Niederrhein: Dartshochstimmung

Gönnen wir die Ouvertüre einmal den DSAB-Amateuren. Nicht, weil es 48 gewesen sind, da hat das eine oder andere Tour-Turnier in diesem Jahr schon mehr gesehen, beispielsweise beim Diamond-Cup in Idar-Oberstein, als 80 Akteure in dieser Disziplin gezählt worden sind, auch nicht, weil mit Michael Weber aus Stockheim ein Vertreter aus der weiß-blauen Region die Reise an den Niederrhein zum Darts-Waffengang angetreten hatte. Nein, ...

Jens Kniests Dekaden-Sieg - ein Rekord für die Ewigkeit
And all together now ...
Silvia Dolores Moos übernimmt Führung in der Tour-Rangliste
Stefan Stoyke erst 16, dann 17, sodann 18 und schließlich 19 Tour-Siege
Christian Soethe, der alte Darts-Versteher, nimmt drei Siege aus Wesel mit nach Hause
Sabine Hallstein dokumentiert 13. Tour-Podiumsplatz 2017
Marene Westermann gewinnt im Mixed
Siegerehrung der Newcomers: Kiljan Tur, Shane Gardiner und Herbert Kettel
Die Finalisten im Neulinge-Doppel
Immer mittendrin der Gastgeber
Das wichtigste Zeitdokument der NRO 2017: Jens Kniest steht zum zehnten Mal bei den DSAB-Amateuren ganz oben - links Dennis Sentheim, rechts Jan Rice
Winner und Runner-up Morena Wolf
Ramona Berger
Michael Kolter
Kevin Stosic: Erster und Zweiter
Yvonne Siegl Zweite im DSAB-Einzel
Masters-Sieger Kevin Münch

Jens Kniests Walkürenritt

... aber, weil der aktuelle Ranglisten-Erste, Jens Kniest aus dem saarländischen Neunkirchen, seinen zehnten Sieg in dieser 301 M.O.-Disziplin in diesem Jahr errungen hat. Doppelt so viele wie die bisher besten zwei der letzten Dekade. Im Finale setzte er sich in Wesel gegen Dennis Sentheim (Kamp-Lintfort) durch, während sich Jan Rice aus Essen auf Rang drei behaupten konnte.

Der orchestrale Walkürenritt gebührt allein dem unerschrockenen Zehnkämpfer Jens Kniest, der – wie wir Wagnerianer nur allzu gut wissen – propagandistisch oft missbraucht worden ist. Jens Kniest hat ihn sich indes wahrlich verdient und er weiß: "Es geht ja noch weiter ...!"

Zehnter Tour-Sieg für Silvia Dolores Moos

Denken wir weiter in Dekaden. 5 ½ davon wurden bei den DSAB-Damen im 301 M.O. gezählt. Ein gutes Ergebnis allemal, aber darum geht es jetzt kardinal gar nicht, sondern darum, dass die zweifache Europameisterin dieses Jahres, Silvia Dolores Moos aus Wilnsdorf, mit ihrem jetzigen Erfolg ihren insgesamt zehnten Toursieg 2017 besiegeln konnte – querbeet. Großartige Leistung!

Im Endspiel setzte sie sich gegen Yvonne Siegl (Mendig) durch, die bereits beim Grenzland-Cup am 11. März als Runner-up aufwarten konnte und vielleicht demnächst ihren ersten Sieg in dieser Disziplin feiern darf. Kurz davor steht sie ja schon! Die Kölnerin Sabine Hallstein unterstreicht indes mit ihrem dritten Rang, dass sie auf dem besten Weg ist, sich nachhaltig zu konsolidieren, zumal sich das Feld gut bestückt präsentierte.

Bester Master: Kevin Münch

Wenn man in einem Feld von 73 Masters im 501 D.O. nicht nur in den Top Eight landet, sondern sich inmitten von Martin Rümpler (Meppen), dem Zweitplatzierten des Dorf Müsterland-Cups, Marco Gebauer (Wenden-Gerlingen), Jörg Mitterlehner (Moers), Manfred Bilderl (Ahlen), Stefan Stoyke (Barßel), Karsten Koch (Mühlheim/Ruhr) und Kevin Münch (Bochum), deren Erfolge die Berichterstattung förmlich atomisieren würde, auf Rang fünf wiederfindet, dann ist das aller Ehren und einen Asbach Uralt wert, deswegen herzliche Glückwünsche an den Fünften Christian Göbel aus Dortmund.

