Ein Tag im Leben des Bavaria-Darts

Die 1. Offenen Südbayrischen Meisterschaften in Rosenheim feierten eine imposante Premiere. Ein imponierender Stepp in die richtige Richtung, auch weil man nicht zu viel auf einmal wollte. Die Spielerschaft zeigte sich begeistert in einem schönen Ballhaus in bester Darts-Atmosphäre.

Masters-Einzel mit Franz Rötzsch, Bruno Stöckli und Fabian Maier - und nicht zu vergessen Helmut Winkler
Das Ballhaus inside
Zweifachgewinner Bruno Stöckli
Liga-Siegerehrungen ...
... traditionell mit der "roten Laterne", ...
... ausgeprägt guter Stimmung, ...
... und herzlich(st) moderiert
Ein weiterer Höhepunkt war die Verlosung zweier MoM-Lizenzen 2020
Beste Spielbedingungen
Siegerehrung Offenes-Einzel
Helmut Winkler gratuliert dem Winner und Runner-up im DSAB Damen-Einzel
Die Atmosphäre weiter auf einem Hoch
Ralf Kaul ehrt den Jüngsten der Veranstaltung
Weitere Liga-Siegerehrungen
De Andan
Fabian Maier
Wer weiß denn sowas, dass es sowas in Rosenheim Après-Darts gibt
Winterlich eingebettet
Mittendrin das Ballhaus outside ...
... inside ...
... und im Zentrum der Matchmaker Winkler
Leaving Rosenheim. Hoffentlich gibt es ein Wiedersehen

Darts am Ende Deutschlands

Viel Deutschland kommt nach Rosenheim nicht mehr. In sportlicher Hinsicht erlangte Rosenheim über seine Grenzen hinaus durch die SB Rosenheim, den ehemaligen Deutschen Eishockey Meister, Popularität, wobei die Initialen SB – aufgepasst(!) – für „Star Bulls“ standen. Also, in der guten alten Zeit, in der alles anders, jedoch nicht unbedingt besser war.

Vor 25 Jahren fing alles an

Anno dunnemals flogen eben auch noch keine E-Darts Pfeile durch die oberbayerisch geschwängerte Luft. Trostlos! Das kam erst später, aber bereits Mitte der 90-er Jahren war es dann soweit. Ein Vorreiter war die DSAB Bavaria-Liga. Heute spielen dort rund 100 Teams in siebzehn Ligen, in der Spielzeit 2019/II wurden exakt 102 gezählt. Vor gut 20 Jahren wurde auch ein VFS-Turnier veranstaltet, was aber leider total in die Hosen ging, da sich die Turnierleitung primär in der Nähe der Theke aufhielt, wie Bavaria-Chef Ralf Kaul heute mit einem Lächeln kommentieren kann.

Ständig von Helmut Winkler motiviert, um den Ausdruck „systematisch und pausenlos bearbeitet“ geschmeidig zu umgehen, wieder ein Turnier in der VFS/DSAB-Löwen Tour aufzuziehen, erlag Ralf Kaul schließlich dem Drängen. Gut so, Helmut!
 
Der Winkler-Motor

Wer ist nun wieder dieser Helmut Winkler? Erst einmal ein guttönendes Sprachrohr in Sachen Darts, einer, der Darts mag und der, wenn er „Alle Neune“ ausruft, nicht ans Kegeln denkt, sondern an die Anzahl der Liga-Teams in seiner Gaststätte „Double in“ in Bad Tölz, wo einst der Bulle kommissarisierte. Im „Double in“ treiben Mannschaften wie Alpenpiraten, Gremlins, Voi Danebn, Geier I, Da bläde Oansa!, Dart Eagles, Blaue Engel, DC Firebirds und Andrea`s Buam ihr Darts-Wesen.

