Die Pfeile fliegen wieder in Westfalen

Auch wenn sämtliche Tour-Termine seit April sowie zudem noch die DM und das Masters of Masters in diesem Jahr abgesagt worden sind beziehungsweise werden mussten, fliegen die Pfeile nun unter der Schirmherrschaft des DSAB in Deutschland wieder.

Beatrix "Trixi" Schulte

Das ist nicht nur gut so, sondern „auch am allerwichtigsten“, wie der 1. Vorsitzende des DSAB Stefan Reichert hervorhebt, „denn die Liga bildet das große Fundament, auf dem sich letztendlich alles aufbaut.“

Die Frage „Warum Ligaspiele möglich sind, eine DM jedoch nicht?“, ist schnell erklärt. „Die Komponenten potenzieren sich überproportional mit der Anzahl der Teilnehmer. Die Problematik ergibt sich nicht so sehr durch die Quantität der Spieler am Board, sondern vielmehr durch die Notwendigkeit von 'verkehrssicheren' Wegen im Sinne der Corona-Verordnungen", fährt Stefan Reichert fort.

Ein besteht ein großer Unterschied von kurzen Wegen einer kleinen Gruppe und langen Wegen einer großen Gruppe. Wenn sich insgesamt acht Spieler in zwei parallel laufenden Doppelpartien hin und her bewegen, können diese Wege genau eingeplant werden. Da stellt sich schnell ein Automatismus ein. Alles gestaltet sich zudem übersichtlich und ist überschaubar. 

Wenn aber hunderte oder sogar über eintausend Akteure über Hauptverkehrswege im Rushhour-Modus geleitet werden müssen, sind Kollisionen unvermeidbar, die sich im Laufe eines fünfzehnstündigen Turniertages in exorbitante Höhen summieren.

Natürlich stellt sich die Frage, was der Restart im Ligaspielbetrieb mit sich bringt. Die nüchternen Zahlen sind ein objektiver Gradmesser, inwieweit sich die Zwangspause ausgewirkt hat. „Ich habe durchaus Einbußen zu verzeichnen!“, stellt Beatrix Schulte fest, „die jetzigen Anmeldungen haben sich im Vergleich zur abgebrochenen ersten Ligasaison minimiert. Da will ich nicht lange herumreden!“ Konkret? „Die Westfalen-Liga weist ein Minus von elf Teams aus, sodass nun 262 Mannschaften mitmachen. In der Ostwestfalen-Liga hat sich die Anzahl auf 211 reduziert, das heißt, es sind 21 Teams weniger am Start. Leider sind die Einbrüche nicht wegzudiskutieren!“, so die ehrgeizige Vollblutmünsteranerin.

In diesem Zusammenhang und unter den gegebenen Umständen von „Einbrüchen“ zu sprechen, gleicht schon einer harten, überaus kritischen Selbstbewertung. Prozentual sind das 4,20 beziehungsweise 9,05 Prozent, „was ich unter den derzeitigen Bedingungen durchaus als erfolgreich bewerten würde!“, relativiert BM, „auch weil sich Hemmschwellen oder sogar Ängste aufgetan haben."

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das weiß auch Trixi Schulte, die dennoch zu bedenken gibt „dass die Anzahl der SARS-CoV-2 Infizierten im gesamten Regierungsbezirk Münster aktuell exakt 319 beträgt, direkt in Münster sind 35 gemeldete Fälle bekannt. Die Stadt zählt indes über 310 000 Einwohner, das heißt, wir sprechen von 0,01 Prozent. Das bedeutet einer von 10 000! Jeder sollte sich darüber mal seine Gedanken machen.“ Das ist kein Aufruf, Porzellan zu verscheppern, „sondern die Anregung, alles einmal in Ruhe zu überdenken!"

Beatrix Schulte rät trotzdem zu Achtsamkeit: „Abstand zu halten und sich die Hände zu waschen, sollten nicht ad acta gelegt werden, dazu raten auch alle Wissenschaftler. Masken sollten man in entsprechenden Situationen allein schon aus Respekt gegenüber den anderen tragen, aber keiner muss sich in seinen vier Wänden verstecken. Zu dieser Meinung stehe ich!“

Abschließend merkt die Liga-Sekretärin noch an: „Was mich bei allem Verständnis der Lage doch ein bisschen verärgert, sind die ganz kurzfristigen Absagen, die unmittelbar vor Spielbeginn eingehen. Es geht zwar weiter, aber die Grundstruktur eines saisonalen Spielplans ist schlichtweg zerstört. Hier würde ich mir wünschen, dass die Angesprochenen auch einmal über ihren eigenen Tellerrand schauen würden!“ Mehr auch nicht!