Neudorfer DC auf Höhenflug

Once upon a Time in the West: Duisburg, Samstag, 3. Mai. Bundesligaduell der West-Spitze: Neudorfer DC vs. Magic Team Düren. Wer spielt wem das Lied vom Tod? Sven Geiger, Kevin Stosic, Karsten Koch, Jörg Mitterlehner, Marco Grafweg, Markus Floh, Florian Boy, Fabian Hoffmeister, Marco Schulze!?

Sven Geiger (Magic) hat neun Darts auf der Hand
Punktelieferant Marco Grafweg (Neudorf)
Kevin Stosic (Neudorf) - für viele der beste Mann des Tages
New-Magic Karsten Koch überzeugt
"Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten", meinte schon Johann von
Fabian Hoffmeister (Magics)
Markus "Bulldozer" Schulze (Neudorf)
Magic Marcus Floh, mal so, mal so

High Noon ist Zwölf Uhr mittags. Was ist aber, wenn die Revolverhelden nicht Will Kane, sondern gutbürgerlich Sven Geiger, Kevin Stosic, Karsten Koch oder Jörg Mitterlehner heißen, nicht mit Pistolen ihr Ziel anvisieren, sondern mit Pfeilen, dennoch weder Indianer noch Marshals von Berufs wegen, obschon im Westen umtriebig sind, wenn auch nicht in Hadleyville, hingegen allerdings in Hillbilly Neudorf.

Ein Spitzenduell

Nichtsdestotrotz war es ein wahres Duell, voll geballter Dynamik, dramatisch und spannungsreich, gefüllt von ansprechenden Leistungen bis hin zu Spitzenmomenten, als beispielsweise Sven Geiger ein 9-Darter auf der Hand hatte. Es war ein sportlicher Fight weitesgehend auf Messers Schneide geführt, immer fair und respektvoll, obwohl lautstark untermalt, zumal sich zahlreiche Augenblicke ergaben, in denen gejubelt und angefeuert werden durfte, konnte, sollte, musste.

Man wurde Zeuge eines Matches zweier Spitzenteams, genauer zwischen den beiden Spitzenteams der Bundesliga-Division West, wobei Magic Düren die Rolle der Gäste innehatte, während sich der Neudorfer DC Duisburg als herzlicher Gastgeber präsentierte. Was will man mehr ...

Aber, wer

... aber! „Who the Fuck ist Neudorf?“ Und vor allem wo? Brennpunkt Duisburg. Denn wo Schimanski nicht weit, ist immer Brennpunkt. Und ein Blockbuster war es allemal, als sich am Samstag im Neudorfer Treff in der Gustav-Freytag Straße 10 in Duisburg neben den bereits genannten Heroen noch Marco Grafweg, Markus Floh, Florian Boy, Fabian Hoffmeister, Marco Schulze sowie die TCs Maik Jansen einerseits, andererseits Matthias Todtenhöfer sowie Ersatzspieler und Fangemeinden trafen, um den Standort zu bestimmen, der sich knapp auf die Frage reduzieren lässt: Wer von den beiden Teams ist das bessere?

Sehenwertes sportliches Schauspiel in vier Akten

Auftakt des Shwtdowns: 1:0 für den Neudorfer DC – Marco Grafweg/Jörg Mitterlehner waren besser als Markus Floh/Karsten Koch. 2:0 für die Gastgeber, den Punkt machte Marco Grafweg. Karsten Koch verkürzte auf 1:2 und Fabian Hoffmeister sorgte für den Ausgleich, bevor Kevin Stosic sein Team wieder nach vorne schoss. Nach dem ersten Block führte der Neudorfer DC also 3:2.

Im zweiten Viertel zeigten sich allerdings die Gäste überlegen. Für die Magics punkteten Fabian Hoffmeister/Sven Geiger, Sven Geiger und Markus Floh, auf der anderen Seite Marco Grafweg sowie Kevin Stosic. Zwischenstand ergo 5:5!

