige Players Championship hat bereits 20 der vorgesehenen 30 Turniere absolviert, bevor dann das große Finale vom 17. bis 25. Juli im Emperess Ballroom des Winter Gardens der englischen Küstenstadt Blackpool ansteht. In dieser Woche wurde von Montag bis Donnerstag der fünfte Block mit den Turnieren No. 17, 18, 19 und 20 in der Ricoh Arena in Coventry (England) abgewickelt.

Das sportliche Innenleben dieses Veranstaltungsaufbaus bietet dem Gros der Spielerschaft ungeahnte Möglichkeiten, sich in Szene zu setzen, an die Türen des sportlichen Oberhauses anzuklopfen oder sogar in jenes zu stürmen. So haben es insbesondere bei der letzten Session die Engländer gehalten. Mit Chris Dobey und Ross Smith haben sich gleich zwei Debüt-Sieger gezeigt, während Stephen Bunting nach einer rund fünfjährigen Durststrecke hinsichtlich siegreicher Momente, wieder einen Erfolg feiern durfte. Last but not least: Peter Wright aus Schottland hat allen und insbesondere sich selbst bewiesen: Er ist wieder da! Voll und in seiner Gänze!

No. 17: Stephen Bunting

Der 17. Spieltag brachte mit Stephen Bunting nunmehr den zwölften Sieger hervor. Der Engländer hatte 2021 bereits einmal Platz drei innerhalb dieser Turnierserie belegt. Der ehemalige BDO-Weltmeister von 2014, als der Liverpooler seinen Landsmann Alan Norris im Endspiel 7:4 beherrscht hatte, und Dritter der jüngsten PDC-WM, konnte jetzt im Endspiel den Belgier Dimitri van den Bergh mit 8:4 in Schach halten.

Zuvor hatte Stephen Bunting beim Spiel um den Einzug ins Finale keinen anderen als den amtierende Profi-Weltmeister Gerwyn Price aus Wales mit 7:5 (94,6:92,1) ausgeschaltet, während José de Sousa mit 4:7 (98,1:103,3) gegen „The Dreammaker“ den Kürzeren zog. Sowohl der Portugiese als auch Gerwyn Price standen damit zum vierten Mal auf dem Podium der Players Championship 2021, während Dimitri van den Bergh eindrucksvoll seinen dritten Podestplatz dokumentierte.

Und die Deutschen? Sowohl Gabriel Clemens und als auch Florian Hempel landeten auf Rang 17, Max Hopp kam auf 33 und Martin Schindler auf 65.

Alle dreistelligen Average ab Achtelfinale
112,6 Gerwyn Price (Wales)
109,1 Michael van Gerwen (Niederlande)
103,9 Stephen Bunting (England)
103,7 Dimitri van den Bergh (Belgien)
103,3 Dimitri van den Bergh (Belgien)
103,3 José de Sousa (Portugal)
102,8 Damon Heta (Australien)
101,2 Mervyn King (England)
101,0 José de Sousa (Portugal)
100,1 Gerwyn Price (Wales)
100,0 Maik Kuivenhoven (Niederlande)

Average insgesamt:
93,92 Finale
97,01 Semifinale
100,20 Viertelfinale
98,23 Achtelfinale
97,34 Achtelfinale bis Finale

No. 18: Chris Dobey

Aus dem 18. Run ging Chris Dobey als Primus hervor und verhinderte damit en passant den insgesamt vierten Sieg des Portugiesen José de Sousa. Für den Engländer ist es auf der anderen Seite der allererste PDC-Turniersieg überhaupt, den er sich aber hart erkämpfen musste.

Er lag am Ende 8:7 vorn, auch wenn er sich im direkten Averagevergleich mit 97,1:104,3 eindeutig seinem Kontrahenten beugen musste. Nichtsdestotrotz hat sich Chris Dobey als dreizehnter Akteur in die Gewinnerliste der Players Championship 2021 eintragen können. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass José de Sousa seine Podiumsausbeute auf fünf Hits aufstocken konnte.