Und wer hat gewonnen? Der aufmerksame Leser vermutet: Der in der Aufzählung Letztgenannte?! Und das ist in der Tat so etwas von richtig. Nach Rang siebzehn beim Pütz-Cup, Platz fünf beim Grenzland-Cup und Platz drei bei den Nordhessischen folgte in Wesel nun der Sieg für Kevin Münch und sein erster Masters-Sieg seit dem Pütz-Cup im Februar 2016.

Für Karsten Koch geht der diesjährige zweite Rang sogar mit seiner besten Platzierung seit fünf Jahren einher. Damals, am 1. September 2012, siegte er an gleicher Stelle. Stefan Stoyke (Barßel) verbuchte als Dritter seinen 25. Podiumsplatz in dieser Saison.

Shane Gardiner

Hinter dem DSAB Herren-Einzel setzte sich die Competition für die Neulinge im 301 S.O. mit 58 Teilnehmern als zweitgrößter Einzel-Wettbewerb an diesem Sonntag bestens in Szene, aus dem Shane Gardiner (Emmerich) als Sieger vor Kiljan Tur (Wesel) und Herbert Kettel aus Oberhausen hervorging.

Bester Newcomer crossover: Herbert Kettel

Nur einer dieser drei vermochte ebenfalls einen Podiumsplatz im Neulinge-Doppel 301 S.O. zu erkämpfen. Hier hießen zunächst einmal die Drittplatzierten Sebastian Oppat und Peter Sulecki und kommen aus Voerde beziehungsweise Dinslaken. Miriam Schneider und David Oste aus Gelsenkirchen belegten Rang zwei, damit hat sich Miriam Schneider en passant das Prädikat „beste Dame“ redlich verdient.

Als Sieger wurden dagegen Herbert Kettel und Nico Wolf aus Duisburg gekürt. Aufgrund seines ersten sowie dritten Platzes avancierte Herbert Kettel zum besten Newcomer. 52 Akteure waren in diesem Wettbewerb gelistet. Not bad! 

Stefan Stoyke und Christian Soethe einmal

Im Offenen-Doppel 301 M.O. gleich nach dem frühmorgendlichen Messegang sind Stefan Stoyke (Barßel) und Christian Soethe (Lünen) wieder auferstanden und wurden in diesem Wettbewerb mit dem Sieg gesegnet. Christian Göbel, der alte Dortmunder, und Kevin Münch, der junge Bochumer, mussten sich im Endspiel ehrfurchtsvoll beugen, während Ralf Gehrmann (Heimersheim) und der Kölner Arthontides Hristos, 96. respektive 72. der Masters-Rangliste, gemeinsam als Dritte aufwarten konnten. Mit 106 Aktiven wurde nur in dieser Sonntags-Disziplin die 100er-Hürde gemeistert.

Morena Wolf und Jana Bormann

Die Pastorentöchter Morena Wolf (Düsseldorf) und Jana Bormann (Georgsmarienhütte) taten sich als Primen im Damen-Doppel 301 M.O. hervor und verwiesen Kathrin Reddmann (Jübek) und Lydia Ristow (Klein Nordende) sowie Jennifer Iglesias Sanchez (Jülich) und Michaela Senses (Korschenbroich) auf die Plätze zwei und drei.

Marene Westermann und Stefan Stoyke

Während Stefan Stoyke (Barßel) am Sonntag bereits zweimal auf dem Podium gestanden hatte, dümpelte Marene Westermann (Reken) bis zum Mixed 301 M.O. noch in den Tiefen der Niederrhein Open herum. Dann aber stieg sie wie der altbekannte Phönix aus dem riesigen, mystischen Berg von Asche hervor und gewann im Duett mit Stefan Stoyke jenes Mixed - Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Reklysium.

Weichen mussten den beiden die Kaups, Sandra und Wigbert Kaup aus Büren, die offiziell Hand in Hand derzeit auf Position 106 der Mixed-Rangliste verweilen, sich allerdings bei den Niederrhein Open als Zweitbeste von insgesamt 38 Paarungen hervorragend schlugen. Dahinter reihten sich als Dritte Heike Stoyke (Barßel) und Ralf Schippers ein. Und es war irgendwie komisch, dass BM das dokumentarisch nicht fotogen festhielt. Echt komisch!

