Leider: Weder DM noch MoM

Es wird in diesem Jahr weder Deutsche Meisterschaften noch ein Masters of Masters geben. Grund: COVID-19! Es sprechen viel zu viele Gründe gegen eine Großveranstaltung in Sachen Darts, bei der sich das Geschehen wie in einen großen Bienenstock abspielt.

„Nicht aus falschem Ehrgeiz einen Hotspot riskieren!"
„Weder wir, noch jemand anderes kann irgendetwas garantieren."
„Wir haben gar keine andere Wahl."
„Es geht einfach nicht!"
Ein Spieljahr, das es 30 Jahre lang zuvor so noch nie gegeben hat

Nach eingehenden Prüfungen verschiedener Veranstaltungsorte, Ausarbeitung entsprechender Hygienekonzepte, Modifikationen der Turnierausschreibung sowie unter Berücksichtigung äußerer Faktoren wie Verordnungen und nahezu einer nahezu aktuellen Verdreifachung der aktuell infizierten Fälle in Deutschland, ferner angesichts der vermeintlich erhöhten Ansteckungsgefahr im Herbst, sind DSAB und VFS einvernehmlich zu der Entscheidung gekommen: Eine derartige Veranstaltung mit weit mehr als 2 000 Personen und zeitlichen Turnierumfängen von fünfzehn und mehr Stunden pro Tag ist gegenwärtig alles andere als angemessen!

Der DSAB/VFS bedauert das alles sehr, unterstreicht aber nochmals, dass die Gesundheit aller Beteiligten absoluten Vorrang hat. „Ich möchte nicht als Turnierleiter in die Geschichte des DSAB eingehen, der aus Selbstgefälligkeit oder falschem Ehrgeiz für einen möglichen Hotspot verantwortlich ist,“ erklärt Stefan Reichert in seiner Funktion als Turnierleiter.

„Dabei geht es mir nicht um das Prinzip als solches“, fährt er fort, „sondern vielmehr um jede einzelne Person. Dazu gehören nicht nur unsere Mitglieder, sondern zugleich alle Personen der Turnierleitung, die von morgens bis in die Nacht ihre Plätze kaum verlassen können. Und nicht zu vergessen alle jene, die sich um Service und Organisation kümmern. Ich bin keiner Diskussion aus dem Wege gegangen, habe mich allerorts informiert, habe immer wieder das Pro und Contra abgewogen, bin aber letztendlich zu der Entscheidung gekommen, wir sollten nichts übers Knie brechen und lieber die Hände von solch einem Risiko-Event! lassen“, begründet der 1. Vorsitzende des DSAB seine Einschätzung.

Horst Gimpel, 2. Vorsitzender des VFS, der mit dem Zollstock mehrere Hallen durchmessen und alle möglichen Grundrisszeichnungen hinsichtlich einer den Hygienekonzepten genügenden Anordnung der notwendigen Geräte sowie der notwendigen laufwege überprüft hat, musste schlussendlich immer wieder den Kopf schütteln: „Es geht nicht. Es tut uns wirklich leid! Aber je größer eine Veranstaltung ist, desto komplexer und komplizierter wird alles.“

„Die Schlüsselfrage lautet doch ‚wieviel Angst herrscht vor?‘ Uns Verantwortlichen treibt schon die Sorge herum, können wir dafür überhaupt die Schirmherrschaft übernehmen. Das heißt, wenn wir den Startschuss für eine DM geben, dann dürfen mit Recht alle davon ausgehen, dass wir keine Bedenken haben. Aber wir können nichts garantieren, noch nicht einmal, dass eine heute verkündete DM letztendlich morgen auch stattfinden wird. Deswegen konnten wir zu gar keinem anderen Beschluss kommen“, erläutert Michael Hümpfner, 1. Vorsitzender VFS.

Es würde auch keine DM sein, wie wir sie aus den letzten Jahren kennen, an der alle trotz großer Erschöpfung viel Spaß hatten. Das derzeitige Procedere würde so aussehen: Auf einem angeordneten Platz sitzen, bei Spielaufruf Maske anziehen, zum Chartkasten, dann ans Gerät gehen, Maske ab, spielen, Maske auf, zum Chartkasten, auf den Platz zurück. Wege, um zu rauchen, um Getränke zu holen, zur Toilette immer nur mit Maske, stets sogleich auf den Platz zurück. Immer kontrolliert.

Die typischen sporadischen Treffs untereinander, die ja Teil jeder DM sind, müssten untersagt und immer aufgelöst werden. Beim Einlass müsste jeder am Eingang seine persönliche Teilnahmeberechtigung vorlegen und sich zudem ausweisen. Tag für Tag. Das gilt auch für Begleitpersonen. All diese Karten müssten im Vorfeld geordert werden, wären nicht übertragbar; solche am Eingang nachzufordern, wäre nicht möglich. Wer will das? Und würde das überhaupt funktionieren?

„Das die DM und das MoM dieses Jahr auf der Strecke bleibt, stimmt alle traurig, ist frustrierend. Aber die DM tritt stets mit der Vorgabe an, dass sie ein Dartsfest wird. Viel, viel Sport auf der einen, viel, viel Spaß auf der anderen Seite. Dieses Fundament ist 2020 nicht gegeben. Wir müssen das akzeptieren. Wir haben gar keine andere Wahl. Es einfach darauf ankommen zu lassen, wäre überaus fahrlässig. Es lauern  viel zu viele Gefahren und die Konsequenzen könnten schrecklich und verhängnissvoll sein. Davor alle unbedingt zu schützen, ist das Gebot der Stunde“, ergänzt Bundessportwart Falk Hofmann.