Ein Darts-Meeting mit Höchsttrefferrate

Die VFS/DSAB-Löwen Tour rollt wieder. Am ersten Wochenende im neuen Jahrzehnt ist es wieder geschehen. Der Auftakt präsentierte sich wie ein krachendes Feuerwerk mit der Superrakete von 91 Masters-Spielern. Das waren aber noch lange nicht alle und schon gar nicht längst alles.

Jay-Jay und Michaela Mc Clain
Horst Mempel und Jens Kniest ...
... das Drum herum
Phil Töngli und Christian Schmidt
Looser Porno-Star
Nico Kurz
Stefan Stoyke
Michael Sommerfeld
Jens Kniest
Janine Wagener
Alles eine Frage der Perspektive

Kracher

Böller, Feinstaub – dem Deutschen bot sich Silvester eine prallvolle, aber wenig geistreiche Diskussion. Ende offen. Nur drei beziehungsweise vier Tage später konnte man den nächsten Kracher hautnah erleben - ohne Feinstaub, ohne Diskussionen. Beinharte Argumente verhinderten jegliches Palaver. Beobachtet beim Auftakt der VFS/DSAB-Löwen Tour ins Jahr 2020.

Wo, wie, was

Wo? In Ludwigshafen. Geht’s etwas genauer? Im BSC Clubhaus! Warum? 18. Offenes Ludwigshafener Darts-Meeting! Ausrichter? Horst Mempel! Ihn auf die Funktion des Ausrichters zu reduzieren, wird der Sache und insbesondere seiner Person nicht gerecht. Gastgeber hört sich nicht nur besser an, sondern trifft des Pudels Kern ins große Herz.

Schwarzer Rand ...

Horst Mempel ist ein wahres Urgestein der deutschen Darts-Szene. „Schwarzer Rand“ hat sich längst als Qualitätsbegriff gemausert. Unter diesem Label starten all seine Teams im DSAB-Ligaspielbetrieb und das seit 25 Jahren, sprich 50 Saisons.

... goldene Mitte

Auf dieses Jubiläum wollen wir uns jetzt jedoch gar nicht fokussieren., sondern erst einmal das Darts-Meeting thematisieren. Dieses Turnier unterscheidet sich insofern von allen anderen VFS-Veranstaltungen, als es sich lediglich als ein eineinhalbtägiges Turnier präsentiert, auch nicht Samstag/Sonntag, sondern freitags/samstags.

Prolog

Der Freitag gleicht einem Prolog, der erst abends beginnt, kompakt und hurtig über die Bühne huscht und zudem als Warm-up der gesamten Tour 2020 funktioniert und insbesondere ein Angebot an die heimische Spielerschaft darstellt. Der Samstag zieht sich etwas länger hin, besonders dieses Mal, weil ein gewisser Stefan Stoyke aus Weißenthurm wie ein Derwisch in drei Wettbewerben auf der Verliererseite tobte und einfach nicht zum zweiten Mal verlieren wollte.

Neue Bestleistungen

Nichtsdestotrotz präferiert Horst Mempel, zumindest rein theoretisch, das Motto „In der Kürze liegt die Würze“, sprich insgesamt acht Wettbewerbe - that’s it. Drei davon am Freitag, fünf am Samstag. Kurzum: Es war am allerersten Samstag im neuen Jahrzehnt die Hölle im BSC los. 91 Masters-Players implizieren nicht nur eine neue „persönliche“ Bestleistung, sondern stellen auch im Vergleich mit anderen Tour-Turnieren einen Spitzenwert dar. Am Ende hatten sich die Teilnahmen am Samstag auf 367 und insgesamt an beiden Tagen auf 553 summiert – auch dieser Wert rangiert unter neuer Rekord.

Nur ein Gaststätten-Turnier

Man kann es nicht oft genug betonen, „aber hierbei handelt es sich um ein Gaststätten-Turnier!“, unterstreicht Turnierleiter Stefan Reichert, der als Teil einer nur dreiköpfigen Crew das gesamte Turnier leitete. Vorbildlich! „Die Leute kommen hierher, weil das Turnier Kultstatus besitzt, so dicht gedrängt präsentiert sich die Spielerschaft sonst nirgendwo“, fährt Stefan Reichert lobend fort.

