DM Part 3: Der Rest vom Deutschand-Fest

Dies ist kein Resteessen. Denn unwichtige Wettbewerbe gibt es bei den Deutschen Meisterschaften nicht. Amateure stehen nicht unter den Masters, Damen rangieren nicht hinter den Herren, Ü50-Akteure sind nur eins, nämlich älter als U18-Youngsters.

Vize: Sandy Vogt und Mark Wolf
Die Dritten: Silvia Dolores Keller und Jörg Mitterlehner
Die zweite Titelverteidigung: DC-Mixed mit den Siegern*innen Michaela Merseburger und Mike Holz
Bayern-Doppel schägt Europameisterinnen
Falsches Bild: Herren-Doppel Amateure

Der letzte Part der DM-Reportage fasst die Doppel-Wettbewerbe, inklusive Mixed, zusammen, die quantitativ alles überragten. In den drei Mixed-Disziplinen kamen 1 186Teilnahmen zusammen.

Marene Westermann 28, das tapfere Schneiderlein 1


Wie fasste Marene Westermann den Turnierverlauf im Mixed-Masters 501 D.O. zusammen: „Ich habe Dir den ganzen Tag den Arsch gerettet!“ Starke Aussage! Wem galt sie? Natürlich „Atze 2000“. Armes, armes Schneiderlein, Freund aller Kojoten, Waschbären und Riesen-Mardern. Der zuckte aber lediglich mit den Schultern und meinte tapfer: „Ich habe dreimal im Finale gecheckt!“

Die Worten kamen so schnell wie die Argumente aus dem Colt von Billy the Kid. Dann nahm sich Andreas Schneider erst einmal die Vorlaute vor. So schön kann Darts sein. Angesichts all dieser Schönheit machte sich BM schnell nach Panama auf.

Panama hin, Panama her, Opfer der Westermann/Schneider-Offensive waren Sandy Vogt (Welver) und Mark Wolf, die sich 1:3 geschlagen geben mussten, sich dennoch mit ihrer Gesamtleistung sehr zufrieden zeigten. Silvia Dolores Keller (Niederfischbach) und Jörg Mitterlehner (Moers) stiegen auf Rang drei aus.

Noch ein respektables Schlusswort: Aus der Mitte dieses Mixeds entspang der 28. DM-Titel, mit dem Marene Westermann in ihrer beispiellosen Bilanz einen neuen Meilrenstein errichten konnte. Und nun, Schneiderlein, wie viele Titel sind Dein? „Ich habe mich wie in der Schule für die eins entschieden! Und viele Grüße an die sympathische Familie Marder!"   

Michaela Merseburger/Mike Holz gelingt Titelverteidigung 

Eine der zwei Titelverteidigungen dieser Deutschen Meisterschaften gelang Michaela Merseburger und Mike Holz aus Hamburg im Deutschland-Cup 301 M.O., in dem mit 586 die meisten Teilnahmen aller DM-Disziplinen gezählt worden sind. Die beiden Hanseaten latzten im Endspiel Thomas Colmsee und Marene Westermann (Reken) 3:1 ab. Saskia Blümel und Ricardo Pietreczko aus Nürnberg gaben sich als Dritte die Ehre.

Erfolgreiche Titelverteidungen bekommen immer größeren Seltenheitswert. Die Konkurrenz ist groß und stark, deswegen sind Titelverteidigungen mittlerweile das Salz in der Suppe und verdienen es, als besondere Leistung hervorgehoben zu werden, wie eben die von Michaela Merseburger und Mike Holz. Übrigens die andere Titelverteidigung geht aufs Konto von Silvia Dolores Keller. 

Carina Zelt/Carina Lankl Doppel-Meisterinnen

Im letzten Jahr hieß die Siegerin im Damen-Einzel 301 M.O. noch Carina Zelt (Eslarn), dieses Mal musste sie sich mit Rang sieben zufrieden geben. Dafür überzeugte sie vollends im Damen-Doppel 301 M.O. zusammen mit Carina Lankl, die den Titel kaperten.

Dafür mussten die beiden allerdings die amtierenden Europameisterinnen Stefanie Rennoch und Katharina Brandt bezwingen, was ihnen in einem über weite Strecken ansprechenden Finale eindrucksvoll gelang. „Es gab nur eine kurze Phase der Ermüdung“, kommentierte Stefanie Rennoch. Was schlussendlich zählte, war der 3:2 Erfolg von Carina Zelt/Carina Lankl.

