Wasili Orlow und Manfred Bilderl zelebrieren Darts

Der zweite Tag der 23. Offenen Nordhessischen Meisterschaften in Wabern am letzten Wochenende offenbarte sich von einer besonders dynamisch-stürmischen Seite. Während draußen die Bäume durch die Gegend flogen, schickten sich die Akteure in der Mehrzweckhalle an, dem Event starke Konturen zu verleihen, insbesondere durch ein DSAB Herren-Masters Finale, in dem die Protagonisten alle in ihren Bann zogen.



Als sich Frank Schuh aus Bade-Baden kommend früh morgens der Autobahn näherte, verfehlte er ein weiteres Mal den richtigen Checkpoint und so fuhr ihn sein Daimler fast automatisch gen Norden, nach Wabern, obwohl seine Sinne mehr auf Largo Maggiore sensibilisiert waren. Nun gut, was macht Mann in Wabern? Darts! Offenes-Doppel 301 M.O. beispielsweise - mit einer Portion Spaghetti! Sogleich Richtung Finale, kurz davor auch nicht vom Team Manfred Bilderl (Ahlen) und Alexander Köhler (Würzburg) kaltstellen lassen, die sich gerade anschickten, ihr drittes Doppel erfolgreich zu krönen, hatten aber nicht Frank Schuh und seinem Partner Alfonso Sapia (Ottersweier) auf der Rechnung, von denen sie 2:0 abgekocht wurden. Frank Schuh hatte das 1:0 bewerkstelligt und Alfonso Sapia den Sieg vollendet.


Alfonso Sapia und Frank Schuh - Würzburg-Frankfurt-Bühl

Auf der Verliererseite kam für Manfred Bilderl/Alexander Köhler anschließend das Aus, als sie sich Henning Rininsland (Neukirchen) und Dorsten Gies (Neustadt) mit 1:2 unterlegen zeigten. Zunächst vergab Henning Rininsland einen, sodann Dorsten Gies zwei, wiederum Henning Rininsland einen Matchdarts, bevor dann Pfeil Nummer 14 dort steckte, wo er stecken sollte.


Frank Schuh - Blickrichtung Largo

Beim finalen Höhepunkt verfehlte Frank Schuh zwar ein 9 Dartsfinish, aber sein Partner nicht sein 78er Finish mit elf Darts. Mit einem 87er Finish egalisierten Henning Rininsland/Dorsten Gies den Spielstand, bevor Alfonso Sapia mit neun Darts zuschlug. Eröffnet hatte er mit einem 171er Score und bereits sein siebter Pfeil gab ihm die Chance, den Sieg einzufahren und Frank Schuh sogleich heimzufahren, sprich näher an den Largo Maggiore.


Dorsten Gies und Henning Rininsland (ganz ohne Cap)

Im Damen-Doppel 301 M.O. stand indes für Sabine Bilderl (Ahlen) der vierte Sieg dieses Wochenendes an, allerdings wurde sie mit ihrer Partnerin Marene Westermann (Klein Reken) beim ersten Spiel ums Finale von Nicole McArtney (Hövelhof) und Irene Grimshaw (Lemgo) mit 1:2 gestoppt.


Kerstin Hunsinger und Heike Bähnck

Die zweite Chance aufs Finale wussten die Westerbis besser zu nutzen und setzten sich gegen Heike Bähnck (Ketsch) und Kerstin Hunsinger (Büdingen) durch, um in der Folge abermals im Endspiel auf Nicole McArtney/Irene Grimshaw zu treffen, denen sie nicht nur den ersten Set, sondern ebenfalls den Turniersieg. Der zweite Sieg für Marene Westermann und bereits der vierte für Sabine Bilderl.

Pascal Heidemann (Koblenz) war ganz aus dem Häuschen, als er im DSAB Amateur-Herren Einzel 301 M.O. das Finale erreicht und dabei in seinem letzten Match seinen Widersacher Henning Rininsland (Neukirchen) mit 2:0 beherrscht hatte. Henning Rininsland machte allerdings gegen Christian „King Klingelingling-ding“ Bartke aus Osnabrück mit 2:0 den Forest Gump und stand so als zweiter Endspielteilnehmer fest. 