Vorvergangenheit: Erster Tag der NRO 2017

Nun drehen wir die Zeit um einen Tag vor, was aufgrund der Quantentheorie von völliger Belanglosigkeit angesichts der unendlichen Parallelwelten ist, grammatikalisch heißt das jedoch nun Plusqualperfekt, sprich Vorvergangenheit. Sie wissen Bescheid – oder hatte Sie Ihre Oma zum Schulgang vergessen zu wecken? Nichtsdestotrotz "Plusqualperfekt", weil die deutschen Sprache, selbst das Chaos regulieren will, deswegen deutsche Sprache schwere Sprache! Ansonsten immer dran denken: Es gibt unendlich viele Welten!

Stefan Stoyke und Christian Soethe zweimal

Spieleralarm hatte sich gleich zur Eröffnung der 24. Auflage der Niederrhein Open im Offenen Doppel 301 M.O. breitgemacht: 158 Akteure waren mit von der Partie gewesen. Wer sodann auf dem Podium gelandet war, hatte schon einmal Großartiges geleistet wie die Krefelder Kai Witte und Michal Reinartz, die sich nicht nur Rang drei erkämpft hatten können, sondern gleichfalls ihre ersten Tour-Podiumsplätze in dieser Saison dokumentieren konnten. Teufel noch ’mal!

Aus der Endspielpaarung Kevin Stosic/David Walter aus Duisburg sowie Stefan Stoyke/Christian Soethe (Barßel/Lünen) waren die beiden Letztgenannten als Gewinner hervorgegangen.

Für das Duo Stefan Stoyke/Christian Soethe bedeutet dies der achte Sieg in dieser Spielzeit, während weder Kevin Stosic noch David Walter bisher überhaupt in der Tour-Rangliste aufgetaucht sind. Großer Sport! Das gilt selbstredend für die Sieger, allerdings noch mehr für das übrige Podiums-Quartett! Die, die durch die Hölle gehen, und dann auf dem Podium stehen.

Ramona Berger und Silvia Dolores Moos

Was hatten so die Damen im DSAB-Doppel C+höher im 301 M-O-Modus gemacht? Nur eine, die auch am Sonntag in Erscheinung getreten worden sein wurde (Futur II), hatte schon am Samstag das Podium besucht: Die Düsseldorferin Morena Wolf, die mit Silke Kingler auf Rang zwei gelandet war.

Hinter den beiden hielten sich Melanie Siebrecht (Brüggen) und Angelique Schrandt aus Bocholt, vor ihnen lediglich das Deutsche Meisterinnen Duo Ramona Berger (Wenden-Gerlingen) und Silvia Dolores Moos (Wilnsdorf) auf.

Somit ist der Sieg vom Sonntag gar nicht nicht der zehnte Saisonerfolg von Silvia Dolores Moos, sondern effektiv der elfte. Nicht verwirren lassen, sondern immer an die Quantentheorie denken. Alles easy! 38 Damen hatten mitgemischt. Melanie Siebrecht und Angelique Schrandt hatten sich erstmals als Podiumsspielerinnen ausgezeichnet.

Lisa Lamers on top

Trotz erbarmungsloser Konkurrenz angefangen von Marene Westermann (Reken) über Morena Wolf (Düsseldorf) bis zur Deutschen Meisterin im 128er Feld Silvia Dolores Moos (Wilnsdorf) mussten im Offenen Damen-Einzel 301 M.O. alle den beiden Finalisten Lisa Lamers (Rees) und Jenni Köster (Brilon) den Vortritt lassen. Schlussendlich gewann keine andere als Lisa Lamers vor Jenni Köster. Marene Westermann kam auf Rang drei. 

Jenni Köster hat damit ihre beste Platzierung dieser Spielzeit beim Offenen Ludwigshafener Darts-Meeting um einen Platz getoppt, während Lisa Lamers in dieser Tour-Saison noch gar nicht aufgetaucht ist, dafür aber einmal 2016, als sie an gleicher Stelle als Neunte in der DSAB Damen-Einzel Disziplin gefallen hatte und schließlich am Jahresende als 99. In der DSAB Damen-Einzel Rangliste geführt worden ist.

