Darts Halloween Battle

Die Schlacht ist geschlagen. Das Kuriosum: Keine Verluste, nur Sieger! Eintrag ins Geschichtsbuch: The Halloween Battle im Telekom Dome Bonn am 31. Oktober ist das bisher größte Darts-Spektakel im Bereich Showkampf. Absolutely!

Nur die halbe Wahheit ...
... die ganze, aber verschleiert ...
... und nun die reine, vollkommene Wahrheit
The Matchmaker: Wolfgang Pütz
Der Moderator: Elmar Paulke
Der Caller: Russ Bray - Der, der den Darts-Blues singt
Der Hobbyfotograf: Achim Lintzen - sehr engagiert mittendrin
Phil Taylor nicht nur ein Mann der Pfeile, sondern auch der gezielten Worte
Raymond van Barneveld wusste ebenfalls, verbal zu gefallen
Er hielt die Schals, äh Fäden in der Hand: Wolfgang Pütz and Friends
Genoss das Bad in der Menge: Andre "180" Bothmann
Raymond van Barneveld
Phil Taylor
Ging vor dem Publikum in die Knie: Max Hopp
Alles hat sein Ende, nur Darts hat zwei

Weltrekord

Wir reden nicht von Deutschland, Holland, England, Großbritannien, von Europa, sondern weltweit! Das betonten die beiden Helden dieses Abends in der Pressekonferenz, bevor sie überhaupt einen Pfeil geworfen hatten, nachdrücklich. Der eine bei seiner Einschätzung ganz weltmännisch und absolut, der Brexit hat indes laut eigener Worte etwas Ähnliches bereits in Brüssel erlebt. Ähnlich ist aber nicht gleich. Oder? Nein,`ne!  

Phil Taylor versus Raymond van Barneveld

Die Helden des Halloween Battle: Phil Taylor und Raymond van Barneveld! Der erfolgreichste Steeldart-Player der Welt, der sechzehnmalige Weltmeister, Phil „The Power“ Taylor, in the red gegen Raymond "Barney" Barneveld, den fünfmaligen Weltmeister, der am 1. Januar 2007 erst- und einmalig auch Weltmeister der PDC geworden ist, in the blue corner.

21-mal 180

Das Finale im Jahr 2007 bestritt Raymond Barneveld gegen keinen anderen als Phil Taylor. Es gilt als bestes WM-Endspiel ever. Phil Taylor bekundete bei der Pressekonferenz vor Ort, dass er sich damals bereits als Sieger wähnte, bevor Raymond Barneveld erbarmungslos zurückschlug und insgesamt 21-mal 180 scorte. PDC-Weltrekord, of course! Na sicher! 

Phil Taylor kritisch über Phil Taylor

Phil Taylor schonungslos selbstkritisch: „Ich habe gelernt, nicht zu selbstsicher zu sein!“ Hat er daraus weitere Lehren gezogen? „Ich hasse Holländer“, scherzte er. Überhaupt zeigte sich der Engländer geradezu eloquent und spitzbübisch witzig! Dass allein hatte Spaß gemacht.

Raymond van Barneveld versus Willi Lerndorfer '93

Dass die Bigs der Darts-Szene wahre Gedächtnis-Elefanten sind, stellte auch Raymond van Barneveld unter Beweis, der sich seinerseits an das EM-Finale der FECS von 1993 im schweizerischen Brig erinnerte, als er das Endspiel im Herren-Einzel gegen den DSAB-Spieler Willi Lerndorfer verlor. 0:2 mit vierzehn Darts zum Match.

Daran vermochte sich Raymond van Barneveld zwar nicht explizit zu erinnern, jedoch ein bärtiges Wesen im inneren Kreis der Pressekonferenzler.

Selbst ist der Mann

Auch sonst ließen die Darts-Asse gedanklich einiges verlauten. Selbst ist der Mann, stellte Raymond von Barneveld fest und sagte wörtlich übersetzt: „Die meisten Spieler warten auf einen großen Sponsor, der ihnen den Weg frei macht, insbesondere die deutschen, jedoch muss man seinen eigenen Weg gehen und in sich selbst investieren. Das heiß, selbst Geld in die Hand nehmen und versuchen von Turnier zu Turnier besser zu werden.“

Purer Darwinismus

Das hört sich wie das Leben in der wirklichen Welt an, wenn sich Menschen in die Selbständigkeit, insbesondere in die berufliche, entlassen und ihren Kampf ums Überleben Tag für Tag ohne fremde Rückendeckung und soziales Netz bestreiten müssen. Schichter Darwinismus: Der Stärkere setzt sich durch!

Zwei Stunden Training reichen völlig

Phil Taylor machte dagegen klar, dass maximal zwei Stunden Training am Tag ausreichen. „Man wird müde und dann bringt es nichts mehr!“ Auch wenn Raymond van Barneveld diese Frage galant umschiffte, und betonte, dass Training langweilig sei und einem sehr viel Selbstdisziplin abverlange, tischten die beiden echt starke Statements auf! Immer ins Bull's Eye!

