Guadalajara oder Madrid - Hauptsache Mexiko

Könglich war das EDU-Ranking in Madrid nicht. Aber erfolgreich. Nicht absolut, aber immerhin. Zu den Gewinnerinnen und Gewinnern zählten beide DSAB Champions League Teams, Silvia Dolores Keller, El Abbas El Amri, Sascha Stein sowie David Kramp, der Number One Player, sogar twice. Sehr überzeugend auch Stefanie Lück!

Serbisch-kroatische Freundschaft im DSAB: Sladan Nedic und Zdravko Antunovic
Christian Soethe mag es auch kroatisch
Stefanie Lück gratuliert Silvia Dolores Keller, während Horska Lenka und Laura Ariani Beifall spenden
Silvia Dolores Kellers erster EDU Ranking-Sieg
Die beiden Dritten: Laura Ariani, die andere ist uns leider unbekannt
Bruder El Abbas El Amri - the very best im Cricket
Sascha "Stoiner" Stein Erster in Madrid
Last but not least auf dem sportlichen Sektor: David Kramp, der gleich zweimal in Madrid die Number One verkörperte
Nun wird es sportpolitisch. El Abbas El Amri zeigt stolz den Chef(e)-Stuhl von BM, dessen Stimme ungläubig aus dem Off tönte: "Auch Du, mein Bruder Assad...?"
Denn BM hat nach den Irrungen und Verwirrungen gar nicht nach Guadalajara gefunden, sondern irrt nach neuesten Meldungen nach seinem schweren Unfall noch immer unter den Madrilenen. BM: "Hauptsache keine Spanier!"
Madrid zeigt sich derzeit von zwei Seiten. Einmal sonnig ...
... azuro azul ...
... warm und heiter ...
... sehr großzügig
Einerseits. Andererseits: Sehr weihnachtlich ...
... feliz navidad ...
... all überall
Doch am Ende, wenn der Sambuca die Nacht umarmt, wird der Blick frei und klar für das Wesentliche. Wer holt mich ab?

Die EDU (Europäische Darts Union) hatte zum Darts nach Madrid gerufen. Der DSAB folgte wie auch rund zehn weitere Darts-Verbände diesem lockenden Angebot. Aber nicht nach Madrid, sondern effektiv nach Guadalajara. Jetzt wiederum nicht in die zweitgrößte Metropole Mexikos, die auch als Perla del Occidente, auf Deutsch: Perle des Westens, umschmeichelt wird, sondern in das spanische Guadalajara, das weder im Westen sein Wesen treibt, noch perlweiß daherkommt, auch wenn die deutschen Spitzenkräfte Atze del Dortmundo, und Tim del Ebenda, ihre Perlen im Handgepäck dabeihatten.

Im mexikanischen Guadalajara nennt man die Einwohner Tapatios, in Spanien jedoch nicht, dafür gibt es hier im Gegensatz jede Menge Tapas (Happa-Happa), „die, wie wir Weltreisenden in Sachen Darts nur zugut wissen, im Nahen Osten als Mezze bezeichnet werden“, ergänzt feucht-fröhlich unsere nächste Spitzenkraft El Abbas Assad Missmoudi El Amri, der besagte Vize-Europameister.   

Aber weiter im Text: Wir befinden uns nun in Guadalajara, nordöstlich von Madrid, por favor, in jener Stadt, die von Kirchenbauten und Palästen, por supuesto, und insbesondere vom Palacio Multiuso, einer großzügigen Sportanlage, geprägt wird, in dessen Keller sich ein Saal, sagen wir lieber Raum, befindet, in dem man Darts-Geräte aufstellen kann.

Gesagt, getan. Um das Wohlbehagen der Teilnehmer noch zu steigern, hat man noch drei Tische und ein paar Stühle hinzugestellt. Wo geklotzt wird, fallen Spänne: Leider hatte man vergessen die Heizung anzustellen und die Stromrechnung zu bezahlen. Nicht so schlimm, denn Getränke-mäßig ebenfalls mehr Ebbe als Fluss.

Glücklicherweise übernachtete die DSAB-Crew im Tryp-Hotel, vier Sterne für 37 Euro die Nacht, Frühstück ans Bett. „Gut, dass unser Presidente Stefan Reichert heißt“, frohlockte Andreas „Cortador“ Schneider, „nicht zu verwechseln mit ‚Conde‘!“, ergänzte er mit Höchstgeschwindigkeit.

