Gründungsmitglied Karl-Heinz Kaiser verstorben

Karl-Heinz Kaiser ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Der Aufstellunternehmer aus Dörfles-Esbach ist in Sachen E-Darts ein Mann der ersten Stunde in Deutschland gewesen und zählt zu den Gründungsmitgliedern von VFS (Verein zur Förderung des Sportautomaten-Sports) sowie DSAB (Deutscher Sportautomatenbund).

Mehr als 30 Jahre bekleidete er im VFS das Amt des Schatzmeisters, im DSAB unter der Mitgliedsnummer 004000379 das des 2. Vorsitzenden. Bereits 1989 hatte der Darts-Pionier die Coburg-Frankenwald Liga zum Leben erweckt, die gerade in der aktuellen Saison noch einmal um ein paar Teams zulegen konnte.

Sein Engagement in den DSAB-Sportarten allein auf Darts zu reduzieren, würde ihm und der Sache nicht gerecht werden, denn er ist einer der ganz Wenigen gewesen, die sich um die ganz Bandbreite der sogenannten Compact-Sports gekümmert hatte.

Dazu zählte erst einmal Tischfußball, in der Fachsprache als Soccer bezeichnet, was er selbst wie aus dem Effeff beherrschte – mit all den hitzigen Gefechten, die dazugehörten – und bei dem er eine seiner hervorstechenden Eigenschaften bestens ausleben konnte: Leidenschaft!

Auch der Umgang mit dem Queue, sowohl im Poolbillard als auch Snooker, war ihm vertraut. In diesen beiden Billarddisziplinen hatte es der passionierte Sportsmann ebenfalls geschafft, einen Liga-Spielbetrieb im DSAB aufzubauen. Sein „Café Q Team" aus Coburg hatte sogar dem Sprung über den Ozean nach Las Vegas/Nevada geschafft und war beim Worldcup mit von der Partie gewesen.

Karl-Heinz Kaiser war jemand, der es immer wissen wollte. Er ging der Sache stets auf den Grund. Was manch einem vielleicht etwas zu langatmig oder zu umständlich erschien, war für ihn ganz essentiell. Er lotete alles akribisch aus, tüftelte an allem herum, hatte dabei aber unentwegt ein Ziel vor Augen und fand getreulich (s)einen Weg. Unbeirrbar! Egal wie steinig, steil oder unübersichtlich sich der Weg offenbaren sollte, für ihn war Umkehr oder Aufgabe keine Option. Entschlossen, an sich glaubend, hoch motiviert blieb er sich stets treu.

Die Bezeichnung Frontier, Grenzgänger, verkörpert seinen Lebensweg bestens. Neuem immer aufgeschlossen, Chancen gerne voll ausschöpfend und sich selbst immer wieder vervollkommnend. Sein Leben gestaltete sich als ein Prozess der ständigen Weiterentwicklung. Die Einsicht, dass der Weg das Ziel sei, traf auf ihn vorbildlich zu.

Das heißt allerdings nicht, dass es in seinem Leben keine Konstanten gegeben hätte. Die wichtigste war seine Familie, die ihm immer heilig war und als deren Beschützer er sich sah.

Karl-Heinz Kaiser verdiente sich im VFS und DSAB großen Respekt als wertvoller Ideengeber – einerseits; andererseits war er in der Lage, ordentlich zuzupacken. Theorie ohne konsequente Praxis machte für ihn schlichtweg keinen Sinn.

„Wir werden ihn vermissen “, so Michael Hümpfner, der VFS-Vorsitzende und über 30 Jahre lang sportlicher Wegbegleiter von Karl-Heinz Kaiser.