Neue Thronfolger

Auch bei der Einschätzung neuer Thronfolger. Wenn auch nicht ausdrücklich betont, schwingt immer die ratio mit, die den Gang in die Weltspitze als sehr, sehr harten Weg beschreibt. Selbst einen Mensur Suljovic sehen sie dort noch nicht nachhaltig angekommen, auch wenn sie voll des Lobes über ihn sind.       

Kommentator Elmar Paulke

Das WM-Finale zwischen Raymond Barneveld und Phil Taylor an diesem Abend wieder aufblühen zu lassen, darum mühte sich der Moderator und Sport1-Kommentator Elmar Paulke redlich. Eine solche Brücke über zehn Jahre zu schlagen, hängt immer. Manchmal sogar durch. Per se!

Die beiden machen ernst

Dass die Protagonisten ihre Rollen allerdings exzellent spielen würden, machte Raymond Barneveld wenig später auf der Bühne, wo die Wahrheit liegt, sofort klar: Zwölf Darts und 1:0 für ihn! 1:1, 2:1 ...

... und so weiter und so fort, bis ich fort musste ...  aber Resultate gehören bei solchen Events auch eher in die Kategorie bürgerlich!    

Die Meute hetzt ihre Helden

Die Halle stand Kopf! Weil ihnen ein sportliches Spektakel, das durchaus direkt aus der Seele von panem und circenses, Brot und Spiele, wie der Römer so schön daher parliert, gespeist wurde.

Teilweise konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Meute ihre Helden vor sich hertriebt, und Teil des Spektakels zu sein, alles andere überwog. Sprich: Die Zuschauer inszenierten sich selbst!

Mehr als 3 000 Zuschauer

Schlecht!? Gut? Die falschen Fragen, um auf diesen Abend die richtige Antwort zu geben. Der Abend hat sich vielmehr selbst qualifiziert und beantwortet die Frage frei Haus: „Es war auf jeden Fall und rundum beeindruckend!“

Und es war voll! Ob nun 3 000, 3 300 oder 3 500 Zuschauer spielt keine Rolle.

Voll die Stimmung

Und voll die Stimmung. Die Zuschauer gaben alles, um die auf ihre Kosten zu kommen. Das ist sicherlich ein Phänomen. Die Masse in Bonn stand den Lakers-Fans in Los Angeles (fast) in nichts nach, auch wenn das Staple Center in L.A. mehr als 20 000 Zuschauer fasst.

Beim Quotienten aus Anzahl der Zuschauer und Stimmung lag Bonn gestern sogar vorn. Der Rheinländer als solches lässt sich in Bezug auf ausgelassene Stimmung eben kein X für ein U vormachen. Auch nicht umgekehrt. Party time heißt Party time!  

Matchmaker: Wolfgang Pütz

Wer hielt die Fäden in Bonn hinter den Kulissen in der Hand und zog daran? Klare Antwort: Wolfgang Pütz! Das VFS-Vorstandsmitglied, das selbst jährlich im Rahmen der VFS/DSAB-Löwen Tour ein Turnier ausrichtet, zeichnete für das Spektakel verantwortlich. Guter Job. Sehr guter sogar! Cum laude. 

Es geht um Öffentlichkeitsarbeit

Das heißt nicht, dass die Pütz-Liga nun auf Steeldarts umstellt, „ich bin der vollen Überzeugung, dass solche Events allen helfen, allen, die Spaß am Darts haben und aufgrund der Öffentlichkeitswirksamkeit den Darts-Sport insgesamt befeuern“, kommentierte Wolfgang Pütz. 

Andre Bothmann im Rampenlicht

Für Spieler wie Marvin Eßer (Köln) oder Andre Bothmann (Puhlheim) kam es zu Extra-Feelings, insbesondere für den Letztgenannten, der nach einem 180er Score eine Ehrenrunde durchs Publikum drehen musste. Ein Bad in der Menge!

Großartig

„Einfach großartig“, die beiden unisono, die auf der Bühne mit Max Hopp und Wayne Mardle als Partner ein Doppel best of three spielten. Danach ergänzte Marvin Eßer: "Das könnte ich jeden Tag haben ..."  Elmar Paulke enttäuschte ihn: "Das ist nur heute so!" Aber sicherlich unvergesslich!   

Russ Bray singt den Darts-Blues

Das gehörte zum Warm-up des Abends, im dem Max Hopp und Wayne Mardle den Ton angaben. Apropos Tonalität - in diesem Zusammenhang dürfen wir nicht die Worte raspelnde Stimme von Russ Bray vergessen, der den Blues des Darts einmalig intoniert!

Russ Bray versus Michael Buffer

Besser als Michael Buffer im Boxring? Mal ehrlich, hören Sie lieber "With a little Help from my Friends" von Joe Cocker oder Barbara Streisand? (Was für eine blöde Frage ...“)  

Let’s get ready to rumble

Nichtsdestotrotz „Let’s get ready to rumble“, um zu sehen, wohin der Dartssport driftet, in Fahrt ist er allemal ...

... und wie sagte mein Freund Li Wang Zhang bei unseren Wanderungen in der tibetischen Hochebene stets: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte ..."