Was die Anzahl der Teams betrifft, wird das „Double in“ nur noch von der Darts-Herberge „9 Dart’s“ direkt in Rosenheim um eine Crew überboten, wo alles unter der Regie von Davor „Duffy“ Felber läuft beziehungsweise wirft. Und nun mitten hinein ins Ballhaus von Rosenheim:

Bruno Stöcklis erster Sieg

Das Offene-Einzel 301 M.O. überraschte mit nicht weniger als 83 Teilnehmenden, was nichts anderes auf Neudeutsch aussagt, dass nicht nur Herren, sondern auch Damen mit von der Partie waren, wie Karin Lorenz, die auf Rang 17 klettern konnte, Ilka Löbert auf Rang 25 sowie Bianca Bianca Michalczyk auf Position 33, die besten drei Frauen, ferner Stefanie Jung, Sylvia Polz, Bettina Gerauer, Steffi Wagner, Marion Erhart, Nadja Mitschke, Susanne Erler und Tanja Guski. 

Aus dem Reigen aller blieben am Ende Fabian Maier und Bruno Stöckli übrig, die den Turniersieg untereinander ausmachten. Mit 2:1 gelang Bruno Stöckli nicht nur der Setausgleich, sondern mit dem gleichen Resultat sogar der Turniersieg. Mika Helbig platzierte sich als Dritter. 

Melanie Ribenyi gegen Bianca Michalczyk

Melanie Ribenyi und Bianca Michalczyk stießen beim Spiel ums Finale im DSAB Damen-Einzel 301 M.O. auf der Verliererseite aufeinander. Melanie Ribenyi legte das 1:0 mit 18 Darts vor. Einerseits. Andererseits egalisierte Bianca Michalczyk mit 17 Darts und entschied anschließend mit 18 Darts die Begegnung zu ihren Gunsten, nachdem ihr vierter Matchdarts unbeirrt und erfolgreich sein Ziel angesteuert hatte.

Melanie Ribenyi glänzte zudem mit einem 92 er Finish und scorte mit 108 einmal dreistellig. Bianca Michalczyk höchster Score betrug dagegen 132.

Ilka Loebert gegen Bianca Michalczyk

Damit belegte Melanie Ribenyi Rang drei, während sich Bianca Michalczyk nun im Endspiel mit Ilka Loebert, dem „Underdog", das prangtete jedenfalls groß auf ihrem Shirt, Understatment pur, denn bis dahin ungeschlagen, auseinandersetzen musste.

Die Partie gliederte sich in drei Phasen. In der ersten dominierte Bianca Michalrzyk das Geschehen und ging mit zweimal 18 Darts 2:0 in Führung. Die zweite Phase stand ganz im Zeichen des Underdogs, sprich Ilka Loebert, die nach 140 und einem verpassten 112er Finish mit 13 Darts verkürzen und mit 19 Darts in der Folge ausgleichen konnte, allerdings besaß Bianca Michalczyk 9 Darts auf der Hand und verballerte nicht weniger als sieben Matchdarts.

Das Entscheidungsleg spitze sich schlussendlich zu einem Nervenkrieg um die D1 zu. Erst Bianca Michalczyks fünfzehnter Pfeil auf D1 fand sein Ziel, bei ihrer Gegnerin waren es ein paar weniger. Schnee von gestern. Was bleibt, ist der siegreiche Erfolg von Bianca Bianca Michalczyk - und das wusste keiner besser als ihre jubelnde Fangemeinde.

Santino Helbig Erster, Zweiter Benjamin Wolf

Bei den DSAB Amateuren im 301 M.O. glich das erste Spiel ums Final sowie das selbige einem Spiegelbild, denn die beiden Hauptakteure hießen in beiden Fällen Benjamin Wolf und Santino Helbig. Aus ihrem ersten Aufeinandertreffen ging Santino Helbig mit 2:1 als Gewinner hervor.

Nach 140 brachte ihn ein 90er Finish 1:0 in Führung. Mit 12 Darts glich Benjamin Wolf aus. Im Entscheidungsleg verfehlte erst Benjamin Wolf ein 120er Finish mit zwölf Darts, in der Folge verpasste sein Widersacher ein 110er Finish, doch sein Pfeil Nummer 13 fand in D6 sein Ziel.

