Stefan Stoyke Quattro plus

Die Niederrhein Open waren einstmals das größte Turnier der VFS/DSAB-Löwen Tour – und das über viele Jahre. Davon sind sie in der jüngsten Vergangenheit ein Stück weit entfernt. Auch bei der 26. Auflage, die am 6./7. September wie üblich auf der Grav-Insel ausgetragen wurde, konnte man nicht an die Glanzzeiten anknüpfen. Jetzt aber daraus zu schließen, dass dieser Event nur noch ein kleines Lichtchen am leuchtenden Tour-Himmel wäre, würde den Sachverhalt verfälschen.

 

Mama Berger
Dominique Rhaesa
Selfi
Ramona Berger
Alles roger ...
... piep ...
... over
Opa Esel
Bruder Lukas oder so
Diese bunte Fotostrecke verdanken wir der Bildagentur LLL (Lirum, Lara, Löffenstiel)
Das war ...
... der kommt!

Die Niederrhein Open leiden unter den erstarkten Dortmund Open. Beide Veranstaltungen sind zeitlich-räumlich viel zu eng verknüpft, was man durchaus als Kannibalismus bezeichnen darf. Diesen Knoten gilt es zu zerschlagen, bitte schon in der nächsten Spielzeit. Übrigens hatte man am ersten Turniertag um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen können.

It was so nice, they did it twice

Sowohl das DSAB Herren-Doppel 501 D.O. als auch das Offene-Doppel 301 M.O. endete für Marco Misof (Salz) und Michael Sommerfeld (Bergheim) aus Gründen mit einem Doppelschlag jeweils auf Platz vier. „Zweimal Vierter, nicht schlecht!“, merkte The Duke an, „aber Ziel ist immer das Podium!“ („Dann mach' es doch!", war aus dem Off zu hören. Man musste nur einmal lauschen)   

In der besagten 301-Competition lief es für das Duo Dominik Bente und Jan Hünning aus Bocholt etwas besser und so belegten sie Platz drei. Noch besser erging es Tim Rehberg (Dortmund) und Dennis Steffan (Meschede), die Zweite wurden und nur Stefan Stoyke (Weißenthurm) und Christian Soethe (Lünen) passieren lassen mussten, die 2:0 gewannen - zwei Checks von Stefan Stoyke.

Im DSAB Herren-Doppel 501 D.O. standen wiederum Stefan Stoyke und Christian Soethe vorm Finalboard, dieses Mal ging es gegen Patrick Plötz (Bergheim) und Stephan Birk (Duisburg). 13 Darts von Christian Soethe, 13 von Patrick Plötz sowie 18 wiederum von Christian Soethe – und der 2:1 Sieg war manifestiert. „Wir sind back!“, kommentierte Christian Soethe. (Sieh' an, sieh an!) 
Fundamental auch der Auftritt von Tim Rehberg und Dennis Steffan, wiederum auf dem Podium, jetzt als Dritte.

„It was so nice, they did it twice!“ (Eine Stimme aus dem Off. Tourette?)

Hattrick von Stefan Stoyke

Ohne die Saline lief es für Michael Sommerfeld gleich leichter, sozusagen Michael Sommerfeld auf Hochtouren. Beim Spiel ums Finale im DSAB Herren-Einzel A+höher 501 D.O. eliminierte er nach 14 Darts (13 auf der Hand) seinen Kontrahenten Patrick Plötz mit 2:1, der im Entscheidungsleg bei Rest 22 nach zwölf Darts stand. Im Finale vermochte Michael Sommerfeld jedoch nicht mehr gegen Stefan Stoyke zu bestehen, der seinen dritten Sieg mit 2:1 dokumentierte.

Stefan Stoyke did it twice, twice

Stefan Stoyke ließ sich außerdem noch im Offenen-Einzel 501 D.O. den Sieg nicht streitig machen. Im Endspiel besiegte er Jan Hünning 2:1, während Patrick Plötz als Dritter den Wettbewerb abschloss.

