Coming soon: Gabriel Clemens vs. José de Sousa

32 Spieler haben sich für das World Matchplay 2021 qualifiziert. Auf der einen Seite sind dies die ersten 16 der Order of Merit, auf der anderen die 16 Besten der Pro Tour Order of Merit. Viele Weltmeister und ein Gabriel Clemens, die seit gestern ihren diesjährigen Primus suchen.

Titelverteidiger Dimitri van den Bergh
Devon Petersen in and out
Souveräner Auftaktsieg Gerwyn Price
Coming soon Gabriel Clemens

Die Veranstaltung endet am bis 25. Juli. Nach der Weltmeisterschaft ist es das traditionsreichste Turnier der PDC und wurde bisher 27 Mal ausgetragen. Veranstaltungsort ist bei der 28. Auflage der Emperess Ballroom des Winter Gardens der englischen Küstenstadt Blackpool.

700 000 Pfund Sterling, 822 000 Euro

Das Gesamtpreisgeld ist mit 700 000 Pfund Sterling sehr ansehnlich dotiert. Umgerechnet entspricht das etwas mehr 822 000 Euro. Mit 420 000 Pfund erhalten die besten acht Players weit mehr als die Hälfte, exakt 60 Prozent. Der Gewinner wird mit 150 000, der Runner-up mit 70 000, die beiden Dritten mit je 50 000 und die vier Fünften jeweils mit 25 000 £ belohnt. Auf der anderen dürfen die Letzten 10 000 einstecken, schönes Pocket Money, und die Vorletzten bekommen allesamt 15 000 £.

In den Reihen der Spielerschaft wird dem Titelverteidiger Dimitri van den Bergh die Ehre zuteil als erster Protagonist genannt zu werden. Der Belgier hatte bei der letzten Auflage final den Schotten Gary Anderson klar mit 18:10 dominiert. Den dritten Platz teilten sich die beiden Engländer Michael Smith und Glen Durrant.

Titelverteidiger Dimitri van den Bergh

„The Dreammaker“ erfüllte sich damit nicht nur einen sportlichen Traum, sondern erweiterte die Anzahl der Sieger exakt auf eine Dekade. Keine Überraschung indes, dass der erfolgreichste Matchplay-Player aller Zeiten kein anderer als Phil Taylor ist. Der Engländer gewann das Turnier sage und schreibe sechzehnmal und damit achtmal so oft wie Michael van Gerwen (Niederlande) und Rod Harrington (England), die sich beide zweimal durchsetzen konnten und neben „The Power“ die einzigen Akteure sind, die sich mehr als einmal auf der Ehrentafel der Sieger einzugravieren vermochten. Je einmal gingen als Winner neben Dimitri van den Bergh noch Larry Butler (USA), der die Premiere des Matchplays 1994 für sich entscheiden konnte, die Engländer Rob Cross, Peter Evison, Colin Lloyd und James Wade, der ein halbes Dutzend Mal im Endspiel stand, sowie Gary Anderson (Schottland) hervor. Man höre und staune, damit sind 22 englische Siege dokumentiert.

Deutsche Matchplay Vergangenheit

Mit Gabriel Clemens hat sich auch ein Deutscher für das Matchplay 2021 empfehlen können. Zum zweiten Mal. Bei seinem Einstand 2020 überstand der „German Giant“ die erste Runde dank eines 10:8 über Rob Cross. Anschließend kam aber für ihn das Aus. Er unterlag 10:12 dem Polen Ratajski Krzysztof. Pré-Gaga ging zweimal Max Hopp an den Start. 2018 bei seiner Premiere schied er gleich zum Auftakt gegen Jan White (England) mit 7:10 aus. Ein Jahr danach durfte er auf der World Matchplay-Bühne zwar seinen ersten siegreichen Erfolg feiern, als er sich 11:9 gegen Dave Chisnall gut in Szene setzte, musste aber eine Runde später Michael Smith mit 10:12 den Vortritt lassen.

20 Spieler aus GBR

Im Teilnehmerfeld 2021 sind neben dem Deutschen noch Repräsentanten aus sieben weiteren Nationen zu finden, mit je einem aus Australien, Belgien, Portugal und Südafrika. Aus Polen kommen zwei Teilnehmer und sogar fünf aus der Niederlande. Nicht weniger als zwanzig der Qualifizierten sind in Großbritannien beheimatet, davon kommen je zwei aus Wales und Schottland, fünfzehn aus England – und last but not least einer aus Nordirland. Die Zuordnung ist hier problematisch, denn politisch ist Nordirland Teil des United Kingdoms (UK), geographisch jedoch nicht Großbritanniens. Einerseits! Andererseits: Nordirland wird sowohl im Rahmen der FIFA (Fédération Internationale de Football Association) als auch der UEFA (Union des Associations Européennes de Football) als eigenständige Fußballnation geführt und darf so jeweils eine Nationalmannschaft stellen - wie auch England, Schottland und Wales. Dies ist allerdings eine große Ausnahme im internationalen Sport, denn bei den Olympischen Spielen werden England, Schottland und Wales sowie Nordirland unter United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland als eine Nation definiert. Und aus die Maus! Das ergibt Sinn, alles andere nicht, indeed!

