Urgewalt DLMM

Ur-Kräfte: Die Gründung des DSAB (Deutscher Sportautomatenbund) war kein singulärer Urknall gewesen, da sich bereits vor dieser Geburt sowohl eine Turnier- als auch Liga-Landschaft in der neuen sportlichen E-Darts Dimension befunden hatten.

Holger Kurz: Der Kopf und ...
... und das Herz der Dart Haie. Sincs 1986!
... und das Herz der Dart Haie. Sincs 1986!
Stephan Wusch nun in den 7er Club aufstiegen
Mit der Doppel-8 zum DM-Titelgewinn - titelte die Saarbrücker Zeitung zum DLMM-Titelgewinn des Team Südwest aus Saarwellingen
Auch Black Pub 2020 in Las Vegas mit von der Partie
Pfeile pflastern ihren Weg ...
Der Meisterschaftstraum ging für das Dream Team Revolution Augsburg zwar nicht in Erfüllung, aber der von Las Vegas
Sackhupper hüpfen nun rund um die Welt
111 C-Liga Teams
Neuzeit: Mix Max

Verantwortlich ist der DSAB in Zusammenarbeit mit dem VFS (Verein zur Förderung des Sportautomaten-Sports) indes für eine mehrdimensionale Expansion der E-Darts Szene. Unter anderem hat er ein großartiges Urgestein aus der Taufe gehoben: Die DLMM! Die Deutschen Liga Mannschafts-Meisterschaften, die mit rund 3 000 Akteuren den größten E-Darts Event Europas bilden und mittlerweile den Worldcup der NDA (National Dart Association) überholt haben.

Wachstum: Vom 5. bis 7. Juli fand aktuell die 30. Auflage dieser Veranstaltung auf dem Autohof Strohofer in Geiselwind statt, wo sie seit über 20 Jahren ihr Zuhause gefunden hat. Exakt 477 Team hatten sich in die Meldelisten der insgesamt sechs Wettbewerbe eingeschrieben, damit ging ein Plus von 2,36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr einher.

Basisarbeit: Besonders hervorzuheben ist die Steigerungsrate von 20,65 Prozent im C-Liga-Wettbewerb. 111 Teams verkörpern den absoluten Spitzenwert in der laufenden Dekade. Als fördernde Maßnahme hat sich die Second Chance bewährt, weil sie den Spielspaß erhöht und die Perspektiven für die Teams multipliziert.

Augenfällig: Mit Mix Max Oldenburg, Bulldozer Lübeck und The Untouchables Neumünster kamen nicht weniger als drei der sechs Sieger-Teams aus Norddeutschland, ergo exakt 50 Prozent aus Schleswig-Holstein (2) sowie Niedersachsen (1), mit Fun for you Hamburg, Flying Hürsch Nortorf und Letoon Allstars Lübeck standen insgesamt sechs Teams aus dem hohen Norden auf dem Podium, das entspricht 33,33 Prozent der Podiumsequipen.

Erstaunen: Das erstaunt umso mehr, als der Norden, insbesondere aber die Küstenregion quantitativ im Ligavergleich absolut unterpräsentiert ist. Das Gesetz „Masse macht Klasse“ scheint hier außer Kraft gesetzt zu sein. Oder die Nordmänner und -frauen können besonders gut Darts spielen?!

Die Ewige Ehrentafel aller Podiumsteams 1- 3


Acht aus Sechzehn: Die achtzehn Podiumsplätze nach Bundesländern sortiert, ergibt folgende Rangskala: Bayern (5), Schleswig Holstein (4), Hessen (3), Baden-Württemberg (2), Hamburg (1), Niedersachsen (1), Saarland (1) und Sachsen (1). So war genau die Hälfte der deutschen Bundesländern auf dem Podest vertreten: 8 aus 16! Erfreulich, dass sich unter dem Sixpack der Winner mit Sackhupper Dahlen aus Sachsen auch eine Crew aus den östlichen Bundesländern bestens in Szene setzen konnte.

Unübersehbar: Aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland, NRW, in dem auch die meisten DSAB-Teams zu zählen sind, hat es nicht eine einzige Mannschaft aufs Podium geschafft. Überhaupt geizen die Ligen dieser Region mit den bei der DLMM vertretenen Crews. Signifikant! Die große Idee der DLMM leidet im Kleinen an der Mundpropaganda, die große Basis weiß deswegen viel zu wenig über die DLMM oder kennt sie sogar gar nicht.

Auffällig: Sowohl aus Lübeck als auch Heidenheim schafften es jeweils zwei Teams aufs Siegertreppchen, AMK und Skyline United kommen sogar aus ein und derselben Gaststätte, nämlich aus dem Skyline in Heidenheim. „Mit Zufall hat das alles wenig zu tun, es ist vielmehr die vorherrschende innere Dynamik die das Darts-Spiel hier vorantreibt. Der Erfolg ist gemacht. Chapeau!“, kommentiert Bernd Molkenthin als Sprecher von VFS und DSAB und fährt in der Leberkäsjunkie-Mundart fort: „Vo nix, kommt nix!“

Kompakt: Obwohl insgesamt mehr Teams als im vergangenen Jahr in Geiselwind vor Ort waren und trotz verlängerter Gruppenphasen und zum Teil vergrößerten Finalrunden sowie den zusätzlichen Second Chance Las Vegas beziehungsweise Benidorm Matches, wodurch viel mehr Begegnungen als im Vorjahr ausgetragen werden mussten, ist es die kompakteste und kürzeste DLMM aller Zeiten gewesen. Um 20:45 Uhr wurde Sonntagabend der letzte Pfeil ins Ziel gezirkelt.