„Der gastronomische Background verleiht diesem Turnier seinen ganz besonderen Reiz, der hier nicht nur eine Fassade bildet, sondern gelebte Szenerie schafft, und mittendrin der Gastgeber, ein wahrer Horscht-Dampf‘ in allen Gassen"!, beschreibt Bernd Molkenthin als Beobachter das Kneipen-Getriebe im BSC.

Das zog Akteure von weit und fern an. Zum Beispiel den „IroFriesen“ Christian Wojchechowski, der die 555 Kilometer Anreise aus Emden nicht scheute, inklusive einer Short-Übernachtung auf einem Autobahn-Rastplatz seiner Wahl. Indianer kennen eben keinen Schmerz. Müde sein, ist etwas für Squaws. Wechselt man das Tele- in ein Weitwinkelobjektiv wird augenscheinlich: Darts-Fans aus acht Bundesländern waren mit von der Partie! Eine ganz starkes Aussage pro Darts-Meeting, beudeutet personifiziert ein dickes Pro für Horst Mempel.

Georg Weis der Beste am ersten Tag

Am ersten Tag hießen die Sieger Georg Weis (Germersheim) im C+B-Einzel 301 S.O., Marcel Gerdon/Heiko Jester (Ludwigshafen/Speyer) im Offenen-Doppel 301 M.O. sowie Sascha Stein (Birkenau) im Offenen-Einzel 301 M.O., der Benjamin Looser (Warmensteinach) mit 2:1 und 2:0 im Endspiel noch abfangen und ihm noch den Sieg wegschnappen konnte. Ebenfalls an zweiter Stelle rangierten sowohl Martin Greulich (Brühl) als auch Georg Weis zusammen mit Kevin Rothweiler (Ludwigshafen). Als Dritte verdienten sich Thorsten Bill (Auli), Jan Lessel/Jens Kniest (Merzig/Elversberg) und Eric Zimmermann aus Heidesheim respektable Aufmerksamkeit.

Christian Schmidt, Phil Töngi, Mathias Duba ... 

Das Bild der Spielerschaft zeigte sich bunter denn je. Insbesondere am zweiten Turniertag. So gab auf der einen Seite Christian Schmidt aus Hüllhorst in Nordrhein-Westfalen seinen Tour-Einstand und siegte sogleich bei den DSAB-Amateuren in der 301 M.O.-Variante. „Unglaublich“, freute er sich aufrichtig. So verwundert das Endergebnis von 2:0 (18 und 13 Darts) auch nur bedingt, denn für seinen finalen Widersacher, Phil Töngi aus Speyer, war gleichsam alles sportliches Neuland. Deswegen wusste weder der eine noch der andere, dass die finale Spieldistanz als best of five definiert ist.

Kein Verbrecher, kann vorkommen. Macht die Sache durchaus sympathisch. Ich habe beispielsweise Jahrzehnte gebraucht, um im Straßenverkehr das Prinzip rechts vor links gegen meine volle Überzeugung zu tolerieren. Den dritten Podiumsplatz krallte sich Mathias Duba (Heidenroth), der ebenfalls die Kategorie „Neue Männer braucht das Land“ bestens vertrat.

Nico Kurz vs. Stefan Stoyke - Leckerbissen 

Auf der anderen Seite sprang der Überflieger Nico Kurz (Niddeau) von der glanzvollen WM-Bühne der Darts-Profis in London mitten ins Ludwigshafener Getümmel und lieferte sich mit dem aktuellen EDU Ranglisten-Ersten Stefan Stoyke ein Masters-Finale auf höchstem Niveau, das der Erstgenannte nur knapp mit 4:3 für sich entscheiden konnte. „Super Spiel!“, kommentierte der Sieger, „wobei Stefan dem Sieg sogar etwas näher war als ich. So macht Darts Spaß richtig Spaß!“

Nico Kurz servierte 16 (13 auf der Hand), 15 (14), 14 (13) und 17 Darts, scorte einmal 180. Stefan Stoyke beendete seine gewonnenen Lega mit 15 (13), 20 und 15 Darts, scorte zweimal 180 und hatte sowohl im sechsten als auch siebten Durchgang einen Matchdarts, jeweils in Runde fünf, auf der Hand.

