Stefanie Rennoch gewinnt Worldcup in Las Vegas

Tamara Granat, Sabine Lischka-Kurz, Daniel Letic, Matthias Ketterer und Sebastian Pohl auf dem Podium. Nico Kurz sogar dreimal.

Stefanie Rennoch
Nico Kurz
Tamara Granat
Matthias Ketterer
Daniel Letic
Heading Vegas

What a wonderful World

Wenn die Teamwettbewerbe des Worldcups in Las Vegas das pulsierende Herzstück bilden, was verkörpern dann die anderen Disziplinen? Die Einzel, Doppel und Triples? Im Angebot: So etwas wie die Lunge, die das zentrale System beatmet, den Worldcup befeuert und zusätzliche Anreize bietet. Not bad!

So stehen neben den Worldcups im 501 D.I./D.O. und Cricket für Clubteams, ausschließlich für die Herren, sowie den International Challenges für Damen und Herren, noch folgende Wettbewerbe sowohl für Frauen als Männer auf dem Programm: 501 D.I./D.O. Einzel und Doppel, Cricket Einzel und Doppel, Mixed Doppel Combo sowie Mixed Triple Combo.

Ein Wort zu den sogenannten Combos. Es werden zunächst 501 D.I./D.O. und dann Cricket gespielt. Wenn die Begegnung nicht 2:0 entschieden ist, sondern 1:1 Remis steht, wird nochmals ausgebullt. Der Sieger hat nun die Wahl: Entweder Anwurf oder die Disziplin zu bestimmen.

Good Vibrations

Das hat durchaus seinen Reiz und passt zum Gesamtprogramm des Worldcups, der ja bekanntlich auf der großen Scheibe gespielt wird. Es passiert immer wieder, dass insbesondere nach Niederlagen, deutsche Akteure das Spiel aufs vergrößerte Target als „Glücksspiel“ bezeichnen.

Das ist es definitiv nicht! No doubt about it! Vielmehr ist es ein Spiel unter anderen Bedingungen, verstärkt durch die Double In-Vorgabe. Da die Damen kein Split-Bull vorfinden, wird bei ihnen zudem eine völlig andere Spielweise gefordert, kurzum: Bull-Shooter, bis der Totengräber kommt.

That’s it! In diesem Zusammenhang darf man auch daran erinnern, dass beispielsweise der Skilanglauf durch den Sprint eine ganz andere Philosophie bekommen hat, die die Sportart insgesamt attraktiver gemacht hat. Damit wird nicht Partei pro große Scheibe ergriffen, ganz und gar nicht, sondern soll verdeutlichen, dass sich an diesen Bedingungen nichts ändern wird und deshalb jeder weiß, worauf er sich einlässt. Frau und man muss die Herausforderung annehmen, zumal neben den US-Amerikanern auch die Kanadier sowie Spanier so und nicht anders ihren gesamten Ligaspielbetrieb bestreiten.

Sämtliche DSAB-Akteure spielen ohne Ausnahme zudem in der höchsten Klasse: Masters!

Eve of Destruction

Der diesjährige Las Vegas-Event wurde mit der Players Party eröffnet, bei der nicht nur das Bier frei Haus in Strömen floss, sondern in deren Rahmen auch das Dartsspielen nicht zu kurz kam, denn es wurden nicht weniger als vier Blind Draw Competitions ausgetragen, in denen die DSAB-Spieler ausgezeichnet mitmischten.

So gewannen sowohl Andre Jacobsen mit Jody Kreyer (USA) als auch Thomas Luksch mit Marty Powers (USA) und ferner Stefan Werner mit dem US-Amerikaner Frank Walton drei der vier Wettbewerbe. Des Weiteren belegte Stefan Przybylek mit dem Spanier Amado Martinez Rang zwei, während die beiden Deutsch-Amerikanischen Gespanne Sven Nürnberger/Scott Miokovich sowie Daniel Thomas und Ron Thompson mit dem Erreichen von Rang vier beziehungsweise fünf gleichsam noch im Preisgeld lagen.

Like a rolling Stone

Am nächsten Tag wurde es richtig ernst, weil die Einzel 501 D.I./D.O sowohl für Damen als auch Herren auf dem Programm standen. In bestechender Form präsentierte sich Matthias Ketterer, der bis ins Finale vordringen konnte, sich dort aber dem US-Amerikaner Willard Bruguier geschlagen geben musste, der ihn auch beim Spiel von fünf auf drei auf die Verliererseite verfrachtet hatte.

