Grenzland-Cup grenzenlos erfolgreich

Der diesjährige Grenzland-Cup am vergangenen Wochenende kam einer Eruption glich. Alles, was vorher galt, wurde förmlich pulverisiert. Ein positiver Schock, der seinesgleichen sucht.

La Bomba schlug wie eine Bombe ein ...
... die Auffasung vertrat auch Turnierleiter Achim Lintzen
Jörg Mitterlehner beladen
Matheus Ziolkoeski
Altmeister, die immer Darts-jung bleiben: Achim Lintzen gratuliert Dirk Cormann
Patrick Esper und Tobias Höntsch plus Figen Winter
Figen Winter ganz allein
Achim Lintzen und der 31. Grenzland-Cup außer Rand und Band
Siegerehrung DSAB Damen-Einzel als Prolog zur abschließenden d'Art Performance
Zuschaustellungen solcher Art sind wir eher in der Südkurve der Utras gewohnt. Nun auch auf dem Darts-Podium? Mann, oh Mann ...
Vis-á-vis
Marene Westermann und Silke Klingler
Die Breuers schaffen neue Verhältnisse
Profis unter sich: Kevin Münch und Achim Lintzen
Das Podium der DSAB-Amateure
Dritte im Sonntags-Mixed: Die Kölner Anita Sarac und Alexander Lübbe
Die Besten im Mixed: Karsten Koch und Sarah Brühbach, etwas im Abseits, aber sechs Darts hatte eben Karsten Koch aufs Parkett gelegt
Michael Sommerfeld - wohin geht er?
Weg! Wandte sich der Bergheimer Gast mit Grausen? Sabine Hallstein konstaniert. Geht Micheal Sommerfeld wirklich zur Kölner Avangard-Bühne, um experimentelle Darts-Musicals zu inszenieren? Es wäre ein schmerzlicher Verlust für den Darts-Sports, allerdings ein außerordentlicher Zugewinn für die d'Art-Szenerie. Sein Angent ging nicht ans Telefon

Grenzland-Cup erfindet sich neu

Dass der Grenzland-Cup am 3./4. März in der Festhalle Birkesdorf zum 31. Mal aufgelegt worden ist, beeindruckt per se. So etwas nennt man Geschichte im historischen Sinne. Dass sich der Grenzland-Cup an diesem Wochenende einer nie zuvor gekannten Popularität erfreute, ist der beste Beleg einer pulsierenden Vitalität, die die aktuelle Gegenwärtigkeit bestimmt.

Der Grenzland-Cup zeigte sich so jünger denn je. Ganz unabhängig davon öffnete er Raum für sportliche Bestleistungen, die einmalig oder zumindest neuwertig gewesen und ganz besonders mit den Namen Sarah Brühbach, Vanessa und Frank Breuer, Bruno Dwornik, Patrick Plötz und Daniel Unger verbunden sind.

Textaufgabe

Wenn sich im ersten Offenen-Doppel am Samstag 84 Teams, sprich 168 Akteure, anmelden, am Sonntag zu diesem Wert in der adäquaten Disziplin eins beziehungsweise zwei addiert werden muss, 70 Pärchen (!!!) am Samstag das Mixed begatten und sich selbst zum Abschluss am Sonntag nochmals 48 Pärchen im Mixed herausfordern, Turnier-Chef Achim Lintzen zwischenzeitlich 127 Akteure im größten Einzelwettbewerb annonciert, wie viele Teilnahmen ergibt das summa summarum für das gesamte Turnier?

Jetzt sind Sie dran. Richtungsweisender Hinweis: Das Alkoholfreie hat 3,40 Euronen gekostet, zugegeben nicht wirklich ein Tipp für Sie, aber die Außentemperatur hat bei 52,3 Grad Fahrenheit gelegen! Nun?

„La Bomba“ bombig

Stürzen wir uns mitten ins Getümmel, beispielsweise ins Offene Einzel 501 D.O., in dem 127 um den Sieg wetteiferten und sich die beiden Nationalspieler Jörg Mitterlehner (Moers) und Christian Soethe (Lünen) hinter dem Bergheimer Patrick „La Bomba“ Plötz einordnen mussten, der im Finale seinem Widersacher Christian Soethe mit 2:0 und 2:0 förmlich wegfegte, dabei im jeden Leg 180 scorte und seine vier Legs zwischen 14 und 21 Darts beendete. „Es lief richtig gut bei mir!“, freute sich „La Bomba“ noch Stunden nach seinem phantastischen Sieg.