Als Dritte gefielen die frischgebackenen Masters of Masters-Siegerinnen Sandra Kaup (Büren) und Sandy Vogt (Welver), die mit ihrem zweiten Podiumsplatz 2019 in Geiselwind unterstreichen konnten, in der absoluten Spitze angekommen zu sein.

Daniela Schug/Kevin Kotte gewinnen das dritte Mixed

Im Mixed Amateure 301 M.O. schlugen sich Daniela Schug und Kevin Kotte am besten. Sie gewannen diesen Wettbewerb aufgrund eines 3:1 Finalsieges über Corinna Hock und Nicki Seibt, derweil Martina Schneller und Tobias Rauner als Dritte gelistet wurden.

Astrid Steffen/Kirsten Baasch mit Meisterehren geschmückt

Das Damen-Doppel Amateure 301 M.O. bot weniger Spielmannsdichtung als bespielsweise das Westermann-Schneider Schauspiel, dafür umso mehr Dramatik. So abwechslungsreich soll es auf einer Bühne, die die Welt bedeuten, zugehen. 2:0 waren Jacqueline Silvestre und Jennifer Keller ihrer finalen Konkurrenz, in personna Astrid Steffen und Kirsten Baasch, schon enteilt, als es im dritten Leg zu einer wilden Schießerei auf den Check kam.

Ein beträchtliches Paket an Fahrkarten flog durch die Luft, bis Kirsten Baasch dem Ganzen eine Ende bereitete. Und plötzlich lief das Match unter anderen Vorzeichen, denn das wieder zum Leben erweckte Duo Astrid Steffen/Kirsten Baasch nahm nun die Zügel in die Hand.

Nach dem Anschlusstreffer gelang sogar der Ausgleich und sch(l)ussendlich auch der Gewinn des DM-Titels, für den letztlich Kirsten Baasch verantwortlich zeichnete. Einmal mehr war im Off zu hören: „So ist eben Darts!“ - "Kannst's nichts machen!" 

Christian Soethe/Stefan Stoyke können's noch

Christian Soethe (Lünen) und Stefan Stoyke (Weißenthurm), die sich Momente zuvor noch im Endspiel des Mayor Awards gegenüberstanden, machten im Herren-Doppel Masters 501 D.O. gemeinsame Sache. Auch wenn sie gerade in ihrer Paradedisziplin in letzter Zeit beträchtlich geschwächelt hatten, waren sie bei den Deutschen voll da.

Im Endspiel zeigten sie sich Sead Nicevic und Sven Lux 4:1 überlegen. Lukas Wenig und Peter Schnupfhagn, die sich beim Spiel von 3 auf 2 Sead Nicevic und Sven Lux 0:2 geschlagen geben mussten, landeten so auf Position drei.

Wehrmutstropfen und Titelaberkennung

Auf der Finalbühne hatten im Amateur-Doppel 301 M.O. Bruno Stöckli und Peter Scherbauer ihre Gegner Jürgen Schmid und Florian Zitzler mit 3:1 sicher im Griff und machten aus ihrer lauteren Freude kein Hehl. So soll es sein und soweit, so gut.

Was weder gut war, noch sein sollte, ist die Tatsache, dass Bruno Stöckli im DDV sportlich in der Bundesliga unterwegs ist, zudem 2017 Deutscher Meister im Herren-Einzel der Amateure in Geiselwind wurde, als er im Endspiel Florian Renz mit 2:1 besiegen konnte. Das sind zwei fette und eindeutige Regelverstösse, weil sie ihn zum Masterspieler qualifizieren. Ohne wenn und aber!

Deswegen hat die Turnierleitung nach Protesten seitens der Spielerschaft entschieden, dem Duo Bruno Stöckli und Peter Scherbauer den Titel abzuerkennen. Leider impliziert solch ein Verhalten, dass darunter ein gesamter Wettbewerb mit all seinen Teilnehmern zu leiden hat, in diesem Falle waren nicht weniger als 496 Akteure.

Wieder zurück zum Sportlichen: Dritter in dieser Competition wurden Christopher Lindl und Stefan Schiegg, der damit in diesem Jahr auf dem Autohof Strohofer zum zweiten Mal aufs Podium klettern konnte - einmal als Runner-up, nun als Dritter. Respekt!