Das Schöne daran, dieses Hotel befindet sich direkt gegenüber dem Palacio Multiuso, wenn man die drei Kilometer Luftlinie vernachlässigt, die dazwischen liegen. Angesichts der rasanten Geschwindigkeit, mit der sich der Weltraum erweitert, vollkommen zu vernachlässigen. Mathematisch - einerseits! Anderseits: Fragen Sie einmal das Vondische Knie aus Hagen, da bekommen Sie etwas ganz anderes zu hören.

Dass das DSAB-Team überhaupt sein Ziel erreichte, ist vornehmlich dem DSAB Scout Michaela Mc Clain und Christian Soethe, dem DSAB Supervisor für Strategie und operative Maßnahmen, zu verdanken. Das bedeutet: Landung, Zusammenführung der Aktivisten aus Serbien, Kroatien, Marokko und Rest-Deutschland, rein in den Bus, raus aus dem Bus, rein ins Hotel, raus aus dem selbigen, rein ins Ferial Plaza, raus aus dem Black Friday. Hören Sie sofort auf, schwarz zu sehen. Dafür steht D(SAB). Denn der Schub in der spanischen Konjunktur war unübersehbarer, vornehmlich im Bereich Haushaltswaren. Dann ging es zum Chinesen! Auf was Menschen nur kommen können, wenn sie allein gelassen werden?   

Sportlich? Eher kunterbunt als black. Wir wissen um die Dreiteilung der EDU-Weekends: Champions League, Ranking plus DYP und begleitende Disziplinen. In allen drei Kategorien vermochte der DSAB seine Spuren zu hinterlassen. Meist unmittelbar, sonst mittelbar. 

Beginnen wir mit der Champions League. DSAB II mit Silvia Dolores Moos, Stefanie Richter, Andreas von der Heyden, Tim Rehberg und Andreas Schneider vermochte der Erfolgsbilanz von drei Siegen aus Kocise zwei weitere in Guadalajara hinzuzufügen, nachdem frauman Power Dart Kosice (Slowakei) 11:2 sowie DVO United (Schweiz) 9:4 bezwungen hatte.

Mit der bis dato maximal möglichen Punktzahl von fünfzehn führt DSAB II die Tabelle vor Power Darts Kosice mit zwölf Zählern an. Dahinter folgen DVO United, Club Moby Dick 96 (Italien) und das Team Sodiva aus Frankreich. Viva, Las DSABler. DSAB II wartet zudem mit einem Quotienten (gewonnene Legs/Match) von 11,4 auf. Der beste Quotient aller vier Spitzenreiter.

DSAB 1 in der Besetzung Stefanie Lück, Michaela Mc Clain, Zdravko Antunovic, Sladan Nedic, Christian Soethe und Sascha Stein hatte indes eine knappe 6:7 (1:2 Punkte) Niederlage gegen Mamas Sorgenkinder aus der Schweiz zu verkraften, erholte sich von dem Schock allerdings umgehend und ließ weder Les Ptits Bras aus Frankreich noch dem starken tschechishen Team 40+Trutnow um den Europameister im Herren-Einzel Drtil Parvel eine Chance und gewann beide Begegnungen souverän mit 11:2.

DSAB 1 führt nach sieben von zehn Begegnungen die Tabelle mit 19 Punkten vor Team 40+Trutnow sowie New Dream Team (Italien) mit jeweils fünfzehn Zählern an. Dahinter folgen Mamas Sorgenkinder, Throw Darts Austria (Österreich) und Les Ptits Bras. DSAB I hat bisher 69 Legs gewonnen. Die absolut meisten Legpunkte aller 21 Teams, die einem Quotienten von 9,86 entsprechen. Damit liegt DSAB I knapp hinter DSAB II.

In den beiden weiteren Gruppen belegen die Plätze eins und zwei, die zur Qualifikation für die Endrunde in Caorle (Italien) 2019 berechtigen, einmal Team Vispi (Italien) und Pk-Cuk (Slowenien) sowie das andere Mal das Derby Team (Italien) und das Team Croatia aus Kroatien an. Die Quotienten der beiden italienischen Mannschaften betragen jeweils 8,8.