Auch die finale Widerauflage dieser Partie präsentierte sich ansprechend. Das 1:0 markierte dieses Mal Benjamin Wolf. Leider konnte er seine 140 für Rest 60 in der vierte Runde nicht gleich nutzen, um in Führung zu gehen, sondern benötige dafür insgesamt elf Darts. Im nächsten Leg hatte er nach 140 elf Darts auf der Hand, aber Santino Helbig sicherte sich nach 117 mit 13 Darts das Leg. Nach 123 und einem 92er Finish erhöhte Santino Helbig mit zwölf Darts auf 2:1, um nach 133 seinen zweiten Matchdarts zum 3:1 Sieg mit insgesamt 11 Pfeilen zu nutzen.

Andi Hahn kam auf Rang drei und ließ 73 weitere Players hinter sich.

Spion gegen Spion

Was schätzen Sie, wieviele Spieler sich für den Amateur-Wettbewerb angemeldet hatten? Überraschung: 76! Ein imponierendes Ergebnis, auf das die Ausrichter der Südbayrischen besonders stolz sein dürfen, zumal es sich vorwiegend um eine regionale Spielerschar gehandelt hat. Jetzt darf man jedoch in Zeiten, in denen Verschwörungstheorien einen Hype haben, nicht so tun, als ob sich alles mit rechten Dingen zugetragen hat.

Nichtsdestotrotz von den 76 Akteuren ist nicht ein einziger Masters-Spieler ausfindig zu machen gewesen. Potztausend! Und man kann das nachprüfen: Ergebnisliste mit der Mastersliste vergleichen! Aber so einfach ist es eben nicht, denn es gibt immer irgendjemanden, irgendwo, der das besser zu wissen meint. Eben Verschörungstheoretiker, da zählen keine Fakten oder nüchterne Zahlen. Da zählt nur das eigene Glaubensbekenntnis!

Für alle, die jetzt hier auf dem Schlauch stehen, nebst den VTs, zur Erklärung. Es wurde nämlich behauptet, bei den Bavaria Open hätten sich Masters-Spieler bei den Amateur-Wettbewerben eingeschrieben. Dem war nicht so! Nachgewiesenermaßen.             

Fabian Maier, Franz Rötsch oder Bruno Stöckli

Das erste Spiel ums Finale entschied Franz Rötzsch gegen Darts-Kumpel Fabian Maier sicher 3:0, dafür benötigte er 14, 17 und 18 Darts.

Auf der Verliererseite gewann dagegen Bruno Stöckli sein Spiel von 4 auf 3 gegen den Joker Chris Schäffer mit 2:0 in Verbindung mit einem 87er (17/T20/D5) und einem 78 er Finish mit 18 Darts. Anschließend ging es für Bruno Stöckli gegen Fabian Maier um das zweite Match um den Einzug ins Finale weiter, in dem sich Bruno Stöckli 2:1 behaupten konnte.

12 Darts zum Matchgewinn

Im ersten Leg scorte Bruno Stöckli 180 und 121, busted(te) in Round five und entschied den ersten Durchgang mit 18 Darts. Nach 102 für Rest 40 tarierte Fabian Maier mit 20 Darts das Spiel aus. Im Entscheidungsleg glänzte Bruno Stöckli wie folgt mit 12 Darts zum Sieg: 180, 100, 60, 161! Beifall rundum um die Finalbühne.

Franz Rötzsch versus Bruno Stöckli

Das Endspiel. 1:0 für Bruno Stöckli, 1:1 sowie 2:1 und 3:1 Führung für Franz Rötzsch. Bruno Stöckli verkürzte anschließend auf 2:3, egalisierte das Match und siegte schlussendlich 4:3.

Bruno Stöckli benötigte 17, 17, 15 und 19 Darts, Franz Rötzsch indes 17, 23 und 16. Bruno Stöckli scorte zwölfmal dreistellig von 100 bis 140 und glänzte mit einem 127 Bulleye-Finish. Franz Rötzch scorte siebenmal dreistellig von 100 über 171 bis 180 und hatte selbst 18 Darts zum Matchgewinn auf der Hand.

Franz Rötzsch + Fabian Maier = Sieg

Diamentral zu vielen anderen Turnieren der VFS/DSAB-Löwen Tour begannen die Südbayrischen mit einem Einzel- und endeten mit einem Offenen-Doppel 301 M.O.-Wettbewerb. Warum nicht?! Während das Offene-Einzel mit 87 Teilnehmern*innen gefiel, kamen beim Offenen-Doppel nochmals 94 Akteure zusammen. Ergo, die stärkste von den fünf angebotenen Disziplinen. Also, nichts falsch gemacht!