Richtig ins Laufen gekommen enteilte Forest Gump im Finale seinem Gegner Pascal Heidemann mit 13, 11 und 20 Darts zum 3:0 Sieg. Hatte Henning Rininsland nun in Wabern gewonnen, so genügte Pascal Heidemann der zweite Platz, um in der DSAB Amateur-Rangliste und im Löwen Supercup der Amateure wieder an die absolute Spitze vorzustoßen.


Die besten Drei bei den DSAB-Amateuren

Herbert Müller (Ludwigshafen) überzeugte als Vierter vor den beiden Fünften Sebastian Siegert (Schmalkalden) und Manuel Beyer (Ammern). Auf Rang sieben landeten gemeinsam Mike Kümmel (Eisenach) und Oliver Fricke aus Stemwede.

Im DSAB Damen-Einzel 301 M.O. hinterließ von Beginn an die Deutsche Meisterin im 64er Feld, Anja Piecuch aus Hövelhof, einen hervorragenden Eindruck und marschierte schnurstracks ins Finale, nachdem sie von 5 auf 3 Sandra Büttner (Alitzheim) überlegen mit 3:0 und beim Spiel ums Finale Sabine Lischka-Kurz (Nidderau) ganz knapp mit 3:2 besiegt hatte.


Heike Bähnck

Sabine Lischka-Kurz scheiterte sodann auch an Tanja Hebling (Rimbach) mit 1:2, sodass im Endspiel Anja Piecuch und Tanja Hebling aufeinanderstießen. Aus den sieben Darts auf der Hand wurden schließlich 14, aber auch das 1:0 für Anja Piecuch. Im zweiten Leg verfehlte auf der einen Seite Anja Piecuch ein 100er und auf der anderen Tanja Hebling ein 160er Finish, aber Anja Piecuch mit 15 Darts nicht die 2:0 Führung. Auch wenn Tanja Hebling noch auf 1:2 herankam, konnte sie schlussendlich den 3:1 Sieg von Anja Piecuch nicht verhindern, die 15 Darts zum Matchgewinn benötigte.


Siegerin Anja Piecuch und Runner-up Tanja Hebling

Auf Rang vier folgte Tamara Pätzold (Burkardroth), die damit nach den Bavaria Open auch in Wabern überzeugen konnte. Den fünften Rang teilten sich Marene Westermann (Klein Reken) und Sandra Büttner (Alitzheim) und den siebten Sabine Bilderl (Ahlen) und Petra Zielonka aus Menden.

Als absolut spielerischer Höhepunkt dieser Veranstaltung entwickelte sich der DSAB Masters Herren-Einzel 501 D.O.-Wettbewerb, dabei sah es erst gar nicht danach aus. Holger Kurz (Nidderau) rumpelte sich so durchs Turnier und stand plötzlich im Spiel ums Finale dem zweifachen Deutschen Meister Wasili Orlow gegenüber. Nachdem Holger Kurz ein 140er Finish verpasst hatte, markierte er dennoch das 1:0. Nach 94 für Rest 32 besaß Holger Kurz sogar 16 Darts auf der Hand, um das 2:0 zu erzielen, doch dieses Leg ging an den Lübecker, der in der Folge auf 2:1 erhöhte und nachdem er ein 123er Finish in Runde fünf verfehlt hatte, sich mit dem achtzehnten Pfeil vors Finalboard katapultieren konnte.

Beim Spiel gegen Manfred Bilderl (Ahlen) ums Finale ließ Holger Kurz neun Darts zur 1:0 Führung verstreichen – das rächte sich postwendend, denn so holte sich Manfred Bilderl das Leg, der wiederum im nächsten Leg drei Matchdarts verwarf, sodass sich Holger Kurz wieder auf gleicher Augenhöhe einpendeln konnte. Im Entscheidungsleg hatte dagegen Holger Kurz nach 88 für Rest 40 drei Matchdarts auf der Hand, die am Ziel vorbei flogen, sodass Manfred Bilderl seine Chance zum Einzug ins Finale zu nutzen wusste. „Rumpeldarts – sag’ ich doch!“, zog Holger Kurz Bilanz.


