Nordhessische mit viel Drive

Auf den ultimativen Punkt gebracht: Die 32. Offenen Nordhessischen Meisterschaften 2019 haben sich das Gütesiegel „summa cum laude“ verdient, was soviel heißt wie, da haut's ei’m den Vogel aussi, ergo Lobpreisung. Primissima, cool – nur eben ein bisschen mehr.

Sandra Kaup, Erste und Zweite
32. Offene Nordhessische Meisterschaften
Marene Westermann, die Erfolgreichste in Wabern
Siegerin Silvia Dolores Keller
Runner-up Ramona Berger
Christian Soethe fast so erfolgreich wie MW ...
... genauso so erfolgreich wie MW: Stefan Stoyke
Belegte einmal Rang zwei: Dominique Rhaesa
Kevin Münch gewann das 135 Mann starke DSAB-Masters
Juro Andjelic als Winner und Runner-up in Wabern unterwegs
Sabine Hallstein gleichfalls auf dem Podium
Funktionieren prächtig: Sladan Nedic und Zdravko Antunovic
Morena Wolf auch wieder vorne dabei
Sabrina Schrimpf dreimal auf dem Podest
Nicht nur in Geiselwind erfolgreich, sondern auch in Wabern: Christian Soethe, Dragutin Horvat und Martin Rümpker
Nicht nur in Madrid, sondern auch im Reiher Waldweg vorneweg: Stefanie Lück! ("Lück, ist doch gut ...")
Andreas von der Heyden, mein Freund Vondi, dito
Jacob Andjelic ...
... und Steven Crampton

Summa cum laude

So lautete jedenfalls das Feedback – allerorts: Gastro sehr gut, Preise prima, Räumlichkeiten toll, Spielbedingungen ausgezeichnet, Organisation vorbildlich, Turnierablauf glänzend! Manche wollten gar nicht mehr nach Hause und wie sooft im alltäglichen und richtigen Leben kam auch hier der Einwand auf, „dass die Tiere nachts auch nicht aus dem Zoo müssen!"  

Neues Rekordergebnis

Erstklassiges Zusammenspiel von Spielerschaft und Turnierorganisation trieb die Veranstaltung stressfrei voran. Und dies, obwohl die „Nordhessischen" noch nie so proper gewesen waren wie dieses Mal. Rund 300 Startnennungen mehr als im Vorjahr, exakt 102 mehr als beim bisherigen Rekordergebnis aus dem Jahre 2017. Total: 1 578!

252 im Offenen-Doppel

Die stärksten Felder waren am Samstag im Offenen-Doppel 301 M.O. mit 252, im Offenen-Einzel 501 D.O. mit 195 und im A+höher 501 D.O. mit 138 Teilnahmen auszumachen, während das C+B-Einzel 301 S.O. mit 99 nur ganz knapp unter dem Limit der Centuries blieb.

135 Masters

Am Sonntag ragte mit 182 das Offene-Doppel 301 M.O. sowie das DSAB Herren-Einzel 501 D.O. mit 135 Teilnehmern heraus, während das Mixed 301 M.O. mit 98 wiederum knapp unter der Einhunderter-Marke blieb. Auch wenn das DSAB Damen-Einzel 301 M.O. doch ein gutes Stück von der markanten 100er-Schwelle entfernt lag, bildeten die 60 Damen das bisher größte Feld in dieser Disziplin in der laufenden VFS/DSAB-Löwen Tour.

1 578

Ein letztes Wort zu den 1 578 – damit reihen sich die 32. Offenen Nordhessischen Meisterschaften in der ewigen Bestenliste der erfolgreichsten Tour-Turniere hinter den Bavaria Open 2017 und den Niederrhein Open 2015 an dritter Position ein. Das ist doch ’mal ein Asbach Uralt wert. Selektion – 21 Jahre – und kein bisschen weise.

Christian Soethe und Stefan Stoyke

46 Podiumsakteure wurden total gezählt – 30 samstags und 24 sonntags. Am ersten Tag führt den Reigen der erfolgreichster Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam Christian Soethe (Lünen) und Stefan Stoyke (Weißenthurm) an. Dicht auf den Fersen folgt ihnen Mike Much (Hagen), bevor an vierter Position Marene Westermann (Reken) als beste Dame auftaucht. Zdravko Antunovic (Rüsselsheim) machte als Fünfbester auf sich aufmerksam.

