Kaum Überraschendes, viel solides Darts

Auch die letzte der vier Sessions der ersten Runde des World Matchplays 2021 brachte keine wirklichen Überraschungen mit sich. Michael van Gerwen (Niederlande), der Schotte Gary Anderson sowie die beiden Engländer Nathan Aspinall und Ian White rückten in den zweiten Turn ein, ins Achtelfinale.

Gary Anderson
Michael van Gerwen
Nathan Aspinall

Daryl Gurney vs. Ian White 7:10

Nach 3:2, 7:3 und 8:6 ging das erste Match des Abends mit 10:7 pro Ian White aus. Der Engländer spielte einen Average von 94,0, traf dreimal die 180, checkte mit 117 einmal dreistellig und quotierte seinen Check mit 34,48 Prozent. Sein nordirischer Gegner überbot ihn der Tat in allen Belangen. Nicht nur mit seinem Schnitt von 94,3, er scorte zudem einmal mehr die 180, checkte mit 130, einem 121-Bullfinish, 116 und 101 gar viermal high und lag bei seiner Checkquote um 2,36 Prozent (36,84) höher. Was Daryl Gurney letztendlich fehlte, waren die verdammten Legpunkte, er erzielte drei weniger als Ian White.


Nathan Aspinall vs. Mervyn King 10:6
Ging es beim Auftakt des Abends noch englisch-nordirisch zu, folgte nun abermals ein englisches Derby. Ein Kampf der Generationen. Auf der eine Seite der 55jährige Mervyn King, auf der anderen der 30 Jahre alte Nathan Aspinall. Oder: Mehr als vier Dekaden Darts trafen auf knapp mehr als ein Jahrzehnt. Die Kennziffern der beiden Akteure ähnelten sich gestern sehr. Beide scorten fünfmal 180, der Average von „The Asp“ lag nur um 2,2 höher, beide wiesen kein Highfinish auf, lediglich in ihrer Checkrate unterschieden sie sich, und zwar um 11,4 Points. Und das war entscheidend. Sein kürzestes Leg beendete Nathan Aspinall mit 12, „The King“ mit 14 Darts. Zum Spielverlauf 4:0, 4:2, 6:4, 8:6 und 10:6.

Michael van Gerwen vs. Damon Heta 10:6

Die interessanteste Phase des Spieles ereignete sich, als Damon Heta seinen 2:4 Rückstand in einen 6:4 Vorsprung umbauen konnte. Not bad, der Aussie, weil eine Sensation in der Luft lag. Doch die verpuffte schnell, denn Damon Heta hielt die Pace nicht durch. Vielmehr egalisierte Michael van Gerwen den Spielverlauf, ging mit 13 Darts 7:6 in Führung, bekam sodann den nächsten Durchgang geschenkt, als Damon Heta fünfmal Tops verfehlte, und brachte schlussendlich den Sieg mit 10:7 unter Dach und Fach. Im letzten Leg scorte der Niederländer zunächst zweimal 180, vergab dann aber fünf Matchdarts, bevor sein sechster auf D1 die Begegnung erfolgreich beendete. Damit der Niederländer obenauf, Damon Heta indes down under. Der World Matchplay-Winner vergangener Zeiten (2015 und 2016) scorte viermal 180, erzielte einen Average von 95,7 und seine Checkquote belief sich auf 45,45 Prozent. Damon Heta scorte dagegen zweimal 180, kam auf einen Average von 90,2 und kam auf eine Checkquote von 43,8.

Gary Anderson vs. Stephen Bunting 10:5

Im letzten Aufeinandertreffen des Abends kreuzten sich die Wege von Gary Anderson und Stephan Bunting. Beide mussten sich bei der letzten WM Gerwyn Price (Wales) geschlagen geben, der Letzt- im Halbfinale, der Erstgenannte im Endspiel. Nun zeigte sich der Schotte in Blackpool mit einem Average von 94,4, mit drei 180er und einer Checkquote von 35,71 solide, der Engländer dagegen teilweise völlig von der Rolle, auch wenn sein Finishing von 5/12 gar nicht schlecht war, sein Average im Reigen der Besten mit 84,4 jedoch eher mäßig. Das Ganze mündete in einem 10:5 Sieg des World Matchplay Gewinners des Jahres 2018, als er den Österreicher Mensur Suljovic 21:19 besiegen konnte.