Southwest - ein brandgefährliches Pflaster

Die Bundesliga-Division hat es in sich. Drei absolute Topteams - und der Rest ist auch nicht ohne. Und selbst ein Team wie die Dart Haie - "Das Original" Nidderau, DLMM-Sieger 1993, 1996, 2000, 2007, 2009, 2010, 2017, 2019 sowie Bundesliga-Meister 2011, 2012, 2017, 2018 sowie Worldcup-Winner 1994, 1995, 1997, 2010 und 2013 marschiert hier nicht einfach durchs Gelände.

Ein Dart-Hai Edelfan
Team Südwest
Brandname Dart Haie
Das Innenleben der Dart Haie ...
... und der Vita ...
.. und wichtigen Organen wie Gastwirt und Aufstellunternehmer
Keine große Klappe
Wenn der Vater mit dem Sohne
Starker Schlusspunkt: DC Outlaws

Bundesliga Südwest

Wie nennt man noch einmal den Tag zwischen Nikolaus und Zweiter Advent? Richtig: DSAB Bundesliga-Spieltag Südwest! Und gerade zur Weihnachtszeit erinnert man sich gerne, dass da im hohen Norden von Southwest ein Örtchen mit dem Namen Nidderau existieren soll. Nicht an-, sondern vorgeblich leben hier sogar Haie. Also, Sack über die Schulter und einfach ‘mal hineingeschneit, in eine Hochburg der DSAB Darts-Landschaft. 

Brandname Dart Haie

Wenn man sodann den „Stadtteil“ von Nidderau, der da Ostheim geheißen wird, erreicht hat und in die Borngärten einbiegt, dann durchfährt ein in der Tat der Gedanke: Huch, das Ende der Welt!? Am Ende des „Tunnels“ erstrahlt allerdings ein Licht und verheißt in großen Lettern unübersehbar: Dart Haie! Respekt - ein Darts-Team hat sich ein fetten Brandname geschaffen, der über die reine Darts-Ebene hinausgeht. So wie sich seit geraumer Zeit die Spielstätte der Mac Leods in Dettelbach „Mac Leod Bar“ nennt. Keine Peanuts mehr!

Zurück nach Nidderau-Ostheim. Tür auf, Tür zu und schon hat Stephan Wusch dem Neuankömmling ein großes Glas Wasser serviert. Und sofort wird im siebten Gang von früher, von ganz früher, von gestern und heute und sogar von morgen erzählt. Denn hier wird Darts gelebt. Das macht einfach Spaß.

Bundesliga featuring

Der Anlass der wahrhaftig vergnüglichen Stunden ist und bleibt aber der achte Spieltag der Bundesliga-Division Südwest - Featuring: Dart Haie „Das Original“ Nidderau - Team Südwest Saarwellingen, DC Outlaws Philippsburg - Team Südwest Saarwellingen sowie Dart Haie „Das Original“ Nidderau - DC Outlaws Philippsburg.

Am Ende des Tages hatten sich die neun zu vergebenden Punkte auf alle drei Teams verteilt. Allerdings nicht gleichwertig, was keinen verwundert. Die Dart Haie nahmen sich sechs, das Team Südwest bescherte sich zwei und die Outlaws reisten mit einem Zähler wieder heim.
 
Gerade das Intermezzo von DC Outlaws und dem Team Südwest hatte es in sich und überschritt den Zeitplan maßlos, allerdings bot es Kampf und Engagement in Reinkultur. Nach 10:10 gelang dem Team Südwest der entscheidende Punktgewinn zum 11:10 Sieg. Dafür gab es zwei Punkte für Südwest und einen Zähler für DC Outlaws. Jean Lessel hatte mit einem 170er Finish geglänzt.

Team Südwest mit Fortschritten

Damit hatte sich die Punktesituation des Teams Südwest augenscheinlich verändert: Die Punkte hatten sich mehr als verdoppelt, aus einem Zähler hatte man drei gemacht. Zur Entwicklung: In der Vorrunde vermochte die Crew Südwest keinen einzigen Punkt auf ihr Konto zu verbuchen, der erste Punktgewinn gelang am sechsten Spieltag mit dem Beginn der Rückrunde, als man sich zwar zum achten Mal in dieser Spielzeit geschlagen geben musste, allerdings der Equipe „10 Stunden Alles klar" aus Ketsch einen Zähler abknüpfen konnte.

