Bundesliga-Darts im Krug

Zum Krug steht für Darts. Für viel gutes Darts. Neun DSAB Teams von der C-Liga über ein Damen-Team bis zur Bundesliga schöpfen aus dem Krug ihren Dartsspaß und ihre Erfolge. Der letzte Bundesligaspieltag in Dinslaken legte Zeugnis einer geballten Darts-Power ab.

Karsten Koch
Jörg Mitterlehner
Uwe Manndenscheid
Paulo Ferreira
Marco Grafweg

Über Essen

Die Wege Gottes sind unergründlich. Nicht nur seine. Auf dem Weg zum Bundesliga-Feiertag kann es Ihnen nämlich passieren, dass Sie von Essen, der Kulturhauptstadt Europas 2010, nach ... stopp! Wie kann eine Stadt wie Essen den Titel Kulturhauptstadt Europas erhalten? Das wäre ja fast so, als würde man Bob Dylan den Literaturnobelpreis verleihen. Hat man? Gut, dann weiter ...

Via Duisburg

Das Schönste an Essen: Die Stadtautobahnen! Einmal richtig aufs Gaspedal getreten und man ist wieder draußen und kommt nach ... Duisburg. Au Backe! Denn hier wohnen Menschen wie Schimanski, Horst Schimanski. Hänschen, der holländische Regenbogenfänger, sagte immer: „Jimmy“.

Nun muss aber mal endlich Schluss sein mit Lebensraum. Denkste! Denn dahinter gut versteckt, kommt jetzt noch Dinslaken, Home of Trabrennen, Home of Addi Fuller, dem Galopper vieler, vieler Jahre. Sie sind also endlich angekommen. In Dinslaken. Sie wissen nicht mehr weiter. Sie fragen einen Mann, der Sie gut um zwei Köpfe überragt und dessen Hund Ihnen gerade das Ohrläppchen abkaut. Sie stammeln: „Zum Krug?“ Er ganz oberweltmännisch: „Wollen Sie Darts spielen?“ Sie sind platt, „dann sind Sie hier falsch!“ Noch platter! Nach einer Dinslakener Odyssee taucht in weiter Ferne endlich am Horizont der Krug auf, Home of Team Dinslaken. Sie fühlen sich ein bisschen wie Kolumbus! Der hatte auch kein Navi!

Im Zum Krug

Neun Punkte werden heute in der Bundesliga-West vergeben. Sechs davon vereinnahmt der aktuelle DLMM-Sieger, vierfache Bundesliga-Meister West und Gastgeber das Team Dinslaken. Die Maximalausbeute - und die Dinslakener Mannen setzen somit munter ihre Serie fort, denn elf der elf absolvierten Matches haben sie bereits gewonnen und 33 starke Punkte gesammelt. Der nächste Titel zum Greifen nahe!

Magic können keinen verzaubern

Für den selbst erklärten Erzrivalen, Magic Team Düren, lief es nicht nach Wunsch. Nur ein einziges Pünktchen. Die Worte von Magiclix Mike Jansen punktgenau: „Scheiße passiert!“ Was genau? Gegen den Gastgeber und Vorreiter verloren die Magics trocken 6:14. Dem Team Gladbach unterlag man 10:11. „Glückwunsch ans Team Gladbach!“, so Mike Jansen weiter, denn soviel Zeit und Anstand muss sein. Den Punkt hatten die Magics allen voran Paulo Ferreira zu verdanken, der gewann seine vier Einzel und holte zudem noch einen Punkt im Doppel. Die bittere Erkenntnis: Ein einziger Spitzenakteur macht noch keinen Sommer!

Gipfeltreffen

Die dritte Begegnung zwischen dem Team Gladbach und dem Team Dinslaken entwickelte sich zu einem wahren Gipfeltreffen. Geschuldet sowohl dem Gladbacher Team auf der einen als auch Marco Grafweg auf der anderen Seite.

Fakten, Daten, Zahlen

Die Gladbacher liegen 1:0, 2:1, 3:2 in Front, bevor die Dinslakener dank Jörg Mitterlehner erstmalig mit 4:3 die Führung übernehmen, die sie auf zwei Punkte ausbauen, bis zum 7:5, sodann gleichen die Gladbacher aus und Lucio Rave erobert sogar die Führung mit 7:8 für die Gladbacher zurück. Der Drei-Punkteserie der Gladbacher folgt allerdings die der Dinslakener zum 10:8. Marcel Lemme, insgesamt sehr beeindruckend, macht es allerdings nochmals spannend, der Uwe Mannderscheid mit 3:2 bezwingt und so auf 9:10 verkürzt.

Schlusspunkt setzt Marco Grafweg

Den Schlusspunkt setzt jedoch Marco Grafweg, der Thomas Kreutzer 3:0 besiegt und das Ganze mit einem 108er Finish zum 2:0 garniert. Drei Punkte für das Team Dinslaken. Marco Grafweg hat in der ersten Begegnung seine vier Einzel und beide Doppel gewonnen. In der zweiten Partie entschied er wiederum alle vier Einzel und ein Doppel zu seinen Gunsten. In der gesamten Saison hat er bisher nur ein einziges Einzel abgeben müssen. Imposant!

DLMM noch längst nicht gewonnen

Team-Chef Michael Kleine-Vehen weiß allerdings auch, dass ein Spitzenakteur noch keinen DLMM-Sieger macht: „Viele sehen uns in der Favoritenrolle in Geiselwind. Das wird aber alles andere als ein Selbstläufer, denn die Konkurrenz ist stark und eine Titelverteidigung fordert eine enorme Konzentration und alle müssen alles geben und in absoluter Topform sein!“ Keine Einwände!