Wasili Orlow und Manfred Bilderl lieferten ein stolzes Finale ab

Im Endspiel ging allerdings die Post ab! Wasili Orlow startete mit 180, verfehlte mit 12 Darts ein 136er Finish, aber nicht das 1:0. Manfred Bilderl, der ein 121er Finish versäumte, befand sich immer in Schlagdistanz. Wasili Orlow hatte gerade 100 für Rest 40 gescort, als Manfred Bilderl mit dem achtzehnten Pfeil den Ausgleich herstellte. Im nächsten Leg verpasste Manfred Bilderl ein 120er Finish in Runde fünf und anschließend drei Checkdarts, dafür scorte Wasili Orlow 145 für Rest 40 in Runde vier, besaß 13 Darts auf der Hand und machte mit Pfeil Nummer 18 das 2:1. Im vierten Durchgang ließ Wasili Orlow einen weiteren 180er Score aufblitzen, allerdings konterte Manfred Bilderl mit einem erfolgreichen 150er Finish mit 15 Darts zum 2:2. Im fünften Leg verfehlte Manfred Bilderl zwar ein 100er Finish, eliminierte seinen Rest 20 aber gleich in der nächsten Runde mit dem ersten Pfeil zur 3:2 Führung.  Im sechsten Leg waren die beiden immer noch immer nicht müde, und Manfred Bilderl wäre mit einem 160er Finish beinahe durch gewesen, doch sein Widersacher war prompt mit dem sechzehnten Pfeil zum 3:3 zur Stelle.
Im Entscheidungsleg gelang Manfred Bilderl ein 100er Finish, und mit 18 Darts war er in einem hochklassigen Finale einen Tick besser als Wasili Orlow, der seinerseits Rest 60 aufwies - aber nicht mehr zum Zuge kam.        


Pascal Heidemann und Christian "Lukas 2007" Soethe

„Ich mach’ in diesem Jahr den Langendorf!“, bilanzierte Christian Soethe nach seinem zweiten Sieg im sonntäglichen Offenen-Einzel 301 M.O. in der aktuellen Saison, als er gerade den Koblenzer Pascal Heidemann mit 11 Darts und einem 77er Finish sowie 16 Darts (14 auf der Hand) 2:0 besiegt hatte. Aber auch für den Verlierer gab es keinen Grund zur Traurigkeit, denn zweimal Runner-up an einem Tag zieren seine sportliche Ausbeute. Als Dritter beendete Peter Waldau (Warstein) diese Konkurrenz.


Dragutin Horvat und Jan Hantke - man beachte beim Erstgenannten
diesen abartig geilen, königsblauen Blick, der ...



... der - und schon wieder ist es passiert - man beachte allerdings auch
das verzagte Lächeln im Gesicht von Jan Hantke


Den krönenden Abschluss der 23. Offenen Nordhessischen Meisterschaften bildeten die Westermänner aus Klein Reken - Betonung liegt auf Mann. Wahrscheinlich auch deswegen, weil im Endspiel gegen Tanja Hebling (Rimbach) und Sladan Nedic (Darmstadt) Dietrich "DJ" Westermann kein Sch... machen durfte. Sicherheitshalber fragte er nach seinem vorletzten Darts nochmals nach: „So richtig?“ und finishte ohne auf Antwort zu warten zielgerecht. Ein Mann, ein Wurf! Ein Westermann!

Damit bilanzierte an seiner Seite Marene Westermann ihren zweiten Sieg an diesem Tag und lag damit besser als alle anderen.

Sabine und Manfred Bilderl aus Ahlen belegten Rang drei.

Die erfolgreichsten SpielerInnen
Offene Nordhessischen Meisterschaften 2010
2. Turniertag

 

1.

2.

3.

Marene Westermann

2

 

 

Manfred Bilderl

1

 

2

Henning Rininsland

1

1

 

Sabine Bilderl

1

 

1

Anja Piecuch

1

 

 

Alfonso Sapia

1

 

 

Frank Schuh

1

 

 

Christian Soethe

1

 

 

Dietrich Westermann

1

 

 

Tanja Hebling

 

2

 

Irene Grimshaw

 

1

 

Nicole McArtney

 

1

 

Dorsten Gies

 

1

 

Pascal Heidemann

 

2

 

Sladan Nedic

 

1

 

Wasili Orlow

 

1

 

Heike Bähnck

 

 

1

Kerstin Hunsinger

 

 

1

Sabine Lischka-Kurz

 

 

1

Holger Kurz

 

 

1

Christian Bartke

 

 

1

Alexander Köhler

 

 

1

Peter Waldau

 

 

1