Stopp! Das sind ja in Summe vier Siege an einem einzigen Turniertag. Das ist ja Jahre, wenn nicht Dekaden, her, dass dies einem Spieler das letzte Mal so ein furioser Auftritt gelungen ist. Applaus, Beifall, Bravo-Rufe. La Ola-Wellen. Lob und Anerkennung. (Off-Voice: „Quattro!")

Markus Höhne und Eric Zimmermann

Der Mainzer Markus Höhne und Eric Zimmermann (Heidenheim) offenbarten sich im DSAB Herren-Doppel 301 S.O. als Gardemaß. Von der Verliererseite kommend konnten die beiden Mark Oflaherty (Greifrath) und Stefan Radtke (Kamp-Lintfort) im Endspiel noch in zwei Sets bezwingen. Das Gespann Marcel Duif und Lucas Diedenfofen aus Kleve tat sich als Drittes hervor.

Mark Oflaherty

Der Einzige der aus diesem Sextett auch im C+B-Einzel 301 S.O. aufs Podium kam, war Mark Oflaherty, der diesen Wettbewerb außerdem vor Dominik Höniglee (Kleve) und Kurt Schlingelhof (Moers) für sich entscheiden konnte.

Beste Sarah Brübach und Katharina Brandt


Schauen wir einmal den Damen nach. Da fällt uns besonders Sarah Brübach (Weißenthurm) auf, denn sie stand sowohl als Solistin als auch gemeinsam mit der Berlinerin Katharina Brandt im finalen Fokus. Im Einzel 301 M.O. behauptete sie sich mit zwei gewonnenen Sets gegen Isabella Reichert (Eppelborn), während die Berlinerin Katharina Brandt auf Rang drei landete.

Sarah Brübach plus Katharina Brandt reichte im Doppel 301 M.O. sodann konsequent zum siegreichen Erfolg. In diesem Wettbewerb setzten sich die beiden im Endspiel gegen Ann Christin Eisfelder und Isabell Bülk durch. Melanie Siebrecht (Brüggen) und Sandra Schatz (Kleve) kamen auf Rang drei.

Ergebnisse? „Och …, puh …, … puh???" Uff erst ‘mal: 2:0 im Doppel sowie 2:0 und 2:1 im Einzel." („Geht doch!", Off)

Hurrican Stefan


Frag‘ den Abendwind … macht keinen Sinn, denn es war eher ein Hurrican. Hurrican Stefan, der am Niederrhein tobte. Mit vier Siegen an einem einzigen Turniertag pflanzte er ein Ausrufe-Quattro in die Darts-Landschaft. Mit der Hälfte der Siege heimste sich Christian Soethe das Prädikat „zweitbester Spieler“ ein. Mark Oflaherty zeichnete sich indes als Winner und Runner-up als Drittbester aus. Die beiden letzten Siege in den maskulinen Fights teilten sich Markus Höhne und Eric Zimmermann, gemeinsam gewonnen.

Bei den Damen rangierte Sarah Brübach an erste Stelle mit zwei Siegen - mit optimaler Ausbeute aus den zwei Damen-Wettbewerben. Die Berlinerin Katharina Brandt gefiel als Erste und Dritte.

Der Weg ist das Ziel

Sonntag – morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. Gewesen! Um halb neun Entsetzen pur. Die Grav Insel von einem Triathlon umzingelt. Die Linien fest gezurrt. Kein Durchkommen. Jede Aktion, das Ziel zu erreichen, wird im Keim erstickt. Die Niederrhein Open völlig abgeschnitten vom Rest der Welt. Kein Nachschub mehr. Letztendlich allerdings alles halb so schlimm, denn der Türöffner auf der Grav Insel schlummerte noch. Kam eine halbe Stunde später, abgerundet.