Rein quantitativ sieht das Ganze mehr (betont!) oder weniger (gesäuselt) wie ein Länderkampf zwischen der Niederlande und Großbritannien aus, wobei die Anzahl der Spieler aus Großbritannien die niederländische Konkurrenz um exakt das Vierfache überbietet. Der Rest der sieben Spieler gliedert sich in fünf Europäer, ein Afrikaner und ein Australier auf.

Es geht los

Der Auftakt 2021: Der Titelverteidiger trifft in der ersten Runde auf Devon Petersen (Südafrika). Der Weltmeister von 2021 Gerwyn Price (Wales) misst sich indes mit dem Nachrücker Jermaine Wattimena aus der Niederlande. Der Weltmeister von 2020 Peter Wright duelliert sich mit dem Niederländer Danny Noppert. Der Weltmeister von 2019, 2017 und 2014 Michael van Gerwen stößt auf den Australier Damon Heta und der Weltmeister von 2018 Rob Cross auf seinen Landsmann Ross Smith. Der Weg des Weltmeister 2016 und 2015 Gary Anderson kreuzt sich mit dem von Stephen Bunting (England). Aber es muss nicht immer Weltmeister sein, denn auch die Auseinandersetzung zwischen Gabriel Clemens und José de Sousa scheint ebenfalls sehr delikat zu sein.

Das Besondere am World Matchplay: Jedes Match muss mit zwei Legs Vorsprung gewonnen werden, allerdings werden nur maximal fünf zusätzliche Legs gespielt, das letzte Leg entscheidet sodann auf jeden Fall die Partie. Die ersten Matches in der Zusammenfassung Dave Chisnall vs. Vincent van der Voort:

Dave Chisnall vs. Vincent van der Voort

Das erste Viertel der ersten Runde wurde bereits gestern absolviert. Keine Überraschungen, die Favoriten setzten sich durch. Der Engländer Dave Chisnall beeindruckte bei seinem 10:8 Erfolg über den Niederländer Vincent van der Voort mit einer Checkquote von 71,4 Prozent und übertraf damit alle anderen Akteure am ersten Tag um Längen. Er gefiel außerdem mit drei Highfinihes - 161, 124 und 100 sowie mit vier 180er Scores. Vincent van der Voort realisierte auf der anderen Seite ein 129er-Bullfinish, warf fünfmal 180 und befand sich bis zum 7:7 auf Augenhöhe.

Jonny Clayton vs. Dirk van Duijvenbode

Der Waliser Jonny Clayton behauptete sich anschließend mit 10:7 gegen Dirk van Duijvenbode. Ansonsten setzte eher der Niederländer die Akzente. Er legte sieben 180er auf - Jonny Clayton dagegen nur zwei, Vincent van der Voort imponierte mit einem 160er Ckeck - der höchste von Jonny Clayton wurde mit 60 regestriert.

Gerwyn Price vs. Jermaine Wattimena

Den höchsten Sieg am ersten Turniertag feierte Gerwyn Price (Wales) mit 10:4 und eliminierte so Jermaine Wattimena, ebenfalls aus der Niederlande. Der amtierende Weltmeister erzielte vier 180er, finishte dreimal high (132er Bullfinish, 127 und 108), seine Checkquote von 38,5 dagegen eher mäßig. Bei Vincent van der Voort wurde ein 180er registriert, und er sorgte mit einem 1162er Highfinish für Aufmerksamkeit.

Dimitri van den Bergh vs. Devon Petersen

Der Titelverteidiger Dimitri van den Bergh beherrschte Devon Petersen mit 10:5. Der Belgier fuhr sechs Maxima ein, dem Südafrikaner gelang indes keines, "The Dreammaker" checkte mit 108 einmal dreistellig, der "African Warrior" kein einziges Mal.          

Alle Auftaktmatches 2021

Dave Chisnall (GBR) - Vincent van der Voort (NEL) 10:8  (97,7:94,4)
Jonny Clayton (GBR) - Dirk van Duijvenbode (NEL) 10:7 (96,0:92,7)
Gerwyn Price (GBR) - Jermaine Wattimena (NEL) 10:4 (96,6:84,9)
Dimitri van den Bergh (BEL) - Devon Petersen (RSA) 10:5 (94,5:84,1)

Krzysztof Ratajski (POL) - Brendan Dolan (GBR)
Glen Durrant (GBR) - Callan Rydz (POL)
Rob Cross (GBR) - Ross Smith (GBR)
James Wade (GBR) - Luke Humphries (GBR)

Joe Cullen (GBR) - Chris Dobey (GBR)
Michael Smith (GBR) - Ryan Searle (GBR)
Peter Wright (GBR) - Danny Noppert (NEL)
José de Sousa (POR) - Gabriel Clemens (GER)

Daryl Gurney (GBR) - Ian White (GBR)
Nathan Aspinall (GBR) - Mervyn King (GBR)
Michael van Gerwen (NEL) - Damon Heta (AUS)
Gary Anderson (GBR) - Stephen Bunting (GBR)

1. Runde best of 19 Legs
2. Runde best of 21 Legs
Viertelfinale best of 31 Legs
Halbfinale best of 33 Legs
Finale best of 35 Legs