Max Hopp und Nico Kurz doch noch weiter

Nach drei Tagen mit insgesamt 176 Matches kam am vierten Tag der Super League Germany in Niedernhausen endlich so etwas wie Spannung auf. Durchaus auch Hochspannung, wobei sich das Knistern insbesondere aus der Fragestellung speiste, ob Max Hopp und Nico Kurz es doch noch schaffen, das Viertelfinale zu erreichen?

Lukas Wenig, der Mann der Hauptrunde - 13 Siege in 14 Matches
Martin Schindler neben "Lulu" der zweite Gruppensieger

Max Hopp und Nico Kurz

Kurzum: Beide schafften es! Die Zwei lösten wie dereinst Danny Wilde und Lord Brett Sinclair ihre Probleme mit Bravour. Sie arbeiteten sich noch jeweils auf Rang drei vor, beide verbuchten jeweils fünf Siege. Effizienter Endspurt, hier wie dort, wobei Max Hopp die Dramatik noch ordentlich anheizte, indem er seine beiden Auftaktspiele am vierten Tag erst einmal abgab – 1:6 gegen Michael Hurtz sowie 5:6 gegen Lukas Wenig.

Schlussendlich entscheidend war Max Hopps 6:2 Erfolg über Kai Gotthardt. Der Average des Siegers wurde gerade einmal mit 73,9 manifestiert, und zwar als der niedrigste an diesem Tag (in beiden Gruppen), der von Erfolg gekrönt war. Da erhebt sich zwangsläufig die Frage, wie sah es dann erst bei seinem Widersacher aus? Der kam über 62,0 nicht hinaus. Kai Gotthardt hatte in seiner Begegnung zuvor gegen Dragutin Horvat sogar nur einen Average von 59,8 hinbekommen. Damit stürzte er außerdem von Platz drei des ersten Tages auf den letzten in der Endabrechnung ab.

Lukas Wenig The very Best

Anyway – dreizehn Siege in vierzehn Partien der Hauptrunde prädikatisierten Lukas Wenig zum Mann der Hauptrunde - crossover. Keiner war siegreicher, keiner war auch nur annährend so dominierend. Seine einzige Niederlage resultierte aus dem Duell mit Kai Gotthard, in dem er sich 3:6 geschlagen geben musste. Lukas Wenigs Hauptrundenschnitt zeigte sich mit 90,5 überaus ansprechend - 89,6 am ersten und 91,1 am zweiten Tag. Imposant darüber hinaus seine positive Legdifferenz von 45! Der Tabellenzweite, Dragutin Horvat, kommt auf plus 2 und der Dritte, Max Hopp, auf plus 1. Sodann verkehrt sich dieser Parameter ins Negative.

Dragutin Horvat und Niko Springer weiter

Neben Lukas Wenig, Dragutin Horvat und Max Hopp rückte noch der Viertplatzierte Niko Springer ins Viertelfinale ein. Alle drei verbuchten sieben Siege. Aber nicht nur dieses Trio gewann siebenmal, sondern zudem noch René Eidams, dem nur ein einziges Leg zum Weiterkommen fehlte, dieses wurde ihm allerdings in seiner letzten Partie von Lukas Wenig verwehrt, der diesen Waffengang 6:1 gnadenlos beherrschte.

Martin Schindler und Christian Bunse

Die beiden Besten der Vorrundenphase, Martin Schindler und Christian Bunse, avancierten auch in der Hauptrunde zu den Primi der Gruppe I. Beide gewannen zehn Matches, beide gaben vier ab. In der Begegnung gegen Franz Rötzsch, die Erstgenannter 6:0 überzeugend beherrschte, erzielte Martin Schindler mit 107,3 den bisher zweithöchsten Average des gesamten Turniers. Überboten wurde dieser Spitzenwert nur von ihm höchstpersönlich. 107,7 erreichte Martin Schindler bei seinem triumphalen 6:1 über Florian Hempel. Sein dritter Century bei diesem Turnier. Sein Durschnitt in der Hauptrunde wurde mit 91,2 (92,3 im ersten und 90,1 im zweiten Teil) fixiert. Das kann sich allemal über die sportlichen Grenzen Deutschlands hinaus sehen lassen.

Christian Bunse, der beim Aufeinandertreffen mit Marcel Gerdon am ersten Tag der Hauptrunde mit einem Average in der Höhe von 104,9 glänzte, realisierte im Mittel ein Score von 90,3 (88,7 im ersten und 91,9 im zweiten Abschnitt). Gleichsam löblich!

Florian Hempel

Der Vierte im Bunde, der sich fürs Viertelfinale empfahl, heißt Florian Hempel, der achtmal in der Hauptrunde als Winner das Board verließ und der sich im ersten Teil der Hauptrunde das ehrfürchtige Alleinstellungsmerkmal verdiente: 9 Darts!

Abschlusstabellen Hauptrunde

So geht es in der Viertelfinalrunde heute um 15:00 Uhr im Modus best of 17 Legs weiter:

Martin Schindler - Niko Springer
Christian Bunse - Max Hopp
Nico Kurz - Dragutin Horvat
Florian Hempel - Lukas Wenig


Für den weiteren Turnierverlauf ist alles Bisherige in der Tat Schnee von gestern. Alle bereits erzielten Resultate verschwinden am Horizont des Sports im Nirgendwo, haben einfach keine Bedeutung mehr. Alles entscheidet sich jetzt beim direkten Duell Mann gegen Mann. Ohne Wenn und Aber.

Das heißt auch, dass gerade denen, die mit dem meisten Rückenwind in die Viertelfinals einziehen, namentlich Christian Bunse, Martin Schindler und Lukas Wenig, ein sehr böiger Gegenwind entgegenblasen wird, weil sie als vermeintliche Favoriten eine Bürde mehr tragen. Auch wenn die Gruppenersten jetzt jeweils auf die Gruppenvierten stoßen, wird man an den Boards keine Zweiklassengesellschaft erfahren. Allein entscheidend ist die aktuell abrufbare Form. Das gilt für alle gleichermaßen.

Auch wenn sich alle acht Akteure, nichts anderes als die Top Eight dieses Events, aktuell drei Schritte vom WM-Ticket entfernt befinden, wird es für jeden noch ein sehr langer Weg sein, der mehr Enttäuschungen impliziert als Glückseligkeit. Das ist das Los aller Frontiers, aller Sportler. Mitleid ist nicht angebracht. In diesem Sinne möge der Beste gewinnen.

BM