Juro Andjelic

Am Sonntag ergibt sich ein ganz anderes Bild: Juro Andjelic (Kassel) avanciert zum Allerbesten, währenddessen die erfolgreichste Frau Stefanie Lück (Dietzenheim) heißt. Dahinter schließen sich gleich sieben weitere siegreiche Akteure an: Die drei Damen Silvia Dolores Keller (Wilnsdorf), Sarah-Joy Weihe und Marene Westermann sowie die vier Herren Dragutin Horvat (Essen), Eric Immermann (Heidesheim am Rhein), Kevin Münch (Bochum) und Alexander Smyk (Essen).

Die erfolgreichsten Akteure am Samstag


Frau Marene Westermann


Die Quintessenz: Genderneutral unter Einbeziehung des dritten Geschlechts, Intersexuellen, Anhänger des Pseudohermaphroditismus sowohl mit Merkmalen des weiblichen als auch männlichen Phänotyps und nicht zuletzt alle Geschlechtslosen, Transsexuellen und/oder et ce­te­ra pp. (fahre fort, fahre fort) war keiner/keine/keines erfolgreicher als Marene Wester(frau)mann: Vier Podiumsplätze! Als zweimalige Erste, einmaliger Runner-up (die Briten bleiben relaxed traditionell) und einmalige(r/s) Dritte(r/s) entschwand sie/er/es in den Höhen sportlicher Höchstleistungen.

Herr Stefan Stoyke

Gleiches gilt für Stefan Stoyke aus Weißenthurm beziehungsweise Weißenthurmin - nur andersherum, aber andersherum gibt es ja dann gar nicht mehr. Mist! Allerdings genauso gut wie Marene Westermann.

Von Mike Much bis Zdravko Antunovi

Auf Rang drei folgen zusammen Mike Much (Hagen) und Christian Soethe (Lünen). Das sind exakt die vier Spielenden, die mehr als einmal gewinnen konnten, nämlich genau zweimal. Während sich Kevin Münch (Bochum) als Fünfter in dieser Rangskala hervorgetan hat. Als Sechste gefielen sowohl Sandra Kaup (Büren) als auch Juro Andjelic (Kassel) sowie die sich Anschließenden Stefanie Lück (Dietzenbach) und Zdravko Antunovic (Rüsselsheim).

Sandra Kaup stößt in die Spitze vor

Wer unter den soeben Benannten nochmals besonders hervorsticht, ist Sandra Kaup. Beim diesjährigen Pütz-Cup belegte sie im DSAB Damen-Einzel 301 M.O. Rang neun, im Jahr zuvor wurde Rang vier als beste Platzierung dokumentiert und 2017 war es Platz neun bei den Dortmund Open. Davor war sie gar nicht auf der Tour.

In Wabern tat sie sich aktuell nicht nur als Zweite in dieser Disziplin und erstmalig auf dem Podium hervor, eingebettet zwischen den beiden Nationalspielerinnen Sabrina Schrimpf (Alsdorf) und Stefanie Lück (Dietzenbach), der sie im Endspiel den Vortritt lassen musste, sondern gewann tags zuvor sogar das Damen-Einzel 301 M.O. und ließ genau in dieser Reihenfolge ein Handvoll Spielerinnen hinter sich, die allesamt für den DSAB schon international im Einsatz gewesen waren: Marene Westermann (Reken) als Zweite, Sabine Hallstein (Köln) als Dritte, Sarah Brübach (Weißenthurm) als Vierte sowie Sabrina Schrimpf und Simone Fegert (Bexbach) als Fünfte. Alle Achtung!

Christine Mörsdorf und Simone Fegert back

Dass Christine Mörsdorf (Waldmoor) und Simone Fegert (Bexbach) in Sachen Teamarbeit am Board nichts verlernt und sich wieder in die Erfolgsspur eingefädelt haben, bewiesen die beiden im DSAB Damen-Doppel 301 M.O. am Samstag, in dem sie Bianka Langendorf (Hameln) und Sabrina Schrimpf sowie Susanne Großer-Kreul (Heiden) und Marene Westermann auf die Plätze zwei und drei verwiesen.