Der dritte Part war abermals heiß umkämpft. Das Doppel sicherten Marco Grafweg/Jörg Mitterlehner für die Neudorfer, aber auch Jörg Mitterlehner und Kevin Stosic zeigten sich der Konkurrenz aus Düren überlegen. Nichtsdestotrotz ließen sich die Magics nicht abschütteln, denn sowohl Karsten Koch als auch Sven Geiger gewannen ihre Matches. Somit lagen die Neudorfer nach fünfzehn Partien gerade einmal mit einem Pünktchen 8:7 in Front.

Bis dahin war es ein Kampf auf Messers Schneide. Im vierten und letzten Akt entschieden die Neudorfer allerdings vier der fünf Begegnungen für sich. Zum Auftakt waren Markus Schulze/Kevin Stosic sowie Marco Grafweg, Jörg Mitterlehner ferner Florian Boy erfolgreich, während lediglich Karsten Koch einen Zähler für die Magics erkämpfen konnte. Endstand 12:8! Magic TC Mike Jansen kommentiert: "Magics unterliegen Neudorfer DC in einem mega starken Spiel. Glückwunsch Neudorfer!"

Punktesammler Marco Grafweg und Kevin Stosic 

Marco Grafweg überwies auf das Punktekonto des Neudorfer DC insgesamt fünf Zähler, zweimal in Kooperation mit Jörg Mitterlehner, dreimal als Solist, während er sich nur ein einziges Mal geschlagen geben musste, und das mit 2:3 äußerst knapp. Drei Einzel gewann ebenfalls Kevin Stosic.

9 Darts auf der Hand

Das beste Leg war allerdings Sven Geiger vorbehalten: Nach 180 und nochmals 180, sowie T20 und T19 sowie Rest 24 besaß er ein 9-Darter auf der Hand. Damit klappte es leider nicht, aber 11 Darts lassen sich allemal sehen und waren auch das kürzeste Leg dieses Tages.

Das zweit knappste Ergebnis, das für drei Gewinnpunkte reicht, betont, dass es hier zwei ebenbürtige Mannschaften wissen wollten. Die Magics demonstrierten durchaus Konkurrenzfähigkeit, potenziell, unübersehbar war allerdings die Dominanz des Neudorfer DC in der Schlussphase, sodass der Sieg der Gastgeber mehr als ein halbseidener Erfolg war. Vielmehr strotzt er vor Power, die von gefälliger Souveränität unterstrichen wurde.

Der kleine Unterschied

Was den Unterschied der beiden Teams ausmachte, wurde nicht nur vom vierten Block der unmittelbaren sportlichen Auseinandersetzung bezeugt, sondern von den beiden noch folgenden Paarungen. Die 5:0 Führung der Magics gegen das Team Gladbach schmolz zunächst auf 7:3, dann auf 9:6 zusammen und löste sich sogar im letzten Viertel total in Luft auf, als es plötzlich 10:10 stand.

Aus dem Nirwana meldeten sich die Magics im entscheidenden Teamgame zwar als Gewinner zurück, sodass als Endresultat ein 11:10 zugunsten der Magics zu Buche schlug, implizierte dieser Erfolg jedoch gleichzeitig den Verlust eines wichtigen Zählers – und das alles nach einer blütenweißen 5:0 Führung. Da stimmt doch etwas nicht, wenn sich die Parallele von 1:4 im vierten Block in beiden Begegnungen unübersehbar darbietet.
Maik Jansen gewinnt diesem Spieltag das Positive ab: "Bringen immerhin zwei Pünktchen mit nach Düren."

Der zweite Sieg der Neudorfer

Dagegen beherrschte der Neudorfer DC das Team Gladbach mit 14:6 eindeutig. Kevin Stosic steuerte fünf Punkte hinzu, drei davon als Solist. Marco Grafweg gewann indes seine vier Einzel. So heißt der große Sieger des vierten Spieltages der Bundesliga West Neudorfer DC, der nicht nur seinen ärgsten Mitstreiter besiegen konnte, dabei wichtige drei Punkte einstrich, sondern zudem den soliden Abstand von insgesamt vier Punkten zwischen sich und den Magics bringen konnte. Sechs Spiele, dreimal sechs Punkte - sexy!


Neudorfer DC Duisburg - Magic Team Düren  12:8    39:34    
Team Gladbach            - Magic Team Düren  10:11  34:39
Neudorfer DC Duisburg - Magic Team Düren  14:6    43:24