Ah, da schau’ her: Der Gebauer Marco

In der adäquaten Männer Disziplin, allerdings im 501 D.O., hatte Marco Gebauer (Wenden-Gerlingen) als derzeit seltener Gast der VFS/DSAB-Löwen Tour das Rennen gemacht. Er besiegte im Endspiel den neuen Natheraner-Fighter Karsten Koch (Dinslaken).

Der Sieger in his own speech: "So ein anstrengendes Wochenende in Wesel ist nun auch vorbei. Und ich muss sagen: Habe mich sehr gefreut, viele alte Freunde wieder zu sehen. Und ich habe heute mein erstes VFS- Turnier gewinnen können gegen einen sehr starken Karsten Koch."

Als Dritter trat Michael Kolter (Mainz-Finten) als ehemaliger Amateur Ranglisten-Erster des Jahres 2015 ins Rampenlicht und ließ viel Darts-Prominenz angefangen von Stefan Stoyke über Christian Soethe bis hin zu Manfred Bilderl (Ahlen) hinter sich.

Außer Rand und Band: Kevin Stosic

Bis jetzt waren wir an diesem Wochenende als Einzel-Sieger der gehobenen Klasse Marco Gebauer (Wenden-Gerlingen) und Kevin Münch (Bochum) begegnet, allerdings stand mit dem DSAB-Einzel 501 D.O. A+höher noch eine weitere Competition für die Einzelkämpfer auf dem Programm.

Mit einem weiteren Winner, nämlich Kevin Stosic aus Rees, 175. der Masters-Rangliste im Jahre 2016, 412. anno 2015 und 194. eine Spielzeit zuvor - und aktuell in diesem Jahr noch ohne vorzeigbares Ergebnis, landete als Bester einen wahren Coup und verdrängte Thomas Mehl (Kirchlengern), der seinen ersten Podiumsplatz 2017 errang, sowie Stefan Stoyke (Barßel) in dem 90 Mann starken Feld auf die Ränge zwei und drei. Ergo drei Einzel-Wettbewerbe, drei verschiedene Gewinner und sieben verschiedene Podiumsspieler.

Kevin Stosic in eigener Sache: "Im DSAB Einzel A+höher spielte ich ein wirklich gutes Turnier, es ging für mich am Samstag bis zum Finale, wobei sehr namhafte Gegner am mir scheiterten. Sonntag ging es dann in die Finale-Partie. Schnell lag ich 1:0 in Führung. Doch so schnell wollte sich mein Gegner Thomas Mehl aber nicht geschlagen geben, so sollte es zum 1:1 kommen. 'Noch einmal Zähne zusammenbeißen und Gas geben', dachte ich mir und es gelang mir: 2:1 Sieg im Finale und Platz eins im DSAB Einzel A+höher. Mein erster Turniersieg in einer DSAB-Disziplin!"

Björn „Huibu“ Sils

Als Solist ragte im DSAB C+B 301 M.O. der Krefelder Björn „Huibu“ Sils heraus, der sowohl Kevin Schmeisser (Moers) als auch Sebastian „Bambi“ Straube als Weseler Lokalmatador als Zweitem und Drittem sowie weiteren 136 Akteuren das Nachsehen gab, darunter auch als Neunte und damit beste Dame Lisa Lamers (Rees).

Deutsch-niederländisch Darts-Spaß:

In der gleichnamigen Doppel-Disziplin, aber im 301 S.O.-Modus ließem sich Fabian Schmitz Krefeld und Jan Kieft aus den Niederlanden als Sieger feiern. Platz zwei belegte das Krefelder Zweigespann Björn Sils (Krefeld) und Axel Dillmann, Platz drei Thorsten Halfmann (Heidesheim am Rhein) und Hilmar Schreiber (Wörrstadt).

Alle sechs waren auch im Einzel mit von der Partie gewesen. Wir erinnern uns heller als tausend Sonnen, dass Björn Sils im Einzel als Primus hervorging und als Einziger des Doppel-Sixpacks in beiden Disziplinen auf das Podium sprang.

Nun verraten wir Ihnen außerdem, wie es den anderen ergangen ist, dass nämlich sein Doppelpartner Axel Dillmann auf Rang 25 gestoppt wurde, dass die Doppelsieger Jan Kieft und Fabian Schmitz nicht über Rang 65 beziehungsweise 129 hinauskamen und dass der Hilliboy Schreiber wie sein Doppelpartner Thorsten Halfmann auf 17 rangierten.