Radikaler Terror? Zumal kurz danach der Spieler „Fünfte Kolonne“ (Deckname - der richtige Name ist den Behörden bekannt) nach einem formvollendeten Treffer auf die Glühbirne des Gerätes Nummer 1, nicht nur dieses, sondern gleich die ganze Reihe lahm- sprich dunkellegte? Action in der Rodermond-Crew. Also, kein Grund zur Sorge, alles roger, piep over. Lothar Rodermond hatte alles im Griff - nur nicht die Pendeltür, die flog im ins Genick! Jetzt reicht’s. Spaß vorbei. In vino veritas!

Eric Zimmermann schlägt wieder zu

Das Finale im DSAB-Herren Amateure 301 M.O. war vor allem eins: Spannend! 0:1 für Eric Zimmermann. Darauf egalisierte Markus Pieh (Langgöns) das Match mit 12 Darts und ging anschließend mit einem 77er Finish (17/T20) und vierzehn Darts sogar 2:1 in Führung. Im vierten Durchgang hatte Markus Pieh 10 Darts auf der Hand, die Sache schien gelaufen zu sein, doch er vermochte seine Möglichkeiten zum Turniersieg nicht effektiv zu nutzen, sodass Eric Zimmermann mit 16 Darts das Spiel austarieren konnte. Im Entscheidungsleg besaß Markus Pieh nicht weniger als neun Matchdarts auf der Hand – aber keiner fand sein Ziel. Erich Zimmermann versiebte derer sieben, bevor sein achter allerdings dort einschlug, wo er hin sollte.

Damit hatte Markus Pieh seinen zweiten Tour-Sieg in diesem Jahr verpasst, während Erich Zimmermann seine Bilanz auf vier Siege aufstocken konnte. Rene Pleuger aus Heiden, der derzeit auf dem Ranglistenplatz 30 geführt wird, gefiel als Dritter.

Ramona Berger gewinnt


Das Endspiel im DSAB Damen-Einzel war leider nur ein verkapptes und wurde zwischen Ramona Berger (Wenden-Gerlingen) und Katharina Brandt ausgetragen. Katharina Brandt war beim Spiel ums Finale auf der Gewinnerseite einer überaus checksicheren Silvia Dolores Keller (Niederfischbach) 0:3 unterlegen, die aber danach den Wettbewerb abschließen musste.

Ramona Berger setzte sich indes zunächst von 5 auf 4 mit 2:0 gegen Dominik Rhaesa (Rheda-Wiedenbrück) und anschließend von 4 auf 3 gegen Heike Stoyke (Barßel) mit 2:1 durch. Nichtsdestotrotz ein schöner Erfolg der Nummer 88 der DSAB Damen-Einzel Rangliste. Der Drops des abschließendes Duells zwischen Ramona Berger und Katharina Brandt war schnell gelutscht. 2:0 für Ramona Berger, ihr erster DSAB-Einzel Sieg 2019.

Nordische Blodinenflotte

Halten wir uns noch ein bisschen bei den Frauenzimmern auf. Im Penthaus begegneten sich schlussendlich im Doppel 301 M.O. die norddeutsche Blondinenflotte Kathrin Reddmann (Jübek) und Lydia Ristow (Klein Nordende) einerseits („Ahio, Matrosinnen, ahoi, ahoi!"), andrerseits Sandra Brübach und Katharina Brandt, die sich zuvor gegen Sandra Kaup (Büren) und Sandy Vogt (Welver) auf der Verliererseite mit 2:1 durchgesetzt hatten – Matchdarts Katharina Brandt. Das beste Leg schloss allerdings Sandy Vogt mit zwölf Darts ab.

Im Endspiel wurde weiterhin sportlich heftig(st) diskutiert, hin und her und her und hin, sodass nach geraumer Zeit beziffert mit 0:2 und 2:0 die Holden des Nordens als Siegerinnen feststanden. Matchdarts Kathrin Reddmann.