Als Dritter überzeugte Jens Kniest, während Georg Weis, der sich vortags als Sieger und Runner-up bestens in Szene gesetzt hatte, in dieser Competition als Vierter knapp an seinem dritten Podiumsplatz vorbeischrammte. Ein rundum schöner Erfolg für den im Jahre 2019 auf Position 336 Hängengebliebenen der Masters-Rangliste. 

Dritter Podiumsplatz für Georg Weis

Weiter mit Stefan Stoyke, der zusammen mit Sascha Stein im Offenen-Doppel 301 M.O. den ersten Platz klarmachte, als die beiden Andreas Ploep (Brachttal) und Jan Müller (Schöneck) am Ende dieses Wettbewerbs 2:0 und 2:0 dominierten. Berthold Wittmann (Waldsee) und Georg Weis belegten Rang drei. Letztgenannter kam so dennoch zu drei Podiumsplätzen.

Michaela Mc Clain souverän

Im DSAB Damen-Einzel 301 M.O. inszenierte eine souveräne Michaela Mc Clain (Bad Kreuznach) ihren ersten Sieg seit dem 4. August 2018 in dieser Disziplin, übrigens auch in Ludwigshafen, allerdings anlässlich der 20. Offenen Ludwigshafener Meisterschaften. Über die Gewinnerseite kommend stieß sie schlussendlich auf Janine Wagener (Westerburg), die keine andere als sie selbst zuvor auf die Verliererseite verfrachtet hatte.

Janine Wagener vereierte das erste Leg, als sie nicht Checken konnte, total. Michael Sommerfeld, der alte Bergheimer, der sonst gerne fundierte Vorträge über die Quadriga hält, kommentierte parallel, „das hat ihr das Genick gebrochen!“ Und siehe da, in der Tat gewann Michaela Mc Clain 3:1 mit 18, 11 und 16 (10) Darts, während Jay-Jay mit neun Darts verbunden mit einem 97er Finish zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzen konnte.

Jubiläums-Meeting

Die neuste Auflage des Ludwigshafener Darts-Meetings zeichnete sich auch dadurch aus, dass es ein wirkliches Treffen Darts-Begeisterter war. Jung und Alt, von nah und fern, Spitzenspieler und Ottonormakteure, leistungsorientiertes Verhalten am Board und völlig entspanntes Relaxen neben den Darts-Geräten. Und mitten drin immer der Horscht in allen Gassen des BSC. Man entkommt ihm nie. Nie ...,

Jubiläums-Meeting

... so auch nicht am kommenden Wochenende, am 10. und 11. Januar. Same Place, denn dann geht es schon wieder rund im BSC. Anlass: „25 Jahre Schwarzer Rand“. Darts-Spielen steht auch im Zentrum. Am Freitag stehen zwei Disziplinen an: C+B Einzel und Doppel 301 M.O. mit 230 beziehungsweise 370 Euro ausstaffiert. Am Samstag schließen sich vier Wettbewerbe an: Offenes-Doppel 501 D.O., Damen-Einzel 301 M.O. sowie Herren-Einzel 501 D.O. ausgelobt mit 1 200, 500 und 710 Euro sowie ein Triple Mixed 701 M.O., das prozentual auf der Basis von 100 Prozent die Teilnehmenden belohnt.

25 Jahre Schwarzer Rand

10./11. Januar 2020

BSC Clubhaus
EDigheimer Str, 110
67069 Ludwigshafen-Oppau
Tel.: 0621  65 46 18


Freitag, 10. Januar


19:00 Uhr C+B-Doppel 301 M.O.
20:00 Uhr C+B-Doppel 301 M.O.  

Samstag, 11. Januar

12:00 Uhr Offenes-Doppel 501 D.O.
13:00 Uhr Damen-Einzel 301 M.O.
14:00 Uhr Herren-Einzel 501 D.O.
16:00 Uhr Triple Mixed 701 M.O.

Für das leibliche Wohl ist wie immer bestens gesorgt.
Auf Euer Kommen freut sich Horst und sein Team.