DM: Nachlese und Spätlese

Bei einer Nachlese kam man nach lesen, eine Spätlese indes genießen. Das eine analysiert und dokumentiert mehr, das andere versucht das Bouquet mit seinen vielen Geschmacksnuancen zu prädikatisieren. In diesem Sinne Prost auf eine großartige DM.

Die überragende und allerbeste Spielerin der DM 2016: Silvia Dolores Moos
Helmut Schneller von Löwen Entertainment begrüßt alle zur DM 2016
Michael Hümpfner freute sich über den großartigen Event
Marene Westermann ist nunmehr die erfolgreichste Masters of Masters-Spielerin aller Zeiten
Tamara Muster und Alexander Köhler, ...
... Stefan Stoyke ...
... Gabriel Clemens ...
... und Thomas Ehlers zählten zu den Besten der DM 2016
Zeigte sich überaus erfolgreich: Nadine Valdeig
Hat bisher fünfzehn DM-Titel gesammelt: Maik Langendorf
Hat seine DM-Titelsammlung auf drei erhöht: Christian Soethe ...
... während Simone Fegert ihre auf zwei verdoppelt hat
Kevin Münch: Masters of Masters Gewinner und Sieger im 128er Feld
Erst Siegerin auf der Tour, dann Deutsche Meisterin - ein erfolgreiches Jahr für Martina Lüdtke
Er ist wieder da: Sascha Stein

56 Spielerinnen und Spieler standen bei der 30. Auflage der Deutschen Meisterschaften vom 4. bis 6. November auf dem Autohof Strohofer in Geiselwind auf dem Podium – 26 Damen und 30 Herren – und damit dieselbe Anzahl wie vor einem Jahr, in dem schon die bisher größte Verteilerkurve überhaupt erreicht worden ist.  

Überragende Silvia Dolores Moos

Der keine Unterschied zwischen Damen und Herren erklärt sich neben der Tatsache, dass es zwei Wettbewerbe für die Herren mehr als für die Damen gibt, vor allem dadurch, dass der erfolgreichste Akteur mit Silvia Dolores Moos (Wilnsdorf) eine Frau gewesen ist, die allein drei Titel gewinnen konnte – und nur sie präsentierte sich dreimal auf dem Podium, eine Spielerin, die nie zuvor unter den besten drei der DM zu finden gewesen, geschweige denn Deutsche Meisterin geworden ist.    

Der Club der Hattrickerinnen

Um ihre Leistung richtig einordnen und würdigen zu können, empfiehlt sich ein kurzer Blick zurück in die Geschichte der DM. Ein Titel-Hattrick ist in den letzten zehn Jahren nur zwei weiteren Akteuren, zwei Damen, gelungen: Anja Piecuch (Hövelhof) 2011 sowie Marene Westermann (Reken), der allerdings dreimal: 2014, 2013 und 2008! Nichtsdestotrotz hat sich Silvia Dolores Moos diesem Elite-Trio nun anschließen können.   

Hohe Verteilerkurve

Die hohe Verteilerkurve bei den Podiumsplätzen der diesjährigen DM ergibt sich zudem aus der Tatsache, dass Silvia Dolores Moos die einzige gewesen ist, die sich dreimal auf dem Podium feiern ließt. Es gab weder bei den Frauen noch bei den Männern einen Zweifach-Sieger; im letzten Jahr konnten davon mit Jana Bormann (Georgsmarienhütte), Christin Jahn (Kottengrün), Manfred Bilderl (Ahlen) und Nico Kurz (Nidderau) noch vier gezählt werden. Die Leistungsdichte in der Spitze wird nicht nur größer, sondern auch dichter.   

Siegerplus-Akteure


Zweimal auf dem Podium wurden indes 2016 Tamara Muster (Würzburg), Gabriel Clemens (Saarwelligen), Thomas Ehlers (Gießen), Alexander Köhler (Würzburg), Stefan Stoyke (Barßel), Nadine Valdeig (Büdingen), Alexander Geis (Aichen), Christian Soethe (Lünen), die allemal auch zu den Titelträgerinnen und- träger zählten, sowie Moreno Cariati (Heidenheim), Sascha Stein (Birkenau) und Marene Westermann (Reken) geehrt. 

Die erfolgreichsten Akteure der DM 2016


Neue Akteure braucht das Land

Mit Jana Bormann, Annett Heine-Richter (Dresden), Christin Jahn, Tamara Muster, Kathrin Reddmann (Jübek), Sabrina Schrimpf (Alsfeld), Marene Westermann sowie Gabriel Clemens, Matthias Ehlers (Hohberg), Max Hopp (Kottengrün), Mladen Horvat (Riesbürg), Nico Kurz und Alexander Köhler standen nur dreizehn Podiumsakteure sowohl dieses als auch letztes Mal auf dem Podium, das sind lediglich 23,21 Prozent, denen im Umkehrschluss 76,79 Prozent „Newcomer“ gegenüberstehen.

Elf Erstmal-Meister

Den neun Deutschen Meisterinnen und Meistern, die schon in der Vergangenheit zu Meisterehren gekommen sind, stehen zehn gegenüber, die in diesem Jahr erstmalig einen DM-Titel errungen haben. Zu diesem auserlesenen Newcomern zählen: Monika Alt, Ramona Berger, Sabine Hallstein, Martina Lüdtke, Silvia Dolores Moos, Nadine Valding sowie Andreas Altenberger, Gabriel Clemens, Andreas Hofl und Manuel Otto.    