Silvia Keller und Sarah Joy Weihe können's auch

Am Sonntag sah es im Damen-Doppel 301 M.O. etwas anders aus, bis auf die Tatsache, dass Bianka Langendorf und Sabrina Schrimpf abermals auf dem Podium standen, dieses Mal als Dritte. Als Runners-up präsentierten sich dagegen Dominique Rhaesa (Rheda-Wiedenbrück) und Morena Wolf (Düsseldorf), während sich Silvia Dolores Keller (Wilnsdorf) und Sarah Joy Weihe (Netphen) über den Sieg freuten.

Marene Westermanns gewinnt beide Mixed

Da sowohl am ersten als auch am zweiten Turniertag ein Mixed 301 M.O. auf dem Programm stand, hatten die Damen noch zweimal Gelegenheit, Gutes zu tun. Sehr Gutes sogar gelang Marene Westermann! Zunächst am Samstag, als sie zusammen mit Zdravko Antunovic das Mixed zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Das Berliner Duo Katharina Brandt und Michael Treczka, die Säule der Bundeshauptstadt, errang Platz zwei vor Bianka Langendorf und Christian Soethe.

Am Sonntag wurde seitens Marene Westermanns nochmal extrem Gutes performt, denn gemeinsam mit Alexander Smyk (Essen) ging sie abermals als Beste aus dem zweiten und abschließenden Mixed hervor. Ramona Berger (Wenden-Gerlingen) und Juro Andjelic gefielen als Dritte vor Stefanie Lück und Sladan Nedic (Darmstadt), der frei bekannte: „Steffi hat einfach geil gespielt, ich habe ein besseres Resultat vermurkst!“

Die erfolgreichsten Akteure am Sonntag


Celebration


Damit, aber auch nur, weil es gerade so schön passt, noch ein letztes Wort zu Stefanie Lück. Nach ihren Erfolgen bei den Offenen Frankfurt Meisterschaften am 23. Mai 2014 und beim Pütz-Cup am 3. Februar 2017 vermochte sie nunmehr ihren dritten Sieg im DSAB Damen-Einzel zu zelebrieren. Celebration: Celebrate good times, come on ...

Vier Doppel-Wettbewerbe

Vier Doppel-Wettbewerbe für die Mannenden boten die Nordhessischen noch an. Im C+B 301 wimmelte es nur so von TV-Stars. Teletubis und Pumuckel nicht nur mit von der Partie, sondern auch telegen auf dem roten Teppich. Die Teletubis Rene Pievger (Heiden) und Mike Much (Hagen) gewannen nämlich vor Tobias Wenzel (Linden) und Marco Arnold (Bad Endbach), derweil Pumuckel und sein Meister E-Dart, alias Jan Hartung (Heiden) und Nils Kaufmann (Hagen) aus Hessisch Lichtenau, die Competition als Dritte beendeten.

PS: Pumuckl schreibt sich nicht Pumuckel, sondern Pumuckl. Jedenfalls der vom Meister Eder. Bayern eben! 

Stoyke + Christian Soethe zum Erstten

Stefan Stoyke und Christian Soethe waren die Dominatoren in den Doppel-Disziplinen. Das Offene im 301 M.O. am Samstag entschieden sie im Endspiel gegen Kevin Münch und Neu-Demolition Martin Rümpker (Meppen) für sich. Die serbisch-kroatische Grundausstattung des Teams Checkpoint, Sladan Nedic und Zdravko Antunovic, platzierte sich auf Rang drei. Diese besagten Duos ließen 123 weitere hinter sich.

Stoyke + Soethe zum Zweiten

Im DSAB Doppel A+höher 501 D.O. schlugen Stefan Stoyke und Christian Soethe nochmals zu. Im Finale besiegten sie die Säule Berlin Michael Treczka und Tobias Schmitz (Lünen). Hoppeldipop knatterten Kevin Münch und Martin Rümpker auf Position drei im Endklassement.

Dragutin Horvat und Juro Andjelic

Im sonntäglichen Offenen Doppel 301 M.O. verwehrten drei Teams Stefan Stoyke und Christian Soethe den Zutritt aufs Podium, sodass sich die beiden mit Rang vier begnügen mussten.

Das Podest erstreckte sich indes einmal längs durch Deutschland - von der Oberpfalz über Kassel bis Meck-Pomm. Etwas mehr als 850 Kilometer Wegstrecke auf den sportlichen Spot gebracht.