In der Vorschlussrunde hatten beide Finalisten ihr Match jeweils mit 7:6 knapp zu ihren Gunsten entscheiden können. Der Runner-up setzte sich gegen Ryan Searle (England) und der Winner gegen den Niederländer Maik Kuivenhoven durch.

Gabriel Clemens beendete diese Competition abermals auf Rang 17, Florian Hempel auf 33, während für Max Hopp und Martin Schindler das Aus bereits in der ersten Runde kam und damit gemeinsam auf Rang 65 rangierten.

Alle dreistelligen Average ab Achtelfinale
111,3 Ryan Searle (England)
110,6 Ryan Searle (England)
107,3 Chris Dobey (England)
105,6 Chris Dobey (England)
104,3 José de Sousa (Portugal)
103,6 José de Sousa (Portugal)
102,0 Stephen Bunting (England)

Average insgesamt:
100,70 Finale
98,22 Semifinale
100,03 Viertelfinale
93,72 Achtelfinale
98,17 Achtelfinale bis Finale

No. 19: Ross Smith

Ross Smith verlängerte einen Tag später aufgrund seines Finalerfolges nicht nur die Ehrentafel der Sieger der Players Championship 2021 auf derzeitig vierzehn, der Engländer feierte vielmehr auch sein Debüt als Gewinner eines Major-Tournaments schlechthin. Seit 2012 on Tour zeigte er sich im Endspiel nun dem Nordiren Brendan Dolan mit 8:4 (91,5:90,5) überlegen. Den dritten Rang teilten sich Dimitri van den Bergh (Belgien) und Ryan Joyce (England). Erstgenannter verlor 2:7 gegen Brendan Dolan, Letztgenannter mit dem gleichen Resultat gegen Ross Smith, dem allein mit 100,2 ein dreistelliger Average in der Vorschlussrunde gelang.

Ein Leckerli am Rande: Der schlussendliche Sieger wäre beinahe in der ersten Runde gegen Steve Lennon (England) ausgeschieden, der mehr als einen Matchdarts auf der Hand gehabt hatte. So knapp dieses Ergebnis auch ausfiel, so weit driftete die Erfolgsbilanz beider auseinander: Der eine wird Letzter, der andere Erster.

Dimitri van den Bergh erhöhte seine Anzahl von Podiumsplätze auf vier, wobei ihm an diesen Tag bei seinem 6:3 im Achtelfinale gegen Jonny Clayton (Wales) ein 9-Darter gelang.

Der beste Deutscher hieß dieses Mal Martin Schindler, der sich erst im Achtelfinale dem Schotten Gary Anderson 1:6 geschlagen geben musste. Von da an ging‘s bergab: 17. Gabriel Clemens, 33. Florian Hempel und 65. Max Hopp.

Alle dreistelligen Average ab Achtelfinale
109,2 Brendan Dolan
107,0 Michael Smith
105,5 Dimitri van den Bergh
102,9 Jonny Clayton
102,0 Ross Smith
100,2 Ross Smith

Average insgesamt:
90,98 Finale
97,86 Semifinale
98,37 Viertelfinale
93,47 Achtelfinale
95,17 Achtelfinale bis Finale

No. 20: Peter Wright

Das Beste zum Schluss: Peter Wright at his best! Gewinner der 20. Etappe der Players Championship 2021. 8:2 final über Michael van Gerwen. Average 108,8, während der Niederländer auf 106,3 kam. Der zweite siegreiche Erfolg des Schottens im Rahmen der aktuellen Turnierserie.

Ein weiteres Mal ganz weit vorne José de Sousa, der sich zusammen mit James Wade Platz drei teilte. Beide verloren ihre Halbfinals mit 2:7, der Portugiese gegen Michael van Gerwen (96,2:99,1) aus den Niederlanden sowie der Engländer gegen Peter Wright (85,7:102,2). Damit verweilt er weiterhin an der Spitze der Podestspieler – sechsmal stand er bis dato auf dem selbigen.