Silvia Dolores Moos vor Marene Westermann

Switchen wir hinüber zu den Frauen. Zum letzten Match waren im Damen-Einzel 301 M.O. Marene Westermann (Reken) und Silvia Dolores Moos (Wilnsdorf) verabredet gewesen. Kurzes-intensives Treffen, weil a) ein gutes Spiel und b) Silvia Dolores Moos schnell ihre zwei Legpunkte zum 2:0 Erfolg zusammen hatte. Als Dritte tauchte Silke Herzog aus Eschweiler wieder einmal auf.

C+B-Held: Rene Schuller

Rene Schuller war der Held des Tages im C+B-Einzel 301 S.O., in dem er im Endspiel Alessandro Spano (Marpingen) im 114 starkem Mann/Frau-Feld besiegte. Andreas Scheibel setzte sich als Dritter in Szene.

Bester im Jugend-Cup: Luca Weitz

Bei den Youngstern gefiel Luca Weitz (Grevenbroich) besonders, der sich als Bester dieses Wettkampfes erwies. Marc Nickoll (Aachen) belegte Rang zwei. Jenny Lintzen aus Alsdorf kam nicht nur auf Platz drei, sondern präsentierte sich zudem als bestes Mädchen und hatte außerdem auf der Gewinnerseite den späteren Gewinner bezwingen können.

Sowohl Christian Becker und Marc Ossenkopp ...

Dann haben wir zum Beispiel noch drei Doppel anzubieten. Im DSAB C+B spielte sich alles im 301 S.O.-Modus ab. Christian Becker (Neukirchen) und Marc Ossenkopp (Illingen) machten das Rennen. Von der Gewinnerseite kommend besiegten die Saarländer aus Püttlingen und Fechingen im Endspiel Tobias Schardt und Kevin-Andreas Klos. Alessandro Spano und Sascha Wolf aus Marpingen beziehungsweise Ottweiler waren für Rang drei gut. Damit stand Alessandro Spano zum zweiten Mal an diesem Tag auf dem Podium.

... als auch Stefan Stoyke und Christian Soethe

Das DSAB Herren-Doppel 501 D.O. sah Stefan Stoyke (Barßel) und Christian Soethe (Lünen) vorn, die im letzten Spiel dieses Wettbewerbes gegen Jörg Mitterlehner (Moers) und Karsten Koch (Brüggen) mit 2:1 die Oberhand behielten. Christian Soethe setzte mit 18 Darts den Schlusspunkt.

Damit ergab sich folgende Reihenfolge: Stefan Stoyke/Christian Soethe Erste, Jörg Mitterlehner/Karsten Koch Dritte. Erklärung: Der zweite Rang ging an David Michael und Patrick Glaser – beide aus Heinsberg – die am Sonntag nicht mehr zum Finale antraten.

… wie außerdem Markus Floh/Bruno Dwornik siegreich

Im Offenen-Doppel 301 M.O. überraschte das Podium allseits und sehr sympathisch. Während Michael Schwarz (Alsdorf) und Patrick Plötz (Bergheim) Rang drei belegten, standen im Endspiel nix Christian Soethe/Stefan Stoyke (Lünen/Barßel) und nix Karsten Koch/Jörg Mitterlehner (Brüggen/Moers), die allesamt von Michael Schwarz/Patrick Plötz „vernichtet worden sind“, wie Michael Schwarz schmunzelte, sondern war mit Michael Vossen/Matheus Ziolkowski (Stolberg/Eschweiler) sowie Markus Floh/Bruno Dwornik (Düren/Brohl) bestens bevölkert, wobei Markus Floh/Bruno Dwornik über die Verliererseite mit Vollgas ankamen und sich mit verschärftem Tempo zum 2:1 und 2:1 Sieg hievten.

Marene Westermann und Stefan Stoyke

Im Finale des Mixeds 301 M.O. kämpften schließlich Marene Westermann (Reken) und Stefan Stoyke (Barßel) gegen Figen Winter (Eschweiler) und Dirk Cormann (Eschweiler) gegeneinander. Für das 1:0 zeichnete Stefan Stoyke mit seinem ersten Checkdarts auf T18, für den Ausgleich Dirk Cormann mit einem 101er Finish und für den Sieg Stefan Stoyke mit 15 Darts verantwortlich. Morena Wolf (Düsseldorf) und Christian Soethe (Lünen) platzierten sich als Dritte.

