In Las Vegas eingelocht: Gamblers und Strikers

Las Vegas twice. Zweimal Worldcup - erst Darts, dann Poolbillard. Der DSAB immer mittendrin. Im Fokus nun: Die Gamblers aus Schweinfurt und die Strikers aus Würzburg, die mit ihren Queues Las Vegas bereisten.

Der DSAB mit Queues ...
... in Las Vegas
Gamblers
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Strikers
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Gamblers
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Lothar Rodermond vom VFS als aufmerksamer Beobachter
Stefan Reichert inmitten seiner Schützlinge
Strikers
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Gamblers
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Live aus Las Vegas BM

Pool vs. Darts

Während der Schwerpunkt des DSAB in Las Vegas eindeutig bei Darts liegt, gilt dies nicht für die entsprechenden US-Amerikanischen Organisationen, denn Poolbillard rangiert im Land der unbegrenzten Möglichkeiten vor Darts.

Das ist seit eh und je so gewesen, und das heißt seit nunmehr 34 Jahren, als der Worldcup Darts der NDA (National Dart Organisation) dem Worldcup Poolbillard der VNEA (Valley National 8-Ball Assoiciation) folgte.

Darts on the passing lane

Auch wenn Darts gerade in diesem Jahr beträchtlich zulegen konnte, während Poolbillard etwas verloren hat, hat sich an der Hackordnung (noch) nichts verändert.

Allerdings hat sich Darts so weit angenähert, dass sich der Darts-Event nunmehr in unmittelbarer Schlagdistanz zum Poolbillard-Highlight befindet und beim nächsten Mal sogar auf die Überholspur wechseln könnte. 

The Times they are a-Changin'

Am 38. Worldcup Poolbillard, der vom 24. Mai bis 2. Juni im Bally’s Hotel & Casino am Strip ausgetragen worden ist, nahmen insgesamt 487 Teams, davon 109 Damen-Crews, im 8-Ball, der klassischen Spielvariante, teil und somit nur noch 26 mehr als im Darts.

Es gab Jahre, in den Pool doppelt so viele Teams aufweisen konnte wie Darts. "The Times they are a-Changin", wie dereinst Bob Dylan in den Wind blies, selbst ein begeisterter Pooler.  

Deutscher Anteil verschwindend gering

Die zwei DSAB-Mannschaften, die 2018 mit Queues ausgestattet waren, machten gerade einmal 0,41 Prozent aus. Dagegen waren Akteure aus 29 der 50 USA-Bundesstaaten nach Las Vegas gekommen, von Alaska bis Florida, von Main bis Hawaii.

Das ist in der Tat zweimal quer durch die USA. Mit über 550 Spielern war Montana am stärksten vertreten.

Aus Kanada reisten mehr als 800 Player an. Die Summe der US-Girls and Boys belief sich auf 2 183. Die 14 Spieler des DSAB nehmen sich im Gegensatz dazu geradezu verschwindend gering aus.

Darts vs. Pool im DSAB

Da auf der anderen Seite die DSAB-Akteure im Electronic Dart, was die Amerikaner sowie viele andere Nationen als Soft Tip Darts bezeichnen, zur absoluten Weltspitze gehören, verhält sich dies im Poolbillard ganz anders.

Poolbillard ist im DSAB ein Nischensport, in dem selbst die Spitzenspieler verbandsübergreifend nicht zur nationalen, geschweige denn zur internationalen Crème de la Crème gehören.

Spielstärke

Natürlich spielen auch die US-Amerikanischen Spitzenspieler im Poolbillard nicht mit, während dies im Darts durchaus der Fall ist. Quantität und Qualität wirken sich deswegen ganz entscheidend und selbstredend auf die Leistungsbilanz aus.

So fiel für die DSAB-Auswahl in diesem Jahr bereits um 16:27 Uhr am vorletzten Spieltag der effektiv weltgrößten sportlichen Poolbillardshow der Vorhang.

Bilanz

Zweimal Platz zwei! Einmal im Doppel dank Christian Hadaschik und Gerhard Werner, das andere Mal im Nationen-Cup, in dem man sich erst im Finale den superstarken Kanadiern geschlagen geben musste.

