Las Vegas: Positive Team-Bilanz

When the Darts is over, turn out the lights. In Las Vegas erinnert einen Tag nach dem 33. Worldcup nichts mehr an Darts. Das große Highlight ist down. So die amerikanische Sichtweise. Beim DSAB hinterlässt aber jeder Event seine Spuren und we turn on the lights. Wie gut war die DSAB-Auswahl dieses Mal? Part I:

Worldcup-Siegerinnen DSAB nit Linda Rensch, Katharina Brandt, Tamara Granat, Anne Willkomm, Sabine Neef und Stefanie Rennoch
National-Team DSAB Herren in der Besetzung Ralph Busch, Martin van Bijlevelt, Stefan Werner Andreas Waldenmaier und Nico Kurz, jedoch ohne Thomas Luksch
All together now
Dart Haie
Worldcup-Sieger Master of Disaster
Bienen über Bienen
On the road again ...
... into the wildness unser US-Korrespondent BFM

Das Herzstück

Die Teamwettbewerbe beim Worldcup in Las Vegas bilden das sportliche Herzstück. Nicht nur das, sie verkörpern die Ursprünglichkeit dieses Highlight. In ihnen pulsiert the Power of Darts absolut am stärksten. Dazu zählen heute die beiden International Challenges, die beiden Nationencups, einmal für die Damen, das andere Mal für die Herren, die insbesondere bei den US-Amerikanischen Gastgebern höchste Priorität besitzen.

Leider ist dies der einzige Team-Wettbewerb, der bei den Damen übriggeblieben ist, nachdem man schon vor Jahren die Worldcups für die Clubteams sowohl im 501 D.I./D.O. als auch im Cricket mangels Masse und US-Amerikanischer Perspektiven ersatzlos aus dem Wettkampfprogramm gestrichen hatte. Total! Frauen spielen bei den Männern mit. Aus die Maus!

In den 501-Wettbewerben mit ihren zehn verschiedenen Levels wurden in diesem Jahr 461 Teams registriert, in den Cricket-Competitions dagegen 276 in sieben Levels. Das entspricht exakt 1 592 respektive 1 145 Akteuren.

The Sport goes on

Kommen wir zum Eingemachten. Im 501 D.I./D.O. gingen aus deutscher Sicht die DLMM-Winner 8 Sterne Deluxe Weilheim, Masters of Disaster Ginsheim, Mulack Fighter Berlin und Dart Haie – „Das Original“ Idar-Oberstein an den Start. Aus den drei Gruppen, in denen Round Robin angesagt war, qualifizierten sich die jeweils Erst- und Zweitplatzierten für die Finalrunde der besten sechs, die sodann im Doppel K.O.-System ausgetragen worden ist.

Drei DSAB-Teams in der Finalrunde

Mit Masters of Disaster, Mulack Fighter und Dart Haie schafften es drei DSAB-Teams aufs Final-Bracket, allesamt als Gruppensieger, während 8 Sterne Deluxe der Sprung in die Endrunde trotz größtem Engagement als Viertplatzierte verwehrt blieb. So fighteten schließlich drei DSAB- versus drei US-Teams um den Worldcup.

Mulack Fighter auf fünf

Beim Match von fünf auf vier kam es zu einem ausgereiften Disput zwischen Mulack Fighter und City I. Die Mulack Fighters fühlten sich durch einen effektiven Regelverstoß benachteiligt und forderten die Disqualifikation ihres Gegners, zumindest aber eine Neuansetzung des entscheidenden Teamgames. Zu Recht!

City I provozierte, pöbelte, was der Hillbilly so hergibt, und bedrohte in der Folge sogar die deutschen Akteure massiv. Team-Captain Stefan „Bully“ Werner blieb aber ganz cool und ließ alle Affronts locker abprallen, insistierte jedoch auf seine Forderungen. Zu Recht!

Bedauerlicherweise folgten die Schiedsrichter, keineswegs eine Ausgeburt an Regelkenntnissen, nicht der deutschen Argumentation, sodass die Mulack Fighter auf eine Fortsetzung des Matches verzichteten und draußen waren. „Wir wollen zwar gewinnen, können aber auch verlieren, nur betrügen lassen wir uns nicht!“, erklärte Stefan Werner als Team-Captain.

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dass sich selbst andere anwesende amerikanische Spieler mit den Mulack Fighters solidarisch erklärten. Die Referees vertrauten sich dem deutschen Team-Manager Bernd Molkenthin mit den Worten an: „They are aseholes!“ (Wörtliches Zitat!)