Daniel Unger packt’s

Im ersten Finale des Sonntags, also im DSAB Herren-Einzel 301 M.O., standen sich Daniel Unger (Höhr-Grenzhausen) und Steven Luhr (Ochtendung) gegenüber. Das 1:0 sicherte sich Steven Luhr mit 16 Darts, nachdem er 133 für Rest 60 gescort und sein Gegenüber ein 142er Finish verpasst hatte. Daniel Unger glich nach 100 mit 17 Darts aus, eroberte sich mit 11 Darts (10 auf der Hand) die 2:1 Führung und machte den Sieg nach einem verfehlten 119er Finish mit 13 Darts perfekt. Helge Kamperhoff aus Lebach errrang Platz drei. 

Daniel Ungers erster Amateur-Sieg nach seinem Einstieg in die Tour beim Pütz-Cup in Troisdorf mit Rang 33 und dem dritten Platz bei den Bavaria Open.

Sarah Brühbachs erster DSAB-Einzel Triumph

Die erste Finalistin im DSAB Damen-Einzel 301 M.O. hieß Sarah Brühbach, die sich beim Spiel ums Endspiel auf der Gewinnerseite mit 3:1 gegen Jenni Köster (Brilon) behauptet hatte. Die Siegerin benötigte 15, 10 und 26 Darts, spielte nach einem 95er Score ein 82er Finish im ersten Leg und haute im zweiten Leg ihren ersten Checkdarts sofort in die T20. Jenni Köster gefiel indes im dritten Leg mit 17 Darts zum 1:2.

Den zweiten Finalplatz machten Jenni Köster (Brilon) und Morena Wolf (Düsseldorf) untereinander aus. Letztgenannte gewann 2:0.

Das Finale endete 3:2 für Sarah Brühbach. Sie scorte dreimal 100, einmal 122, finishte mit 15, 16 und 17 Darts und ihr vierter Matchdarts fand sein Ziel. Morena Wolf spielte dagegen 15 und 11 Darts mit einem 80er Finish, scorte zweimal 121, einmal 100 und verpasste ein 136er sowie 105er Finish und besaß selbst drei Matchdarts.

Marene Westermann zum Zweiten, Silke Klingler zum Ersten

Marene Westermann (Reken) und Silke Klingler (Wuppertal) gewannen das Damen-Doppel 301 M.O. - entscheidend war der kämpferische 2:1 und 2:1 Einsatz im Finale über Sarah Brühbach (Weißenthurm) und Angela Gauden-Haber (Netpfen), während Petra und Sarah Lennert aus Essen als Dritte auf sich aufmerksam machten.

Kevin Münch meistert seinen ersten Masters-Auftritt

Unentschuldbar, aber fröhlich-frei zugegeben, ging der Wettbewerb DSAB Herren-Einzel Masters 501 D.O. etwas in den Wirren der Parallelität und der multiplen Leistungsshow des diesjährigen Grenzland-Cups unter, aber die entscheidenden Fakten haben wir für sich nach dem Besuch des besten Italieners in Birkesdorf natürlich sichern können.

Der erste Auftritt von Kevin Münch (Bochum) auf der Tour 2018 bescherte ihm den ersten Sieg im Masters-Einzel. Platz zwei sicherte sich Stefan Stoyke (Barßel), während sich Tobias Höntsch (Hattersheim) als Dritter in der absoluten Spitze etablierte.

Die Breuers können noch viel mehr

Das Offene-Doppel 301 M.O. verlief insgesamt etwas holprig, wofür die letzten vier am allerwenigsten konnten. Wer waren diese? Einmal Christian Soethe (Lünen) und Stefan Stoyke (Barßel), das andere Mal Familie Breuer, ergo das Ehepaar Vanessa und Frank Breuer aus Völklingen. Christian Soethe/Stefan Stoyke haben in der Tat schon reichlich gewonnen. Allerdings gleichfalls verloren. Auch Endspiele. Gewonnen und verloren, nichtdestotrotz personifizieren sie das absolute Qualitätsmerkmal im Doppel schlechthin.

An diesem denkwürdigen Abend des Grenzland-Cups scheiterten sie an den Breuers, denn die können es auch. Mit einem 140er Check und 9 Darts markierte Stefan Stoyke zwar das 1:0, dann kam allerdings Frank Breuer richtig in Fahrt und spielte 10 Darts zum Einstand und 11 Darts zum Matchgewinn. Großartiger Erfolg der Familie Breuer. Der erste Sieg im Offenen-Doppel in der Geschichte der Tour, an der sowohl eine Frau als auch ein Mann beteiligt gewesen sind. Respekt! 

Karsten Koch kocht ab

Wie so oft dauerte das Ende im Mixed-Wettbewerb 301 M.O. etwas länger als die anderen Wettbewerbe. Ein bisschen! Kaffeeklatsch, Sabine Hallstein (Köln) und Michael Sommerfeld (Bergheim), klatschte koffeinummantelt alles weg, was so des Turnierweges auf der Loser-Side daherkam. Besonders pflichtbewusst zeigte sich Michael Sommerfeld, wenn Highfinishes oder Shortlegs vonnöten waren.

