UK Open: The Winner is James Wade

Das Wichtigste zu den UK Open, ausgetragen in der Marshall Arena in Milton Keynes vom 5. bis 7. März, in komprimierter Form, aber über den Tellerrand schauend. The Winner is James Wade! Gabriel Clemens wird Neunter und stößt in die Top 30 der Weltrangliste vor.

The Winner: James Wade, nunmehr dreimaliger UK Open Sieger
Michael van Gerwen und ...
... Gerwyn Price teilen sich Rang drei
Der Südafrikaner Devon Petersen auf Rang fünf ...
... wie auch der "Polish Eagle" Krzysztof Ratajski
Gabriel Clemens nun in den Top 30 der Weltrangliste

Der dritte UK-Sieg für James Wade

Zum dritten Mal gelang dem Engländer dieser Titelgewinn. 2008 setzte er sich im Endspiel gegen den in Kanada geborenen US-Amerikaner Gary Mawson 11:7 durch, 2011 bezwang er seinen Landsmann Wes Newton 11:8. Nun zehn Jahre später behielt „The Machine“ gegen seinem Finalkontrahenten und Landsmann Luke Humphries mit 11:5 die Oberhand. Dem 38-Jährigen gelang dabei ein Average von 102,5.

Mehrdimensionaler Erfolg

James Wades UKSieg 2021 hat allerdings mehrdimensionale Bedeutung:

1. Mit seinem dritten UK Open-Erfolg hat er zum Niederländer Michael van Gerwen aufgeschlossen. Erfolgreicher war lediglich Phil Taylor (England), der fünfmal gewann.
2. James Wade hat die Gesamtanzahl seiner Major-Titel auf elf aufgestockt.
3. Mit elf Major-Titeln nimmt er nunmehr mit Raymond van Barneveld (Niederlande) hinter dem Engländer Phil Taylor und dem Niederländer Michael van Gerwen Rang drei in der Ewigen Bestenliste ein. „The Power“ hat 84 und „MvG" 44 Titel von den bisher insgesamt 200 Titeln (Stand: UK Open 2021) einsammeln können.
4. James Wade ist neben Phil Taylor erst der zweite Spieler, der in drei verschiedenen Jahrzehnten mindestens einen Major-Titel erringen konnte.
5. James Wades Sieg in Milton Keynes katapultierte ihn auf Rang vier der Order of Merit.
6. Aufgrund des Erfolges von James Wade bleibt es nach der 19. Auflage dieses Turniers bei zehn verschiedenen Spielern, die sich in der Ewigen Erfolgstafel der UK als Winner verewigten konnten.
7. Er ist aktuell auf der Grundlage der Order of Merit der beste englische Dartspieler.

Luke Humphries überrascht alle

Runner-up Luke Humphries vermochte sich als Nummer 42 der Profi-Welt ins Endspiel zu kämpfen. Nun hat er fünf Positionen in der Order of Merit gutgemacht.

Nr.1, Nr.2 und Nr.4 vorn

Vom Post-Turnier Gesichtspunkt aus betrachtet:

1.
Befanden sich unter den letzten 16 Akteuren der diesjährigen UK Open acht aus den Top 20 der Order of Merit.
2. Der Ranglistenquotient aller Achtelfinalteilnehmer belief sich auf 28,56.
3. Die Halbfinals waren vorwiegend der absoluten Spitze vorbehalten: Nr.1, Nr.2 und Nr.4 sowie Nummer 37. 4. Der entsprechende Ranglistenquotient lautet 11.

Nichts vom Duft der großen, weiten Welt

Erfreulich für die Gesamtentwicklung Darts ist allerdings, dass weder die Nr.1, noch die Nr.2 den Sprung ins Finale schaffte, sondern vielmehr No.4 und 37. Dass das Semifinale ausschließlich von Spielern aus Großbritannien sowie der Niederlande und zwar im Verhältnis von 3:1 geprägt war, unterstreicht einmal mehr die Dominanz dieser beiden Länder in der Dartszenerie, die sich im Finale nochmals veränderte und total zugunsten der Engländer ausschlug. Nichts vom Duft der großen, weiten Welt!

Mehrklassengesellschaft

Aufgrund seines Erfolges in Milton Keynes verbessert sich James Wade in der Order of Merit auf Platz vier. Sein Rückstand zum Spitzentrio - Gerwyn Price, Michael van Gerwen und Peter Wright - die sich allesamt im siebenstelligen £-Bereich befinden, gestaltet sich mit £ 524 000 jedoch wie ein sehr zäher Marathon, der noch vor ihm liegt. Für alle anderen ist die zurückzulegende Strecke noch länger. Luke Humphries mit £ 135 500 befindet sich weit ab von diesen Hemisphären.