Finales DSAB Lokalderby

Die Dart Haie hatten zuvor nach Freilos und 0:2 Rückstand Mulack Fighter auf der Gewinnerseite noch 3:2 besiegen können. In der Folge ging es für die Dart Haie gegen Masters of Disaster weiter, nachdem sich die Letztgenannten nach Freilos gegen das Team Dilligaf mit einem 3:1 Sieg ausgezeichnet hatten.

Es ging nun bereits um den ersten Finalplatz, den sich Masters of Disaster mit 3:2 sichern konnte. Auf der Verliererseite nutzen die Dart Haie anschließend ihre zweite Chance aufs Finale, denn sie bezwangen das Team Dilligaf 3:2.

Schlussendlich fighteten der amtierende Bundesliga-Meister und DLMM-Sieger der BZO/Bundesliga-Klasse gegen den DLMM-Winner der A-Klasse Masters of Disaster um den Worldcup-Sieg.

Masters of Disaster Masters-Winner

Nach der 2:1 Führung für Master of Disaster zeichnete Yvon Augsten für das 3:1 verantwortlich und signierte somit den Worldcup-Gewinn. An seiner Seite befand sich aktuell Ralph Busch. Am Board agierten zudem noch Martin van Bijlevelt und Christian Küchler, während Boris Neuweger und Stefan Müller allen den Rücken stärkten.

„Masters of Disaster tat sich als kompakte Kraft hervorgetan, ausgestattet mit einem beeindruckenden Teamgeist und tiefverankerten Siegeswillen und waren den Dart Haien effektiv überlegen!“, urteilte Bernd Molkenthin.

Nur die Dart Haie in der Finalrunde

Im Cricket gelang dem DSAB indes nicht so ein furioser Auftritt wie im 501. Der frischgebackene Worldcupsieger Masters of Disaster Ginsheim gar nicht am Start, 8 Sterne Deluxe Weilheim sowie Mulack Fighter Berlin überstanden die Vorrunde nicht. Einzig und allein den Dart Haien - „Das Original“ Idar-Oberstein gelang es, sich für die Endrunde der Top Six mit 20 von 25 möglichen Punkten zu empfehlen.

Erst Freilos, auf das prompt die erste Niederlage gegen Cali Monstahs mit 1:3 folgte. Der spielfähige Kader, der sich bei den Dart Haien auf exakt vier Personen beschränkte, glänzte und versagte in einem ausgeprägten Wechselspiel, dass der Alpha-Hai Holger Kurz immer häufiger der Atem stoppte, zumal viel zu viele Chancen nicht genutzt worden waren. Dessen ungeachtet feuerten Udo Kohl und Stefan Schlencker im Background ihr Team immer wieder an. Kumpels eben!

So behaupteten sich die Dart Haie auf der Verliererseite gegen Shock-N-Awe, 50 Shades of Awesome sowie gegen das Quartett J. Hedrick & G. Fountaine & J. Carpenter & D. Garn. Alle Paarungen endeten 3:1. Im letzten Duell präsentierten sich die Dart Haie ausgesprochen spielfreudig, intelligent und als funktionierende Homogenität.

Dart Haie vs Cali Monstahs

Dies versprach einiges fürs Endspiel, in dem sie abermals auf Cali Monstahs trafen. Trotz individueller Fehler schafften die Dart Haie mit 3:1 den Setausgleich. Andreas Waldenmaier setzte einen vorzüglichen Schlusspunkt.

Im Final-Final ergaben sich nach 0:1 Rückstand für Matthias Ketterer/Andreas Waldenmaier zahlreiche Gelegenheiten, den Sack zum Ausgleich zuzumachen, jedoch verstrich eine Chance nach der anderen. Nach 0:2 verkürzten Nico Kurz/Matthias Ketterer zwar noch auf 1:2, doch Cali Monstahs konterte postwendend zum 3:1 Turniersieg und freute sich unbändig über den Worldcup-Gewinn.

Damit haben die Dart Haie als einziges DSAB-Team nicht nur beide Finalrunden, sondern auch beide Endspiele bestritten. Einziges Manko: Es klappte nicht mit einem Sieg!

Nationen-Cup DSAB Zweiter

Für den Nationen-Cup der Herren waren Martin van Bijlevelt, Ralph Busch, Thomas Luksch, Nico Kurz, Andreas Waldenmaier und Stefan Werner nominiert. Am Start waren neben Deutschland noch Kanada, Spanien und die USA. Im Round Robin wurden der Gruppenerste und -zweite ermittelt, die beide anschließend das Finale bestritten.

