DSAB-VFS-Liga-Sekretärs-Konferenz

Eine Binsenweisheit: Ein Dartspieler hat mit einer Dose Bier null Problemo. Doch eine einzige bereitet allen größte Schwierigkeiten und legt uns lahm: Die Corona-Dose! Warum? Wenn man alle, wirklich alle, weltweit, Cov-2 Viren zu einem großen Haufen zusammenkehren würde, dann fiele dieser eher klein, sehr klein aus und würde bequem in eine einzige Bierdose passen. Upps!

Stefan Reichert
Michael Hümpfner
Achim Lintzen
Die Tour 2021 immer noch im Leerlauf
Die Liga hat Vorfahrt
Kein Las Vegas 2021
Gerd Kirschbaum
Uwe Behrends
Harry Wagner
Oliver Bandorf
Keine DLMM

Schutz vor Corona

Das Beste ist es, virenkontaminierte SARS (Schweres Akutes Respiratorische Syndrom) -Luft nicht einzuatmen. Praktisch durch Nasemundmasken, Kontaktbeschränkungen, Händewaschen und intensiver Frischluft zu bewerkstelligen. Und Impfungen! Der letzte Punkt bietet die beste Perspektive, um Covid-19 schlussendlich einzudämmen. Doch es wird noch ein Weilchen dauern, bis sich die sogenannte Herdenimmunität einstellt. Viele würden allerdings allzu gern wieder ihre Wallets öffnen und ihre Pfeile in die Hand nehmen. Verständlich. Doch das gesellschaftliche Leben ist auf Tiefstniveau eingefroren, die Gastronomie befindet sich im Winterschlaf.

Liga-Revue

Die Situation ist alles andere als unkompliziert. So knirscht es wahrlich seit einiger Zeit im Dartsgetriebe. Insbesondere im Ligaspielbetrieb. Die Spielzeit 2019/2020 wurde noch ohne Wenn und Aber abgeschlossen. Corona schien in weiter Ferne. Die Frühjahrsaison 2020 geriet allerdings schon unter die Räder des ersten Lockdowns. Manche Ligen hatten noch nicht einmal einen Spieltag absolviert, als sich die Türen der Gaststätten schon wieder verschlossen! Als sie wieder aufgesperrt wurden, war es bereits Sommer und der Ligaspielbetrieb musste in nahezu allen Bereichen reorganisiert werden. Die Wiederaufnahme der Spielaktivitäten begann, aber der nächste Lockdown stoppte die gesamte Dartsmaschinerie ein weiteres Mal, als sie gerade wieder auf Volldampf lief. Der Spielbetrieb konnte abermals nicht zu Ende gebracht werden.

Guter Rat ist teuer

„Wie geht’s weiter?“ Diese Frage stellten sich der DSAB und VFS im Rahmen einer Videokonferenz mit seinen Liga-Sekretärinnen und -Sekretären am 11. Februar. Die Führung von DSAB und VFS wollte auf keinen Fall eine Richtlinie „par ordre du mufti“ durchboxen und „ungefragt“ in Kraft setzen, sondern vielmehr die Liga-Sekretärinnen und -Sekretäre aktiv mit in die Entscheidungsfindung einbeziehen. Eine sehr intensive, aber nie ausufernde Diskussion führte zu folgenden Ergebnissen.

Liga-Spielbetrieb

Die teilweise nunmehr mehrmals unterbrochene Spielzeit soll auf jeden Fall zu Ende geführt werden. Auch dann, wenn die zeitlichen Dimensionen gesprengt werden, das heißt, dass sich die Ligen nicht nur in den März, sondern sogar darüber hinaus bis in den Sommer hinziehen würden.

Völlig übereinstimmend vertrat das Gremium die Ansicht, dass man dies allen Liga-Spielerinnen und -Spielern schuldig sei und Abbrüche nicht das erste Mittel der Wahl sein dürfte. Michael Hümpfner, der als 1. Vorsitzender des VFS dieser Diskussion vornehmlich lauschte, merkte in diesem Kontext nachdrücklich an: „Die Liga hat absolute Vorfahrt, auch vor der Tour. Wir müssen uns voll auf die Liga konzentrieren und sie letztendlich zu einem guten Ende bringen. Wenn Turniere wieder möglich sind, dann zwar ja, aber sie dürfen auf gar keinen Fall den flüssigen Ablauf der Liga blockieren!“

Gaststättenschließungen

Die Schließung von gastronomischen Objekten stellt ein exponiertes Problem dar, das sich allerdings in ganz unterschiedlichen Dimensionen präsentiert. So berichtete Oliver Bandorf, Sekretär der Nordbayern-Liga, „Das betraf bei uns zwei Teams!“ Ergo, eine lösbare Aufgabe.