Mirko Mühlheim überrascht alle


Das DSAB Herren-Einzel 501 D.O. wartete mit einer großen Überraschung auf. Nicht so sehr, weil sich Christian Wojcechowski und Marco Misof Rang sieben teilten, auch nicht, weil mit Tim Rehberg und Christian Soethe gleich zwei Nationalspieler auf Rang fünf landeten. Auch nicht, weil der in Wesel in Hochform spielende Stefan Stoyke, seines Zeichens ebenfalls Nationalspieler, Vierter und auch nicht, weil ein weiterer Nationalspieler, nämlich Sascha Stein (Birkenau), Dritter wurde. Dass der eine Finalist Patrick Plötz hieß, verwundert auch nicht wirklich.

Überraschend ist vielmehr, dass sich Mirko Mühlheim als sein Gegner präsentierte. Der Leipziger nahm zu diesem Zeitpunkt Platz 172 in der Rangliste ein. Seine 1 260 Punkte resultierten aus Rang 65 sowohl am Samstag als auch am Sonntag der Nordwestdeutschen in Dortmund sowie Rang neun beim Nordhessen-Cup in Wabern. Und weil es für ihn bei den Niederrhein Open so richtig gut lief, besiegte er im Endspiel auch noch Patrick Plötz. Was für eine imposante Vorstellung!

Patrick Nunez y Amor und Hristos Arhontidis

Nachdem Stefan Stoyke und Christian Soethe im Offenen-Doppel 301 M.O. Patrick Nunez y Amor (Neuwied) und Hristos Arhontidis (Köln) mit 2:0 bezwungen hatten und damit als erste Finalisten feststanden, wäre die logische Konsequenz gewesen, dass die beiden ihren Doppel-Hattrick an diesem Wochenende bejubeln würden.

Sie hatte allerdings die Endabrechnung ohne Patrick Nunez y Amor und Hristos Arhontidis gemacht, denn die kämpften sich dank eines Erfolges über Karsten Koch (Brüggen) und Michael Treczka (Berlin) doch noch ins Endspiel und verließen das Finalboard als Sieger. „2:0, 2:0 oder 2:0,2:1 oder 2:1, 2:0?" (Nun fragen Sie doch nicht so impertinent - das sind alles nur bürgerliche Kategorien!

Kaffeeklatsch um Mitternach'

Zum Kaffeeklatsch waren Sabine Hallstein (Köln) und Michael Sommerfeld auf die Grav-Insel gekommen, en passant verließen sie diese als bestes Mixed wieder. („Was ist bloß in deren Kaffee?", einmal locker gefragt?")  Tun wir diese Frage lieber zur Seite und fragen uns lieber, ob dies Sarah Brübach und Stefan Stoyke nicht hätten verhindern können? Zumal sie von der Gewinnerseite kamen! Klare Antwort: Keine Ahnung! (Es kütt, wie et kütt - weiß man doch!) Auch, dass die Kölnerin Anita Sarac und Patrick Plötz Platz drei belegten.

Zweimal Marc Dworczak, einmal Karsten Dennerlein

Die beiden Neulinge Wettbewerbe, Einzel und Doppel, jeweils S.O., waren einstmals ein Glanzpunkt der Niederrheinischen mit rund 80 Teilnehmern – in jedem der beiden Wettbewerbe. Nichtsdestotrotz konnten sich die aktuellen Felder mit 34 im Doppel und 22 im Einzel durchaus sehen lassen. Was nicht jedem gefiel, dass den Doppel-Wettbewerb Karsten Dennerlein (Herten) und Marc Dworczak (Hünxe) gewannen. (Aber die wollten doch nur spielen ...). Das Endspiel endete 2:0 – 9 und 11 Darts von Marc Dworczak, die Unterlegenen waren Norman Läser (Wesel) und Marcel Ziegmer aus Hamminkeln. Platz drei gehörte indes Katja Laaks und Steffen Heinrichs aus Voerde.

Drei der vier Finalisten im Doppel gaben auch die Pace im Einzel vor. Karsten Dennerlein belegte Rang drei. Norman Läser und Marc Dworczak duellierten sich wiederum im Endspiel. Abermals gewann Marc Dworczak. 2:1 und 2:1 – sein bestes Leg belief sich auf acht Darts verbunden mit einem 180er Score.