Kommen wir zu den Ranking-Disziplinen, zu denen Damen- und Herren-Einzel 501 D.O. sowie das DYP 501 in der M.O-Variante, zählen. Die DSAB-Damen beeindruckten kolossal, vor allem der Sieg von Silvia Dolores Keller, die sich im Endspiel mit 2:1 Sets, das Entscheidungsset endete 3:1, gegen die Tschechin Horska Lenka zu behaupten wusste. Stefanie Lück, die sich zuvor auf der Finalbühne Silvia Dolores Keller mit 1:2 geschlagen geben musste, belegte Rang drei.

Zwei deutsche Damen auf dem Podium sind ein toller Erfolg. Michaela Mc Clain ergänzte die deutsche Phalanx mit Rang sieben.

Standen in Kosice noch drei DSAB-Männer im Herren Einzel auf der Finalbühne der besten acht, von denen mit Andreas von der Heyden als Sieger und Tim Rehberg als Dritter sogar zwei auf dem Podium standen, war dieses Mal kein einziger auszumachen.

Als bester Deutscher belegte Christian Soethe Rang neun. El Abbas El Amri und Tim Rehberg wurde auf Platz 13 geführt. Zu wenig!

Im DYP sorgte David Kramp mit dem Italiener Michel Furlani für Furore, als die beiden zusammen diesen Wettbewerb für sich entscheiden konnten.

Das alles wirkte sich wie folgt auf die Rankings aus: Bei den Herren liegt Andreas von der Heyden, der in Guadalajara im Herren-Einzel nicht über Rang 33 hinauskam, mit 10 700 Punkten hinter Drtil Pavel (Tschechin) auf Rang zwei. Drtil Pavels Vorsprung beträgt satte 4 200 Punkte, während Andreas von der Heyden den Atem des Italieners Michel Furlani im Nacken spürt, der ihm mit einem minimalen Rückstand von 500 Zählern folgt.

Tim Rehberg befindet sich mit 9 500 auf Rang fünf in Lauerstellung, während Christian Soethe mit 7 700 auf Rang acht, Zdravko Antunovic und Sascha Stein mit je 7 300 gemeinsam auf neun sowie El Abbas El Amri mit 7 100 auf elf überwintert. Damit nicht weniger als sechs Deutsche in den Top 11. Das lässt sich nicht nur sehen, sondern ist unübersehbar

Silvia Dolores Keller hat indes bei den Damen bis auf 300 Punkten auf die Führende Chiara Sarnari aufgeschlossen. Während die Italienerin 11 300 Punkzr aufweist, hat die Deutsche nun 11 000 auf ihrem Konto. Stefanie Lück nimmt aktuell hinter der amtierenden Europameisterin im Damen-Einzel, Mojca Muzic aus Slowenien, mit 7 100 Zählern Rang vier ein.  

Das Beiprogramm: Im Cricket am ersten Tag siegte El Abbas El Amri, der nur ein einziges Leg abgab, der sich jedoch fürchterlich darüber aufregte, dass er nicht auch noch das Warm-up 501 M.O. mitspielen durfte. Aber das war letztendlich gar nicht notwendig, denn der kurz zuvor bereits erwähnte David Kramp war schon vor Ort und avancierte auch hier zu Nummer 1, schließlich ist er ein Number One. Alles andere als ein leichter Spaziergang für David Kramp, der selbst Akteure wie Michel Furlani, der sich in Kosice im EDU Ranking Herren-Einzel noch mit Andreas von der Heyden ein erbittertes Finale geliefert hatte, ließ David Kramp unter sich auf dem Podium.    

Und was ist mit Sascha Stein, der zugegebener Maßen an seinem Lebenswerk baut? Stoin um Stoin! Auch in Guadalajara sprang der EM-Dritte im Herren-Einzel aufs Stockerl, und zwar als Primus im Lucky Loser - immer schön mit einem o schreiben, sonst macht es keinen Sinn. Wer etwas anderes behauptet, der hatte wohl Pflaumen auf den Augen oder war gar nicht vor Ort. Höchstens in Madrid! Also, ...   

... live aus Madrid unser Iberia-Korrespondent BM, der nach seinem Unfall bald wieder nach Hause kehren will. „Ich freue mich schon sehr auf Languna Beach! Danach schnappe ich mir Assad!"