Sebastian Pohl gefiel indes als Fünfter, Thomas Luksch landete auf Position sieben und Daniel Letic rangierte auf Platz dreizehn.

Eine sehr gefällige Mannschaftsleistung, wobei sich Matthias Ketterer ganz besonders Lob verdiente, auch wenn er sein „Howl“ (Gedicht des Beatnicks Allen Ginsberg) jedem Beobachter den letzten Nerv raubt. Aber so ist er nun ’mal, der Herr Ketterer.

Ladiy in Black

Bei den Damen lief es noch einen Deut besser. Einen ganz entscheidenden Tick. Nachdem Sabine Lischka-Kurz keiner anderen als Stefanie Rennoch unterlag, schloss sie das Turnier als Vierte ab. Nachdem sich Tamara Granat keiner anderen als Stefanie Rennoch geschlagen geben musste, stand sie als Dritte auf dem Podium. Nachdem sich das US-Girl Kris Grimal keiner anderen als Stefanie Rennoch, die sie zuvor höchstpersönlich auf die Verliererseite geschickt hatte, zweimal im Endspiel unterlag, beeindruckte sie als Runner-up, während sich Stefanie Rennoch dank einer sehr konzentrierten Leistung den Titel holte. Drei DSABlerinnen im Ptreisgeld, zwei auf dem Podium – was will man mehr!

What's going on

Im Damen Doppel 501 D.I./D.O. kamen die deutschen Frauen jedoch ins Stocken. Platz vier für Stefanie Rennoch/Tamara Granat und Platz fünf für Sabine Neef/Katharina Brandt, beide Duos nicht im Preisgeld.

A hard Day's Night

Die Herren überzeugten dagegen. Nico Kurz/Daniel Letic standen nach vier Siegen auf der Gewinner- und weiteren drei auf der Verliererseite im Finale, in dem sie jedoch Willard Bruguier und Kyle Liddeke mit 0:2 passieren lassen mussten. „Ich konnte einfach nicht mehr dagegenhalten“, resümierte Daniel Letic, der sich zu Recht riesig über den zweiten Platz freute. Daniel Letic/Nico Kurz waren die einzigen Deutschen in den Preisgeldrängen.

No woman, no Cry

Die beiden Cricket-Wettbewerbe, Einzel und Doppel, sind bei den Damen schnell zusammengefasst: Keine DSAB-Spielerin am Start.

Bei den Herren sprang im Doppel kein Podiumsrang heraus. Sebastian Pohl und Andre Jacobsen, B-Promis, waren die besten DSABler und erreichten Rang sieben. Imponierend! Auf Rang neun dagegen die beiden Bundesliga-Meister Nico Kurz und Andreas Waldenmaier.

Monday, Monday

Im Cricket-Einzel stand indes Nico Kurz als Dritter und einziger Deutscher auf dem Podium. „Ein einziger Schnitzer und man verliert!“, lernte er kopfschüttelnd hinzu. Thomas Luksch verkaufte sich als Fünfter auffällig gut, ebenfalls als Dreizehnter Sven Nürnberger im Preisgeld. Gleichsam ein schöner Erfolg. Das Endspiel kam einem übrigens sehr spanisch vor, denn es war in der Tat eine rein spanische Angelegenheit.

God only knows

Im Mixed Triples Combo, ansonsten eine deutsche Domäne, in diesem Jahr weit und breit keine deutschen Akteure auf dem Podium. Das Beste, was der DSAB zu bieten hatte, war der fünfte Rang von Sabine Neef, Matthias Ketterer und Andreas Waldenmaier.

Hallelujah

Wenn es im Mixed Doubles Combo auch nicht zu einem deutschen Sieg reichte, präsentierten sich sowohl Stefanie Rennoch/Sebastian Pohl als auch Sabine Lischka-Kurz/Nico Kurz als Zweite beziehungsweise Dritte hinter dem amerikanischen Paar Kris Grimal/Tommy Evans sehr respektvoll. Kris Grimal imponierte einmal mehr mit ihrem spielerischen Cricket-Drive.