Wie am Vortag avancierte Martin Schindler zum besten deutschen Vertreter. Er musste im Achtelfinale dem Weltmeister Gerwyn Price mit 2:6 (84,1:95,1) den Vortritt lassen. Max Hopp erreichte erstmalig bei seinen vier Anläufen das Boardfinale. Wie er belegte Florian Hempel ebenfalls Rang 17. Gabriel Clemens musste sich dieses Mal mit Rang 33 bescheiden ...

... allerdings wartete er bei seinem 6:3 Sieg über den Niederländer Jelle Klaasen (102,4:91,0) mit seinem ersten 9-Darter zur zwischenzeitlichen 3:0 Führung auf. Auch wenn für den „German Giant“ kein wirklicher Spitzenplatz heraussprang, ist seine Platzquote von 21 leicht besser als sein aktueller Weltranglistenplatz (25). Dazu addierte sich als sportliches Highlight sein 9-Dartsfinish, sodass sich Mosaiksteinchen an Mosaiksteinchen auf dem harten Weg zu einem Weltkasse-Protagonisten zusammenzufügen scheint. Dazu passt auch, dass er sich als einziger deutscher Werfer für das World Matchplay vom 17. bis 25. Juli im Emperess Ballroom des Winter Gardens der englischen Küstenstadt Blackpool empfehlen konnte.

In der Order of Merit der Players Championship nimmt Gabriel Clemens dagegen Rang 18 ein. Die ersten 64 dieser abschließenden Order of Merit nehmen am Finale teil. Virtuell wäre dies augenblicklich zudem auch Martin Schindler als 34. der Rangliste gelungen.

Noch ein Wort zu Peter Wright, der während der Miniserie in dieser Woche für die stärkste Performance verantwortlich zeichnete. Deswegen der Siegeszug von Peter Wright nochmals in der Nachlese: 6:3 über Boris Krcmar (Kroatien), 6:4 über Steve Brown (England), 6:5 über Martijn Kleermaker (Niederlande), 6:4 über Daryl Gurney (Nordirland) 6:3 über Danny Noppert (Niederlande), 7:2 über James Wade sowie 8:2 über Michael van Gerwen. Averagewerte in adäquater Reihenfolge: 105,65, 97,55, 95,10, 103,97, 98,19,102,17 und 108,84. Summa summarum: Legverhältnis 45:23. Averagemittel insgesamt 101,62. Amused!

Alle dreistelligen Average ab Achtelfinale
108,8 Peter Wright
106,7 José de Sousa
106,3 Michael van Gerwen
105,7 José de Sousa
104,0 Peter Wright
102,4 Michael van Gerwen
102,2 Peter Wright
101,6 Dimitri van den Bergh
100,3 Krzysztof Ratajski

Average insgesamt:
107,56 Finale
95,93 Semifinale
96,27 Viertelfinale
94,48 Achtelfinale
98,61 Achtelfinale bis Finale

Wissenswertes zum Average

In den insgesamt 60 Matches dieser Session der Players Championship blieb die Spielerschaft 33 Mal im dreistelligen Averagebereich. Angeführt von Gerwyn Price (Wales) mit 112,6, gefolgt von Ryan Searle (England), der sowohl 111,3 als auch 110,6 dokumentierte. Den Spitzenwert im Endspiel verankerte Peter Wright mit 108,8, wobei er zusammen mit seinem finalen Mitstreiter Michael van Gerwen mit einem Gesamtaverage von 107,56 brillierte.

José de Sousa, der Dominator

Sechsmal taucht der Name José de Sousa bei den 100-plus-Akteuren auf, öfter als alle anderen. Genauso häufig hat er sich einen Podiumplatz sichern können, öfter als jeder andere, und mit drei Siegen hat er auch die meisten Siege auf sich vereinigen können.