Lob und Kritik

„Mit Australien, Neuseeland, Bahamas, Bermuda, Kanada, Portugal, Finnland, Spanien, Deutschland und dem Gastgeberland USA versprüht dieser Wettbewerb im Gegensatz zum Darts-Event wirklich den Duft der großen weiten Welt,“ würdigt Bernd Molkenthin die Arbeit der VNEA Association, kritisiert jedoch, „dass es auf der anderen Seite umso verstörender ist, wenn lediglich der neue Titelträger im Nationencup auf dem Podium geehrt wird!“

Ohne Ehre

Auch den Runners-up Christian Hadaschik/Gerhard Werner blieb die Ehre auf dem Podium versagt. Der Veranstalter konzentrierte sich ausschließlich auf die Sieger! Damit haben die Gastgeber gar keine Probleme, zumal dann, wenn ihre Mannschaft überhaupt keine Rolle gespielt hat.

Keine Probleme haben alle Amis auch damit, dass sie beim Abspielen ihrer Nationalhymne Star Spangled Banner aufspringen, ihre rechte Hand aufs Herz legen und insbrünstig mitsingen, während sie bei allen anderen Nationalhymnen lautstark herumblödeln bis der Doc kommt.   

Gamblers auf 6

Die Gamblers belegten im Teamwettbewerb 8-Ball auf Masters-Level, der höchsten Spielklasse, in der Besetzung Thorsten Endres, Christian Hadaschik, Frank Lauerbach, Daniel und Peter Weippert sowie Gerhard Werner Platz sechs. Dafür gab es nichts, während das Winner-Team Barry’s Team aus Calgary (Kanada) stolze 9 000 Dollar einlochte.

Strikers auf 65

Die Strikers, in deren Reihen Ibrahim Arslan, Dirk Büttner, Artur Erhardt, Marcus Futschek, Hendrik Franke, Aleksander Konkol, Hasan Okcu und Sebastian Rudek standen, kamen in der Regular-Class auf Rang 65.

Auch wenn diese Platzierung keinen vom Hocker reißt und die Strikers hätten gern mehr erreicht, befanden sich die Strikers damit im ersten Drittel. Denn nicht weniger als 335 Teams wollten es wissen. Drei Tage dauerte dieser Wettbewerb. Der Lohn für die Strikers: 250 Dollar!

Peter Weippert auf 5, Frank Lauerbach auf 13

Peter Weippert belegte mit dem US-Girl Shannon Dunn aus Ohio im Mixed Platz fünf. Frank Lauerbach behauptete sich im 8-Ball Masters als Dreizehnter.

Hendrik Franke auf 33 und 49, Sebastian Rudek auf 129

In dem mit 360 bestückten 9-Ball Einzel Regular belegte Hendrik Franke als bester Deutscher Rang 33.

Im 8-Ball Einzel Regular hatten sich sogar 661 Spieler eingeschrieben. Abermals präsentierte sich Hendrik Franke als the very best, dieses Mal auf Position 49, auf der sechzehn Spieler landeten. Daraus ergibt sich allerdings die mathematische Konsequenz, dass Hendrik Franke zu den besten 10 Prozent dieses Mammutfeldes zählte. Man kann es eben auch einmal so sehen, um solche Platzierungen richtig einzunordnen.

Sebastian Rudek platzierte sich auf Rang 129.

Ansichten eines Newcomers

„Nichtsdestotrotz beeindruckt der Event kolossal!“, berichtete der stille Beobachter Lothar Rodermond als VFS-Mitglied, der erstmalig den Worldcup Poolbillard besucht hatte. Und fährt fort: „250 Tische, über denen allesamt die Lampen des Sponsors und Poolbillardvertreibers Valley in einem ansonsten ziemlich dunkel gedimmten Saal hängen, ergeben ein sehr imposantes Bild.

Das spielerische Niveau wird eindeutig von Kneipenteams bestimmt, die Spaß haben wollen. Keiner von diesen Akteuren träumt von einer Profikarriere oder gar einem Weltmeistertitel, eine beträchtliche Anzahl davon befindet sich zudem schon im Rentenalter. Das Spiel an den kleinen 7-Fuß Tischen ist genau ihr Ding: Weniger Strategie, dafür mehr Offensivspiel! Immer Volldampf!“

Rentnerbands on the Run

Der Spaß am Poolbillardspiel der Senioren wurde von insgesamt 245 Teilnehmern im 8-Ball Einzel unterstrichen, wobei der Anteil der Ü60 mehr als die Hälfte ausgemacht hatte. Nachahmung empfohlen.