Hatte es bis dahin weder für Franz Rötzsch (einmal Zweiter), noch für Fabian Maier (einmal Zweiter, einmal Dritter) zum Sieg gereicht, holten die beiden unter dem Label „Die Maschine und sein Klemptner" diesen mit vereinten Kräften als Doppelgespann nach. Im Endspiel besiegten die beiden „Marco und seine Bremse", alias Marco Misof und Ricardo Pietreczko. Auf dem dritten Rang landeten Eisi + Dafano. Für Eisi alias Alex Eisgruber können wir uns verbriefen, über „Dafano" wissen wir nicht mehr als Dafano! 

Zwei Seiten, eine Goldmedaille

Fazit: Die 1. Offenen Südbayrischen Meisterschaften werden wahrscheinlich, höchstwahrscheinlich sogar, die rote Laterne im Ranking der erfolgreichsten Turniere am Ende der VFS/DSAB-Löwen Tour 2020 in Empfang nehmen müssen, wenn denn überhaupt eine verliehen werden würde.  

94 Teilnehmer im Offenen Doppel, 83 im Offenen-Einzel, 76 im DSAB Amateur-Einzel, 47 im DSAB-Masters und 27 bei den DSAB-Damen ergibt zusammen 327 Teilnahmen. „So absolut dieses Ergebnis auf der einen Seite ist, so relativ stellt es sich auf der anderen dar", urteilte Bernd Molkenthin als Beobachter der Rosenheimer Darts-Ereignisse, wobei wir noch kurz bei der Summe von 76 DSAB Amateuren verharren wollen.

76 DSAB Amateure

In dieser Tour-Spielzeit sind bis heute neun DSAB Herren-Einzel Amateure 301 M.O.-Wettbewerbe ausgetragen worden, lediglich der 1. Offene MSP-Cup und der 18. Offene Pütz-Cup haben jeweils bei ihrer Samstag-Ausgabe diesen Wert mit 97 beziehungsweise 84 überbieten können. Da haben sich die Südbayrischen schon einmal einen lauten Extra-Beifall verdient.  

Mia san mia

Aber nicht nur in diesem Zusammenhang. Denn das Turnier ist in jeder Hinsicht ein voller Erfolg gewesen. Es wurde eine Veranstaltung präsentiert, die gleich bei ihrer Premiere total zu überzeugen vermochte. Das Turnier war kein kleinkariertes Neben-, sondern ein großes Miteinander, dominiert von südbayrischen Darts-Spielerinnen und Spielern.

Dahoam is Dahoam

Es befanden sich zwar nur fünf Disziplinen im Angebot, aber die Bavaria Liga-Ehrungen, bei der jedes (!) Team, das 2019/II teilgenommen hatte, ausgezeichnet worden ist, verliehen den 1. Offenen Südbayrischen Meisterschaften ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl, dieses wurde nochmals gepowert, indem nicht nur die ersten drei der fünf Turnierwettbewerbe auf der Bühne belobigt worden sind, sondern immer alle, die ein Preisgeld erhalten hatten.

Die Jungs machen einen prima Job

Time was on the side der Südbayrischen, was nicht impliziert, dass das Turnier schleppend verlief, ganz und gar nicht. Marco Misof aus Salz, der über den Bundesliga-Spieltag in Geraberg den Weg nach Rosenheim fand, lobte uneingeschränk : „Die Jungs machen hier einen prima Job!" - und der weitgereiste Turnierspieler, weiß nach 51 Tour-Turnieren, an denen er bisher teilgenommen hat, wovon er spricht!

Das letzte Wort gebührt aber der Stimme der Südbayerischen, denn was folgt, ist ein Versprechen: „Nach dem Event ist vor dem nächsten Event!", so Helmut Winkler, der zudem voll des Lobes für das 100-prozentig funktionierende Turnier-Team war. Und wo er recht hat, hat er recht!