Dem DSAB-Sextett flogen in der ersten Begegnung gegen Kanada erst einmal die Pfeile nur so um die Ohren, und so lag man schnell 0:2 zurück. Dann fand das Team aber mehr und mehr zusammen, drehte den Spieß um und formte aus dem Rückstand noch einen 3:2 Sieg. Auch den USA zeigte man sich mit dem gleichen Resultat überlegen. Das Team hatte sich gefunden.

DSAB plötzlich mit dem Rücken zur Wand

Es lief, und man erwartete Spanien am Board. Da die USA Spanien 5:0 besiegt hatten, man wiederum die USA geschlagen hatte, machte sich die Einstellung breit, dass man die Finalrunde schon so gut wie sicher hatte. So wurde die Aufstellung radikal geändert. Fehler?

Es schien sogar ein ganz böser Fehler zu sein, denn für die DSABler wurde es plötzlich ganz eng. Die Spanier präsentierten sich nämlich saustark, und die Deutschen lagen schneller 1:3 zurück, als alle für möglich gehalten hatten. 

Es ging ums nackte Überleben, denn beide Mannschaften wiesen aktuell in der Tabelle sieben Punkte auf. Das Teamgame musste nun die Entscheidung pro Spanien oder Deutschland erbringen.

Unübersehbares Entsetzen in den deutschen Gesichtern, das aber schnell vollster Konzentration wich. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt zogen die Deutschen mit 2:3 ins Finale ein, während Spanien es nicht glauben wollte, dass es out war.

Verschenkter Sieg

Gegen die USA im Endspiel schien nach einer 3:1 Führung der Chewing Gum bereits gekaut zu sein, denn aus den nächsten drei Partien benötigten die Deutschen lediglich noch einen Punkt zum Turniersieg.

Doch das wollte der DSAB-Auswahl nicht gelingen, und so musste man sich nach 3:4 mit Rang zwei zufrieden geben. Ein eindeutig verschenkter Sieg.

Die Mixed Martial Arts-Einlage eines deutschen Spielers, die das Darts-Geräte jedoch ganz souverän kontern konnte, war sicherlich ein entscheidender Casus knacksus.

Die wahren Königinnen

Was machte die deutsche Damen-Crew? Allesamt Bienen aus Berlin. Frau gewann alle drei Vorrundenspiele: 4:1 gegen Kanada beziehungsweise Spanien sowie 3:2 gegen die USA, die sich allerdings als Zweitplatzierte wie die DSAB-Equipe für das Endspiel qualifizierten.

Nach 0:1, 1:2 und 2:3 Rückstand egalisierten die Deutsch(inn)en mit Stefanie Rennoch/Tamara Granat die Begegnung im Cricket. Im entscheidenden Teamgame summten alle Bienen wieder hellwach und stachen richtig zu. Stefanie Rennoch/Tamara Granat standen auf Rest 60, während der Score von Katharina Brandt /Anne Willkomm 48 aufwies, nachdem Katharina Brandt 150 gescort hatte.

Die US-Girls abgeschlagen, als sich die deutsche Auswahl auf ihre Matchdarts vorbereitete. Gleich die erste deutsche Akteurin, Stefanie Rennoch, sorgte für Entspannung, sprich unbändiges Jubelgekreische, denn nach 20 zum Stellen, verpasste sie zwar zunächst Tops, aber nicht D10. Damit hatte sie den Sieg perfekt gemacht und die Bienen sogleich zu Königinnen geadelt.

Linda Rensch und Team-Captain Sabine Neef genauso aus dem emotionalen Häuschen. „Zweiter Auftritt in Las Vegas, zweiter Sieg. Was will man mehr!“, stellte Sabine Neef strahlend fest.

DSAB Bilanz positiv

Damit stand die DSAB-Mannschaft in allen vier Team-Wettbewerben im Finale. Die Gesamtausbeute liest sich so: Zwei Siege, drei zweite Plätze! Damit präsentierte sich der DSAB als erfolgreichster Verband in den Team-Competitions. Die USA bilanzierten indes mit zwei Siegen, einem zweiten Platz und zwei dritten Rängen.

„Damit können wir sehr zufrieden sein, auch wenn mehr möglich gewesen wäre!“, fasste Bernd Molkenthin die sportlichen Ereignisse in Las Vegas, was die Teamleistungen betrifft, trocken zusammen, denn keiner hatte Sex on the Beach spendiert. Das war 2017 noch ganz anders ...