Nachdem Kaffeeklatsch das Kölner Zweigespann Anita Sarac und Alexander Lübbe beim Spiel ums Finale 2:0 dominiert hatte, traf frauman sich mit Sarah Brühbach und Karsten Koch (Brüggen). Nochmals nachdem Karsten Koch ein 6-Darter mit einem 168er Finish zum 1:0 serviert hatte, standen die Zeiger auf ex und hopp. Pustekuchen! Mit einem 141 Finish im zweiten Leg meldete sich Michael Sommerfeld zu Wort, der im dritten Durchgang acht Darts auf der Hand besaß, höflich und zuvorkommend als Kavalier alter Schule wartete er erst das verpasste 139 Finish seiner Partnerin ab, um dann selbst das Heft in die Hand zu nehmen.

Im Entscheidungsset kühlte der Kaffeeklatsch jedoch kontinuierlich ab. Wir vergessen das erste Leg, um dann den 8 Darts von Karsten Koch nach einer 171er Eröffnung zum Turniersieg lautstark zu applaudieren.

Kunst schlägt Sport

Wer hätte das gedacht?! Dieser verbale Auswurf ist nicht nur eines Frage-, sondern zudem noch eines Ausrufezeichens würdig. Allemal!! Auch wenn das Mixed 301 M.O. mit spielerischen Highlights wahrlich zu glänzen wusste, lief ihr die d'Artperformance - verstanden als Dialog der kosmisch-multiplen lautmalerischen Konfrontation mit der sportlichen Kleinbürgerlichkeit – den Rang ab. Ein formvollendetes Kunst-Happening, in dem wir im überlauten Ticken der Uhr den Hohn der Lichtjahre auf die Spanne des eigenen Daseins vernehmen konnten.

Die Perkussion-Artists beeindruckten nicht nur durch ihre äußerst präzisen Einsätze, sondern auch durch ihre ungewöhnlichen Instrumentalisierungen, die allseits überraschende Wirkungen auslösten.. Ein absolutes Highlight in der Geschichte der Tour!

Die zartfühlende Persiflage auf den Filmklassiker Zwölf Uhr mittags durch die neuzeitliche Interpretation Zwölf Uhr nachts war weit mehr als ein Bonmot, so der Bonvivant der Sport-art-Szenerie. Biite meer dafon …

Das wäre der Epilog gewesen ...

... wenn nicht noch ein Prolog anstehen würde. Pflichtbewusst meistern wird das gern, denn bereits am Freitagabend standen drei Wettbewerbe an: C+B-Einzel 301 M.O. und A-Einzel 501 D.O. für Grenzländer-Ligaspieler sowie ein Offenes-Einzel 501 D.O.!

Die drei Ersten im C+B mit 68 Teilnehmern hießen Andreas Paul (Düren), Ramon Olbrich (Aldenhoven) und Bernd Schwickert (Aldenhoven). Im A-Einzel sortierten sich im 46 Mann starken Feld Veit Smolarek (Langrwehe) als Zweiter und David Tillmans (Eschweiler) als Dritter hinter dem Sieger Markus Gürthn (Vettweiß) ein. Im Offenen-Einzel dominierte Paulo Ferreira (Heinsberg) die Konkurrenz des 38er Feldes. Zweiter wurde Wolli Pelzer (Kerpen) und Totti Hohn (Düren) Dritter.

Der Kreis als solcher schließt sich grenzlandwertig

Die eingangs gestellte Frage legt dem geneigten Leser die Antwort bezüglich der Teilnahmen förmlich in den Mund, und so schmettert er diese ungezügelt in die Welt des Darts-Sports hinaus: 1 527! Ein Wahnsinn!

Dieser impliziert nicht nur eine neue persönliche Bestleistung des Grenzland-Cups, die die alte Rekordmarke förmlich pulverisierte, sondern katapultiert den Grenzland-Cup in der Ewigen Bestenliste aller Tour-Events hinter den Bavaria Open 2018 sowie den Niederrhein-Open 2011 an die dritte Stelle! Das ist in der Tat ein Ausrufezeichen mehr wert!!

Eine Glanzleistung, auf die alle-alle stolz sein dürfen, insbesondere der Frontmann der Grenzland-Liga Achim Lintzen mit seiner unermüdlichen Crew, die auch dieses Turnier durch die hohen Wogen sicher schipperten. Chapeau!