Stefanie Hofmann, Leiterin der NHW-Liga, der zweitgrößten Deutschlands mit nahezu 500 Teams precoronal, brachte indes vor, „dass nicht weniger als vierzehn Teams auf einen Schlag wegen einer einzigen Gaststättenschließung bei uns sozusagen auf der Straße standen und das war bei Weitem nicht die einzige Schließung!“

Diese Teams in anderen Ligen unterzubringen, ist ein Gebot der Stunde, aber eine wahre und meistens sehr mühevolle Wühlarbeit. Auf die Schnelle geht hier oftmals gar nichts, weil sich die Bedingungen für die Teams ändern, was nicht immer auf Gegenliebe stößt. Manche Liga-Leiterinnen und -Leiter müssen sich auch erst einmal einen akuten Ist-Zustand verschaffen, der sich darüber hinaus immer wieder unvorhersehbar verändern kann.

Wechselfieber

Teams, die ihre Spielbereitschaft revidiert haben, hinterlassen Akteure, die gerne weiterhin im Liga-Spielbetrieb mitmachen möchten und so ihre Wechselbereitschaft signalisieren. Wie schlägt man hier den richtigen Weg ein? Auf den ersten Blick scheinen Wechsel ein probates Mittel zu sein, um die Spielwilligen aufzufangen.

Dennoch gibt Stefan Reichert, 1. Vorsitzender des DSAB, nachdrücklich zu bedenken: „Wir müssen uns an unsere Regeln halten, denn sonst provozieren wir Missmut und Demotivation, wenn sich in der laufenden Saison plötzlich Teams mit besonders guten Spielern aufrüsten“, und unterstrich, dass dies das Bild einer Liga total verzerren, sogar auf den Kopf stellen könne.

Hier so, dort so, überall anders

Florian Bauer, für die Freising-Liga unter dem Slogan „Dartsport von Ingolstadt bis München“ zuständig, hat insofern ein besonderes Problem, „weil im Bundesland Bayern bezüglich Gastronomie besonders harte Corona-Richtlinien gelten.“ Ein durchaus bekanntes Phänomen aus anderen Lebensbereichen, was politisch schnell dem vorherrschenden Föderalismus geschuldet wird, aber die Situationen nicht ent-, sondern vielmehr verkrampft.

Anderen machen wiederum die Größen der Gaststätten Sorgen. „Auch wenn die Anzahl der Spieler pro Team auf fünf Personen beschränkt wird, bieten manche Locations einfach nicht genügend Raum, um die geforderten Sicherheitsabstände zu wahren“, gab Gerd Kirschbaum von der Esserbulls-Liga zu bedenken.

In diesem Zusammenhang wies Stefan Reichert darauf hin, dass für die meisten Fragen nicht die politischen Instututionen, sondern die Gesundheitsämter zuständig seien. Wenn hier Unterstützung gewünscht sei, sollen sich die Liga-Sekretärinnen und -Sekretäre direkt an ihn persönlich wenden.  

DLMM

Die DLMM (Deutsche Liga Mannschafts-Meisterschaften) wurden zudem thematisiert, auch weil die Anzahl von Liga-Spielen für jeden einzelnen Spieler ausschlaggebend für die Spielberechtigung bei den DLMM ist. „Dieser Punkt hat sich insofern erledigt“, intervenierte Stefan Reichert, bevor die Diskussion richtig Fahrt aufnehmen konnte: „Die DLMM können wir in diesem Jahr leider nicht veranstalten!“

Die Begründung folgte prompt: „Auf der einen Seite wird eine Veranstaltung mit mehr als 4 000 Personen Anfang Juli, bei der es zudem wie in einem Ameisenhaufen zugeht, nicht genehmigt. Auf der anderen darf der DSAB seine Mitglieder nicht solch einem hohen Risiko aussetzen“, und fügte an: „Es ist mir völlig egal, wie das andere handhaben. So lange ich als Vorsitzender des DSAB in allererster Linie verantwortlich bin, wird es so etwas aber nicht geben!“

Las Vegas

Auf den Worldcup in Las Vegas 2021 ging Stefan Reichert anschließend ein: „Die NDA plant weiterhin die Ausrichtung dieses Events vom 10. bis 16. Juni. Der DSAB wird aus besagten Gründen jedoch kein Team nach Las Vegas entsenden. Das tut uns allen leid, aber aufgrund der vielen Beschränkungen und möglichen Quarantäne-Verordnungen ist so ein Großprojekt zurzeit nicht planbar. Erstens! Zweitens: Die Amerikaner haben hinsichtlich Hygienemaßnahmen eine viel laxere Einstellung als wir. So wäre drittens Las Vegas 2021  ein sehr riskantes Spiel mit dem Feuer. Las Vegas rückt deswegen aber nicht in weite Ferne, denn die bereits erspielten Qualifikationen verfallen nicht, sondern werden 2022 zum Tragen kommen!“

Europameisterschaften

Siehe hierzu EM 2021 wird verschoben (Dart1.net, 14.Februar 2021)

Nächste Videokonferenz

Die nächste Videokonferenz VFS-DSAB-Liga-Sekretärinnen und -Sekretäre findet am 11. März statt. Wir werden Sie wieder über alle News unterrichten.