Fünf Deutsche in den Top 128

In den Top 128 des World Rankings sind fünf Deutsche zu finden:

1.
Gabriel Clemens auf 28
2. Max Hopp auf 40
3. Steffen Siepmann auf 94
4. Martin Schindler auf 102
5. Michael Unterbuchner auf 118, der damit die Top 128 abschließt.

450 000 für alle 160, 100 000 für den Besten

1. Das Preisgeldvolumen der UK Open umfasste £ 450 000. Das Startfeld war für 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konzepiert.
2. Mit Beginn der Halbfinalmatches ging es nun um 180 000 Pfund Sterling, das sind nicht weniger als 40 Prozent der Gesamtsumme.
3. Das Finale war mit £ 140 000 dotiert, sodass für diese zwei Protagonisten nahezu ein Drittel des Preisgeldes reserviert war, exakt 31,1 Prozent.
4. Die £ 100 000 für den schlussendlich Besten entsprechen 22,2 Prozent des Preisgeldtopfes.

Sechs deutsche Matchsiege

Während der UK Open 2021 summierten sich die deutschen Siege auf die Anzahl von sechs:

1. Gabriel Clemens gewann gegen den Engländer Adam Hunt 10:4 und den Nordiren Daryl Gurney 10:7. Daraus resultierte Rang neun.
2. Max Hopp besiegte sowohl William O'Connor (Irland) 6:3 als auch Vincent van der Voort (Niederlande) 10:6. Max Hopp belegte Rang 17.
3. Martin Schindler bezwang Berry van Peer (Niederlande) und dessen Landsmann Jeff Smith 6:1 und landete auf Rang 65.

Average

Navi zum Erfolg:

1. In den fünfzehn Begegnungen der Achtel-, Viertel- und Halbfinals sowie dem Finale gewann nur ein einziger Spieler seine Partie trotz schlechterem Average.
2. Zehnmal wurde ein dreistelliger Schnitt erzielt.
3. 19mal lag das Mittel über 90 und nur ein einziges Mal darunter.
4. Nur ein einziges Mal lag der Average unter 90.
5. Luke Humphries tat sich mit dem höchsten Average in dieser Phase des Turniers hervor, als er 107,4 diktierte. Sein direkter Gegner Michael van Gerwen dokumentierte zwar mit 106,3 den zweithöchsten Wert, war dennoch out.
6. In den letzten drei Matches kam James Wade auf ein Average von 99,6, Luke Humphries indes auf 101,5. 7. Nimmt man das Achtelfinale hinzu, verbessert sich James Wade auf 99,7, während Luke Humphries auf 99,5 abfällt.

Average kein Fähnchen ihm Wind

Daraus darf aber nicht gefolgert werden, dass sich der Average wie ein Fähnchen ihm Wind dreht und damit jedwede Aussagekraft förmlich weggeblasen wird. Allerdings ist jeder Average eine Momentaufnahme, die sich in der Regel durch eine mehr oder weniger hohe Instabilität auszeichnet. Ziel eines Spielers sollte es sein, den Average auf einem konstant hohen Niveau zu halten. Logo!

Dies jedoch als Binsenweisheit abzutun, wäre vorschnell und nicht zielgerichtet. Denn Konstanz im Score ist trainierbar, einfacher als der Check. Das Zauberwort heißt Grundlagentraining und ist der Schlüssel zum Erfolg. Allerdings muss man dafür auch wirklich bereit sein, denn Grundlagentraining ist umfassend und langwierig. Ist aber ein Garant für neue Erfolge!

Ergebnisse mit Average:

1. Achtelfinale
Dave Chisnall - Alan Soutar 10:8 (99,5:91,3)
Krzysztof Ratajski - Jonny Clayton 10:3 (103,5:96,1)
Gerwyn Price - Chris Dobey 10:5 (102,1:101,3)
Michael van Gerwen - José de Sousa 10:9 (99,7:97,4)
Luke Humphries - Martijn Kleermaker 10:4 (93,5:82,1)
Devon Petersen - Peter Jacques 10:4 (91,8:91,1)
Simon Whitlock - Brendan Dolan 10:9 (98,8:94,0)
James Wade - Gabriel Clemens 10:5 (100,0:89,4)

2. Viertelfinale
James Wade - Simon Whitlock 10:8 (98,7:96,7)
Gerwyn Price - Devon Petersen 10:9 (100,7:99,2)
Luke Humphries - Dave Chisnall 10:9 (99,2:96,1)
Michael van Gerwen - Krzysztof Ratajski 10:7 (102,8:104,1)

3. Halbfinale
James Wade - Gerwyn Price 11:6 (97,6:96,7)
Luke Humphries - Michael van Gerwen 11:6 (107,4:106,3)

4. Finale
James Wade - Luke Humphries 11:5 (102,5:98,0)