Steven Noster im Gespräch

Steven Noster (Team Südwest) erklärt die drei Punkte so: „Wir spielen hier in der stärksten Bundesliga-Division in ganz Deutschland. Die Mannschaften Parasiten, Neckarbomber und Dart Haie sind für uns einfach zu groß, und der Rest kann ebenfalls Darts. Wir hatten uns den Unterschied auch nicht so groß vorgestellt, aber eh man sich versieht, ist die Hinrunde vorbei und man steht mit leeren Händen, ohne jeglichen Punkt, dar. An die hier vorherrschende Power muss man sich erst einmal gewöhnen!“ Von Frust jedoch keine Spur: „Wir werden wohl absteigen, aber auch wieder aufsteigen. Wir geben nicht auf und wollen einfach in der höchsten deutschen Klasse mitspielen!“

DC Outlaws beinahe gesetzlos 

DC Outlaws bewegt sich in einem ähnlichen Umfeld, hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon dreizehn Punkte eingesackt. Und Nun? „Wir werden jetzt die Dart Haie schlagen!“, wie es Ralf Friedrich an diesem bereits fortgeschrittenen Abend verkündete, war jedoch eher sympathisch als angriffslustig gemeint. „Wir kämpfen hier gegen eine Übermacht und die besteht nicht aus einer Mannschaft, sondern gleich aus drei Teams!“

Zunächst ging es allerdings erst einmal gegen die Dart Haie. Der erste Block, der eine knappe 3:2 Führung pro Dart Haie widerspiegelte, verdeutlichte aber zugleich nochmals die Worte des Häuptlings der Outlaws. „Wir wollen die Dart Haie schlagen!“ War vielleicht gar nicht lustig gemeint? Zumal die Outlaws die Pace auf Highspeed erhöhten und sich auf 6:4 nach vorn schossen. Tobias Seibert, Tino Wingerter, Alexander Wirth und Ralf Friedrich, der sich 3:0 gegen Nico Kurz durchsetzte, hatten erbarmungslos zugeschlagen. Jetzt waren die Haie gefragt. Die Antwort eher zaghaft: Nico Kurz, Matthias Ketterer und Holger Kurz erfolgreich, andererseits punkteten Alexander Wirth/Tino Wingerter sowie Alexander Wirth als Solist. Zwischenstand nun 7:8.

Damit befanden sich die Haie in der Tat in Hinblick auf die Meisterschaft in der Klemme. Und zwar richtig! Um das Match noch mit mindestens elf Zählern zu gewinnen, benötigen sie im letzten Viertel vier Siege. Matthias Ketterer/Holger Kurz gewannen das Doppel, Nico Kurz, Matthias Ketterer und Holger Kurz ihre Einzel - und so hatten die Haie ihre elf Zähler für drei gewonnene Matchpunkte zusammen. Dart Haie eben! Auf der anderer Seite gewann Tino Wingerter. Ergo: 11:9!

Wo bekommt man an einem Tag zwischen Nikolaus und Zweiter Advent mehr geboten? Mehr braucht man gar nicht. Ein gelungener Darts-Tag, der allen Spaß gemacht hatte, die Spaß am Pfeile werfen haben.  

Beinhart

Um sozusagen den Klassenerhalt ohne Relegation zu sichern, kämpfen fünf Teams um einen einzigen Platz, um den vierten Rang. Denn das ist das gesamte rettende Ufer, an das sich nicht weniger als fünf klammern, alles andere ist Sog und Untergang. So ist es nunmal, auch das auch die Underdogs stolz sind, in so einer Liga zu sielen. No Frust! 

Dart Haie in Front, aber ...

... auch wenn die Dart Haie die Tabelle mit nunmehr 30 Punkten und einem Vorsprung von sechs Punkten vor dem ersten Verfolger, Parasiten Heilbronn, weiterhin anführen, ist die Meisterschaftsfrage noch längst nicht eindeutig beantwortet. „Die Partie zwischen den Parasiten und uns am 18. Januar wird alles entscheiden. Dann wird der Meister ermittelt, der Verlierer wird sodann mit dem dritten Platz vorlieb nehmen müssen!“, prognostiziert Holger Kurz, der sich immer rege Gedanken um die Darts-Szene macht, so auch über die Bundesliga.

Aktuelle Tabelle


Holger Kurz' Gedanken über die Bundesliga

So vertritt er die Auffassung, „dass es an der Zeit ist, die Bundesliga zu reformieren.“ Was heißt? „Ich befürworte eine zwei-, höchsten dreigleisige Aufteilung. Am besten Nord/Süd mit einer ganzjährigen Saison, mit Hin- und Rückrunde, Doppelspieltagen.“ Warum? „Weil sich erstens das Niveau schlagartig erhöhen wird, denn die Spreu wird vom Weizen getrennt, und zweitens, weil sich der vorherrschende Termindruck für alle reduziert, der uns derzeit erdrückt.“