Pré-Olympic

Wir befinden uns zwischen zwei sportlichen Mega-Ereignissen. Auf der einen Seite die 15. UEFA Euro, kreuz und quer auf dem Kontinent in elf verschiedenen Ländern, auf der anderen die XXXII. Olympischen Sommerspiele in Tokio, in der mit 37,5 Millionen Einwohnern größten Stadt der Welt. Die EM sportlich von 24 Teams geprägt, die Olympischen Spiele dagegen mit mehr als 11 000 Sportlerinnen und Sportler. Da liegen Sportwelten dazwischen.

Die Ringe ...
... über Tokio

Das eine Spektakel bereits jüngste Vergangenheit (11. Juni bis 11. Juli), das andere indes unmittelbare Zukunft (23. Juli bis 8. August). Je schöner die sportlichen Events, primär internationale, sind, gerade wenn es sich nicht um Sportalltag handelt, sondern etwas ganz Besonderes ist, was sich in beiden Fällen gewöhnlich nur alle vier Jahre ereignet, desto vermehrter liefern sie Diskussion über Sinn und Zweck. Zuvörderst in Zeiten von Covid-19. So ergeben sich kritische Betrachtungen und Anmerkungen zwangsläufig.

Kurzum ...

... die EM war alles andere als ein Ruhmesblatt in der Historie des Sports, das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft einmal ganz außer Acht gelassen. Die UEFA (Union des Associations Européennes de Football) hat in aller Selbstherrlichkeit und bar jeglichem gesellschaftlichen Interessen total versagt. Voll im Abseits! Die EM war eine Drehscheibe nahezu ungehemmter Forcierung neuer Covid-19 Fallzahlen. Abertausende Neuninfektionen europaweit, die eindeutig auf das unsägliche EM-Konzept zurückzuführen sind. Die UEFA hat sich nicht als Partner des Fußballs und schon gar nicht des Sports erwiesen, sondern den Fußball zweckentfremdet und zum Büttel eigener Interessen gemacht, wobei die Spielmacher nur Treffer im wirtschaftlichen Bereich erzielen wollten, mafiöses Tageswerk inklusive. Wennschon, dennschon!

Toooooorrr ...

... Eigentor? WC – wohl kaum! Es wird weiter so gekickt werden. Übrigens ist die UEFA ein Verein, gemeinnützig zudem. Niedlich in der Schweiz angesiedelt. Die Olympischen Spiele befinden sich ebenfalls in der Hand suspekter Anschauungen, Attitüden, ehernen Gesetzen, immer korrumpierbar und -bereit, in dieser Hinsicht (welt)offen nach allen Seiten, auf der anderen Seite kaum einsehbar. Ihre Geschicke leitet das IOC (International Olympic Committee), an dessen Spitze der deutsche Präsident Thomas Bach aussitzt.

Durchaus ...

... ein nicht unbedingt gern gesehener Gast im fernen Land der aufgehenden Sonne, in dem die Einwohner mehrheitlich Angst vor aufgehenden Corona-Zahlen haben. Menschen, die dem nicht Sorge tragen, verlieren ihr Gesicht, bevor es dümmlich in die Kamera grinst und aus dessen Mund wirklich nicht viel Überzeugendes kommt. 339 Wettbewerbe in 33 verschiedenen Sportarten stehen auf dem Programm, zu denen rund 11 300 Sportlerinnen und Sportler aus 206 Nationen erwartet werden. Fußball hin, Fußball her – es ist und bleibt der mit Abstand größte und auch bedeutendste Sportevent der Welt. Die Plattform einmalig und alles andere als platt. Olympische Medaillen, vorrangig die goldigen, sind der Stoff, aus dem sportliche Träume sind. Mehr geht nicht!

Alle ...

... können die Olympioniken via TV (Discovery/Eurosport alles, ARD/ZDF vieles) bestaunen und verherrlichen, mitfiebern, triumphieren oder ärgern. Ist nur Sport, und alle wollen nur spielen! In den Stadien und Sportstätten vor Ort eher kein Publikum. Zuschauer sind nicht zugelassen, sofern sich die Stadien in und um Tokio befinden. Konsequent! Äh? In erster Linie aber vorsorglich, denn die Pandemie nimmt gleichsam teil.

Natürlich ...

... sind die Spiele nicht nur vom göttlich-olympischen Geist beseelt, sie sind auch business as usual: Money! Sprich Kosten von rund 13 Milliarden Euro und damit ein Plus von mehr als 20 Prozent im Vergleich zu den Spielen im brasilianischen Rio de Janeiro vor fünf Jahren. Das IOC ist by the way auch ein Verein. Ebenfalls in der Schweiz ansässig. Weil die Eidgenossen nicht nur große Löcher im Emmentaler lieben.

Nun gut ...

... Sport soll in erster Linie Selbstzweck sein. Ach, so! Das muss einem auch einmal gesagt werden.