Die Fischköppe Mathias Görs (Rostock) und Nico Jürgens (Sanitz) tauchten auf Rang drei auf. Der heiße Porno und der coole Iceman, Benjamin Looser (Warmensteinach) und Danijel Lukic (Röslau) aus dem Fichtelgebirge, gaben sich erst im Endspiel geschlagen. Aber gegen wen? Die Antwort lautet: Gegen keine anderen als Dragutin Horvat und Juro Andjelic. Erbarmen, die Kasselaner kommen!

Quo vadis? Kevin Münch!

Wo geht’s nun lang? Bleiben wir doch bei Kevin Münch. Der Bochumer, der nun alles andere als ein beeindruckendes erstes Profijahr hinter sich gebracht hat, überzeugte als Erster unter 135 Masters-Playern. Im Endspiel behauptete er sich auch gegen Stefan Stoyke. Andreas von der Heyden (Hagen) kam auf Platz drei. Nebenbei bemerkt: Kevin Münchs elfter Masters-Sieg in den letzten zehn Jahren.

Nicht unerwähnt soll der fünfte Platz des Jugendnationalspielers Marc Crampton (Detmold) bleiben, den er sich mit Andreas Ploep (Brachttal) hinter Nico Kurz (Nidderau) teilte. Sehr respektabel!  

Maik Kümmel best of 197

Im Offenen-Einzel am Samstag hatten sich sogar 195 Akteure eingeschrieben. Lediglich Stefan Stoyke gelang es, in beiden Einzel-Wettbewerben aufs Podium zu kommen, dieses Mal als Dritter. Das Endspiel bestritten dagegen Patrick Plötz (Bergheim) und Maik Kümmel. Letzterer aus dem thüringischen Eisenach, der sich siegreich durchzusetzen verstand.

Eric Zimmermann und Florian Schiep

Im DSAB Herren-Einzel 301 M.O. trafen im Endspiel der Koblenzer Florian Schiep und Eric Zimmermann aus Heidesheim am Rhein aufeinander. Erstgenannter spielt in dieser Spielzeit erstmalig auf der Tour. Nach Rang 17 beim 17. Offenes Ludwigshafener Darts-Meeting sowie Platz neun beim 15. Offener Pütz Darts-Cup in Troisdorf glückte ihm in Wabern der erste Podiumsplatz, nachdem er mit 0:3 am Finalboard gegen Eric Zimmermann etwas unter die Räder gekommen war. Nichtsdestotrotz ein überaus imponierendes Ergebnis. Bei Eric Zimmermann verhält es sich so: Er belegte gleichfalls in Ludwigshafen Rang 17 und Platz neun in Troisdorf, im Jahr zuvor platzierte er sich als Dreizehnter in Ludwigshafen. Er ist nach einer sehr, sehr langen Pause und der Erkenntnis „ohne Darts ist auch keine Lösung" ein perfekter Wiedereinsteiger: "Ich habe zuvor nie gewonnen!" Um so schöner! Der Skorpion aus Hagen, Mike Much, freute sich über Rang drei.            

Mike Muchs zweiter Sieg

Im Regionalen Einzel C+B 301 stach der Skorpion Mike Much alle aus. Auf dem finalen Höhepunkt hielt der Hagener auch Toni „Bumba“ Nowak aus Gersfeld in Schach. Der Kasselaner Jugendnationalspieler Jacob Anjelic wartete als Dritter auf und verdient sich dafür viel Lob.

Dominik Steffen zur rechten Zeit am richtigen Ort

Der neunte und letzte Wettbewerb am Samstag, das Offene-Einzel 301 M.O., ist ein verklausulierter Lucky Loser Wettbewerb, denn hier dürfen nur Teilnehmende an den Start gehen, die bereits aus allen anderen Wettbewerben ausgeschieden sind. Eine schöne Gelegenheit und ein guter Ansporn, sich doch noch in Szene setzen zu können.

Diese Chance nutzen Dominik Steffen aus Meschede, Luca Groß (Niestetal) und Sven Fürchtenschneider (Felsberg) – und zwar genau in dieser Reihenfolge. In the right spot in the right time. Hossa!

„Brauch mer gar nedd drüber redde", babbelte Sladan Nedic - perge, perge: „Es ist schön, wenn Turniere gut besucht sind. Das macht einfach mehr Spaß, wenn die Hütte voll ist. Man hat unendlich vier Spaß!"

Die erfolgreichsten Akteure total