Fernziel: Nun fliegen zehn Teams 2020 zum Worldcup nach Las Vegas, davon waren erst zwei schon einmal dabei, für acht bedeutet es Darts-Neuland. Dies ist die Konsequenz der strategischen Steuerungsmechanismen, die der DSAB einsetzt, um letztendlich schwächere Teams von den starken zu schützen und die Spitzenteams nicht maßlos zu fördern! An vordersten Front zeichnet dafür Turnierleiter Stefan Reichert verantwortlich, der auch die Fäden bei der Abwicklung des Events in den Händen hält und im Laufe der Zeit eine geradezu optimale Turniercrew ge- und ausgebildet hat. Die Spielerschaft zeigte sich begeistert und bedankte sich herzlich. Durchaus persönlich. „Was Vorbereitung, Organisation, Durchführung und Nachbearbeitung betrifft, sind wir allen anderen Verbänden weit überlegen!“, urteilt Stefan Reichert und führt weiter aus: „Das ist die Grundlage unserer Turniererfolge und garantiert Nachhaltigkeit für alle die dem Darts-Sport verbunden sind!“

Volkssport: „Mit der DLMM haben wir den Spagat zwischen Leistungs- und Breitensport geschafft, damit auch die angestrebte Symbiose zum Volkssport geleistet, in dem sich alle Leistungsklassen in einem Event vereinigen. Unterstrichen wird das Ganze noch dadurch, dass sich in den nunmehr 30 Jahren DLMM 306 verschiedene Teams auf dem Podium präsentiert haben!“, analysiert Bernd Molkenthin. „Mehr Volkssport geht nicht“, betont deswegen VFS-Vorstandsmitglied Lothar Rodermond, „denn mittels der von uns geschaffenen Rahmenbedingungen gehen wir in die Tiefe, das heißt, die DLMM ist keine elitäre Leistungsshow, sondern kümmert sich um alle.“

Geschichtszahlen: Da Geschichte auch immer ein Sammelsurium von Zahlenmaterial ist, noch ein paar beeindruckende Eckdaten: Für 183 Teams ist die DLMM seit 1990 Teams die Startbahn nach Las Vegas gewesen. Innerhalb dieser Zeit haben rund 2 000 verschiedene Spielerinnen und Spieler auf dem Podium gestanden, davon exakt 658 als Siegerinnen beziehungsweise Sieger. Das Verhältnis von einmal und mehrfach Siegern beträgt 1:3,63. Diese Relation hebt nochmals den Volkssportcharakter nachdrücklich hervor.

Ewige Bestenliste der Einzelspieler (Sieger)


Große Ausnahmen: Nichtsdestotrotz sind auch vielfach Gewinner auszumachen. Die Queen der DLMM heißt Dominique Koch, die nicht weniger als zehn Titel sammeln konnte, der King indes Holger Kurz, dessen Agenda acht siegreiche Erfolge schmücken. Während Holger Kurz mit Frank Mast, Marcus Schulte und Stephan Wusch gleich drei Herren mit nur einem Titel auf der Ferse sind, verfügt Dominique Koch gegenüber Marene Westermann (7) sowie Sabine Bilderl und Sabrina Spörle mit jeweils sechs Titelgewinnen über einen komfortablen Vorsprung.

Ewige Bestenliste der Einzelspielerinnen (Siegerinnen)


Last but not least: Schlussendlich  erhebt sich nach 30 Jahren noch die Frage: „Wer heißen die erfolgreichsten Mannschaften?“ Bei den Damen sind das nach wie vor die Bulls Eye Fighters, auch wenn ihr letzter Sieg dem Jahr 2016 entstammt. Das Team aus Drensteinfurt hat bisher zehnmal auf dem Podiums gestanden, sechsmal in der Mitte, dreimal links und einmal rechts.

Dahinter folgen mit jeweils drei Titeln Masters of Disaster Ginsheim (3/2/4), Bienen Berlin (3/1/1) und Tupperparty Rheda-Wiedenbrück (3/-/-). Hexenalarm Joy Heppenheim zählt noch zu denen, die mehr als einen Titelgewinn feiern konnte und als zweifacher Meister und viermaliger Vizemeister insgesamt sechsmal auf dem Podium gestanden haben. Diese Ewige Bestenliste umfasst 32 Teams.

Die Ewige Bestenliste aller Podiumsteams Herren



Beispielhaft, beispiellos: Bei den Herren hat sich nach vielen, vielen Jahren nun ein Wechsel an der Spitze vollzogen. Die Dart Haie - „Das Original“ Nidderau lösten die Mac Leods Dettelbach ab. Nachdem diesjährigen Gewinn der DLMM in der BZO-/Bundesliga weisen nunmehr beide Teams acht Siege auf, allerdings haben die Dart Haie noch drei zweite und vier dritte Plätze in petto, die Mac Leods weisen indes nur jeweils einen zweiten und dritten Rang auf. Während die Dart Haie ihre Siege über einen Zeitraum von 26 Jahren (1993 - 2019) sammelten, setzen die Mac Leods ihre Duftmarken zwischen 1994 und 2008, also über einen westlich kürzeren Zeitraum von nur vierzehn Jahren, wobei sie zwischen 1999 und 2004 sechs Titel in Folge gewinnen konnten, eine beispielslose Erfolgsserie. An dritter bis fünfter Stelle folgen das Grenzland Team Eschweiler (3/3/3), deren Ära sich längst dem Ende zugeneigt hat, Mulack Fighter Berlin (3/1/2) sowie Team Niederlausitz (3/-/1) ordnen sich auf den nächsten Plätzen ein. Beide Teams waren auch 2019 bei der DLMM vertreten.

Die Ewige Bestenliste aller Podiumsteams Damen

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