22:41 Uhr: Gerwyn Price ist Weltmeister

Der Höhepunkt der PDC-Weltmeisterschaft 2021 dauerte gestern Abend knapp zwei Stunden. Dann stand fest, der World Champion heißt: Gerwyn Price! Der 35jährige Waliser zeigte sich Gary Anderson, dem Weltmeister von 2015 und 2016, in allen Belangen überlegen und hat sich diesen Titelgewinn redlich verdient. Im Clash of Generations haben die Newcomer gepunktet.

Der neue Weltmeister: Gerwyn Price
Der neue Vizeweltmeister: Gary Anderson
Die Neuerscheinung

Der Kreis schließt sich

Das Match begann damit, dass Gary Anderson im ersten Set 2:0 führte. Dennoch krallte sich Gerwyn Price diesen Turn mit 3:2 und ging 1:0 nach Sets in Führung! Die Begegnung endete damit, dass Gary Anderson im letzten Set 2:0 in Front lag. Nichtsdestotrotz schnappte sich Gerwyn Price auch diesen Durchgang.

Damit schloss sich der Kreis. Der neue Weltmeister heißt Gerwyn Price, der Gary Anderson 7:3 (3:2, 1:3, 3:1, 3:1, 3:1, 3:0, 2:3, 3:2, 2:3 und 3:2) beherrschte.

Gerwyn Price einfach besser

Dazwischen lag gutes Darts, leider immer wieder von Schwächen durchdrungen. Am deutlichsten wird dies durch die Checkquote des „Flying Scotsman“ unterstrichen, dessen Darts gestern nie so richtig ins Fliegen kamen: 26,87! Ein prekärer Wert.

Der „Iceman" gefiel indes mit 45,51! Das ist ein ganz anderes Level. 102mal scorte der 35jährige dreistellig. 13mal erzielte er das Maximum von 180, 27mal lag er im Bereich 140plus und scorte zudem 62mal 100plus bei einer Distanz von insgesamt 44 Legs. Sein Average wurde mit 100,08 ermittelt.

Der Wektmeister von 2015 und 2016 kam nicht über 94,25 hinaus. Er scorte zehn 180er sowie 22mal 140plus und 56mal 100plus, in Summe ergo 88mal dreistellig. So zeigte sich der „Iceman“ auch im Scoring cooler.

Die höchsten Checks über 100 sind eher i-Tüpfelchen. Dem Schotten gelang ein 170er und seinem Gegenspieler ein 161 Highfinish, von denen der Erst- zwei und der Letztgenannte drei im gesamten Match erzielen konnte.

Der Waliser entschied 26 Legs zu seinen Gunsten, sein Gegenüber verbuchte acht weniger. So gingen 59,09 Prozent aller gespielten Legs an den neuen Champion. Im Umkehrschluss heißt das, dass sich Gary Anderson nur 40,91 Prozent der Legs sichern konnte.

11, 12 und 10 Darts

In der Phase nach 1:1 Zwischenstand errang Gerwyn Price in den folgenden vier Sets nicht weniger als zwölf Legs, während nur drei Gray Anderson gutgeschrieben wurden. Aus dieser starken Phase resultierte eine deutliche 5:1 Führung für den Waliser. Im sechsten Set überragte Gerwyn Price mit 11, 12 und 10 Darts.

Iceman fix und foxi

In der Schlussphase torkelte der „Iceman“. Alles andere als cool. Zehn Checkdarts ließ er im letzten Set liegen. Sein Kontrahent vermochte jedoch nicht, seine Chancen zu nutzen, und verpasste es, eine mögliche Trendwende einzuleiten. So wurde man lediglich Zeuge, unter welcher Hochspannung der „Iceman“ stand. Er was fix und foxi, am Ende! Nichtsdestotrotz gewann er!

Um 22:42 Uhr stand fest: Der neue Weltmeister heißt Gerwyn Price! Der 35jährige hatte verdient gewonnen. Einerseits, weil seine Performance überzeugte, anderseits, weil Gary Anderson viel zu wenig entgegenzusetzen hatte.

Respekt

Gerwyn Price hat sich den Titel verdient, er war der beste Spieler des vergangenen Jahres, er hat sich über all die Jahre immer mehr gesteigert und ist die Erfolgsleiter unbeirrt hochgeklettert. Nun ist er nicht nur Weltmeister, sondern darüber hinaus zudem erstmalig die Nummer 1 der PDC-Weltrangliste.

Diese Leistung verdient Respekt. Ob einem sein Gebärden auf der Bühne behagt oder nicht, spielt keine Rolle. Auch wenn der eine oder andere seine Rumpelstilzchen-Einlagen als grenzwertig empfindet. Fakt ist, er verstößt nicht gegen Regeln. Erlaubt ist, was gefällt. Und wem es gefällt, kommt auf seine Kosten. So wohl auch die PDC als Veranstalter, denn sie gibt die Rahmenbedingungen vor.