Kein einziger Titelverteidiger

Es ist kein einziger Titelverteidiger auszumachen. Lediglich Nico Kurz avancierte in beiden Jahren zum Titelträger schlechthin – 2015 im Herren-Doppel Masters zusammen Mario Curschmann (Guldental) und 128er Feld sowie 2016 im Herren-Masters Einzel. Die Tatsache, dass er im Herren-Einzel Masters-Finale Max Hopp in die Knie zwang, unterstreicht sein großen Talent, zudem hebt sich das Endspiel dadurch hervor, als es das „jüngste“ der DM-Geschichte gewesen ist, zusammen zählten die beide Finalisten 39 Lenze.

Alle Podiumsergebnisse DM 2016    


Kreuz und quer durch Deutschland


Die Podiumsakteure kommen aktuell aus allen Teilen Deutschlands, die Nord-Süd-Achse erstreckt sich von Jübek bis Trostberg, die West-Ost-Achse von Heinsberg bis Dresden, die Diagonalen von Hohberg bis Rostock beziehungsweise von Barßel bis Pocking.      

4 227 Teilnahmen

4 227 Teilnahmen, DM plus MoM, bedeuten neuer Rekord. Das Vorjahresgesamtergebnis wurde um 3,5 Prozent getoppt. In elf Disziplinen wurden im Vergleich zum Vorjahr die Startmeldungen gesteigert, in neun neue Rekorde aufgestellt. In allen Masters-Disziplinen wurden mehr Teilnahmen registriert als im Vorjahr, in vier neue Rekorde dokumentiert.

482 Starter

Als größter Wettbewerb entpuppte sich der Deutschland-Cup Mixed mit 482, gefolgt vom Amateur Herren-Doppel mit 436 Teilnehmern. Als größter Einzelwettbewerb tat sich der Deutschland-Cup Amateure mit 405 Startern hervor – allesamt 301 M.O.-Disziplinen.   

1 613 Teilnehmer


1 613 Spielerinnen und Spieler nahmen an der viertägigen Veranstaltung in Geiselwind teil. Das Masters of Masters war sowohl bei den Damen als auch Herren total "ausverkauft", sodass 80 Teilnehmerinnen und 320 Teilnehmer an den Start gingen. Am Ende standen vier Spielerinnen sowie fünf Spieler erstmalig auf dem Podium, ergo mehr als fünfzig Prozent.

Kevin Münch schafft Novum

Kevin Münch überbrückte dabei eine scheinbar unüberwindbare Kluft, nämlich die, gleichzeitig das Masters of Masters sowie das 128er Feld zu gewinnen. Der Bochumer ist jetzt der Erste überhaupt, dem diese Meisterleistung gelungen ist.

Die sportlichen Feministinnen Marene Westermann und Stefanie Richter haben dies dagegen längst vorgemacht. Erstgenannte stolzierte bereits anno domini 2008 und die Letztgenannte 2014 über diese überaus prickelnde Hängebrücke.    

706 Meisterehren

In der nunmehr 30-jährigen Geschichte der Deutschen Meisterschaft sind bisher 706-mal Meisterehren verliehen worden. Marene Westermann ist nicht weniger als 24-mal als Titelträgerin in Einzel-, Doppel-, Mixed- und Triple Mixed-Wettbewerben dokumentiert.

Alexander Köhler und Maik Langendorf

Aufgrund der Ergebnisse der diesjährigen Deutschen Meisterschaften hat Alexander Köhler zu Maik Langendorf (Hameln) aufgeschlossen, die zusammen die zweitbesten DM-Spieler aller Zeiten und gleichzeitig die besten Herren mit jeweils fünfzehn Titeln sind.

404 Titelträger

Zehn und mehr Meisterschaften haben noch Manfred Bilderl (Ahlen), Bianca Strauch (Frankfurt), Anja Piecuch (Hövelhof) und Dieter Schutsch (Ismaringen) gesammelt. Zwei bis neun Meisterschaften haben 213, und eine 287 Spielerinnen und Spieler gewonnen. Effektiv sind 404 Spielerinnen und Spieler in dreißig Jahren zu Deutschen Meistern avanciert.  

Die ewige Bestenliste alle Siegerinnen und Sieger

     

Ende gut, alles gut: 20:33 Uhr

Die DM 2016 fand am Sonntag um 20:33 Uhr ihr Ende. Auch das eine rundum bestechende Leistung, obwohl ein neuer Teilnahmerekord aufgestellt worden ist und die Abwicklung des Turniers allmählich und effektiv an ihre Grenzen stößt. Viele Dinge gehen einfach nicht mehr schneller.

Keine Überstunden

Dass es zu keinen Überstunden kam, ist sowohl der Spielerschaft als auch der Turnierleitung zu verdanken, auch wenn wir alle wissen, dass Zeiteinsparungen noch sehr gut möglich sind, auch deswegen, weil der eine oder andere Chart im Kasten bis zu eineinhalb Stunden vor sich hin schnarchte.