Turnierberichte
Dreimal Sabine und Manfred Bilderl - Marvin Wehder überrascht und überflügelt alle
Mit welchem Highlight beginnen? Das ist angesichts der vielen Höhepunkte der 23. Offenen Nordhessischen Meisterschaften am 27./28. Februar in der Mehrzweckhalle zu Wabern keine rhetorische Plattitüde, sondern vielmehr eine mehrdimensionale Wahrheit. Die Differenzierung von Erfolgen birgt immer die Gefahr, die persönlichen Höchstleistungen so zu relativieren, dass sie an Güte und Klasse ärmer werden ...

... dass der Name Bilderl ein Turnier brandmarkt, wie auch in Wabern, ist keine Sensation, sensationell ist allerdings die unbedingte Wiederholung dieser Extraklasse, die sich nie automatisch einstellt, sondern Zeugnis eines ungeheuren Engagements ist, in diesem Fall im Darts. Den Namen Bilderl aber vorrangig mit Manfred zu verbinden, reduziert in diesem Fall eine Zweidimensionalität, denn Sabine Bilderl produzierte bei den Nordhessischen einen Hattrick, der alle spielerischen Bereiche optimal ausgefüllt hatte, nämlich sowohl als Solistin, als auch Partnerin im Mixed sowie Doppel ...
... dass beispielweise der Name Alexander Köhler (Würzburg) geradezu ein Begriff für extrem gutes Darts ist, zeigte sich auch in Wabern einmal mehr ...
... dass der Neustädter Dorsten Gies erst einmal 160 andere Konkurrenten im Regionalen Einzel hinter sich lassen musste, um letztendlich der Beste in dieser Disziplin zu sein, ist eher als fast grenzenloser Erfolg zu werten und besticht zudem durch eine phänomenale Originalität, die diesen Gies-Sieg ummantelt ... 
... dass der erst 13jährige Marvin Wehder im 141 starken Offenen-Einzel die gesamte Konkurrenz, inklusive dem etablierten Oberhaus, alt aussehen ließ, ist indes eine effektive Sensation, weil sie das David-Goliath-Prinzip neu aufleben lässt ...
... dass sich das Marburger Duo Heiko Deutsch/Alexander Ritterpusch einer konkurrierenden Übermacht von 94 weiteren Akteuren erwehren musste, ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern ...
... nun gut, beginnen wir mit Steve Bieberstedt aus Obereisung, der im letzten Offenen-Einzel 301 M.O. des ersten Turniertages Erster wurde.

Dieser Wettbewerb wird von einem Lucky Loser-Charakter spezifiziert, weil nur SpielerInnen teilnehmen dürfen, die aus allen laufenden Wettbewerben bereits ausgeschieden sind. Dass das wenig mit einem sportsozialen Netz zu tun hat, sondern vielmehr alle sportlichen Tugenden herausfordert, machte das Endspiel besonders deutlich, denn Steve Bieberstedt sah sich dort schnell mit einer neuen Situation konfrontiert, da sein Gegner Sascha Auel (Grebenhain) mit 2:0 für den Setausgleich gesorgt hatte. 
Steve Biebersted und Tim Vogt
Mit dem gleichen Elan schlug allerdings Steve Bieberstedt zurück und gewann aufgrund eines 2:0 im Entscheidungsset das Turnier, während sich Tim Vogt (Hofgeismar) als Dritter etablierte.
Gimpel-Automaten als Ausrichter der Nordhessischen Meisterschaften hat bewusst diese Konstruktion geschaffen, „um allen Teilnehmern möglichst viele Chancen einzuräumen, auch denen, bei denen es bis dahin nicht so glücklich gelaufen ist!“, wie Horst Gimpel als Tournamentmaker erläutert.
Völlig konträr stellten sich die Endspielverhältnisse für die Marburger Heiko Deutsch und Alexander Ritterpusch dar, denn sie vermochten sich souverän mit 2:0 gegen die Wetzlarer Vertretung mit Ingo Glotzbach und Ernst Harapat durchzusetzen, wobei Heiko Deutsch 13 Darts zum Matchgewinn kredenzte - das gleiche Resultat bei gleicher Rollenverteilung wie beim Match ums Finale auf der Gewinnerseite.
Bei der Auseinandersetzung um die finale Teilnahmeberechtigung auf der Verliererseite hatten Ingo Glotzbach und Ernst Harapat mit 2:0 das Rennen gegen Lars Hartung (Hessisch Lichtenau) und Jörg Horn (Helsa) gemacht.
Die besten Teams im DSAB Herren-Doppel C+B
Dass ein erst 13jähriger ein 501 D.O. Wettbewerb auf der VFS/DSAB-Löwen Tour für sich entscheiden kann, hat es in der über 20jährigen Geschichte dieser Turnierserie noch nie gegeben. Zudem war es ein „vollwertiger“ Wettbewerb, nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ hervorragend bestückt wartete diese Disziplin auf, denn auf der einen Seite hatten 141 Personen am Gerangel um den ersten Platz und gute Platzierungen teilgenommen, auf der anderen waren nicht nur die bereits oben erwähnten Aushängeschilder der deutschen Dartskunst vor Ort, sondern noch viele mehr wie beispielsweise Thomas Ehlers (Gießen), Bodo Schultz (Neustadt), DJ Westermann (Klein Reken), Christian Soethe (Lünen), Dragutin Horvat (Kassel), um nur einige zu nennen.
Konkretisiert und direkt auf Marvin Wehder bezogen heißt das: Beim Spiel von 5 auf 4 musste sich Bodo Schulz eben diesem Marvin Wehder mit 1:2 geschlagen geben, wie ebenfalls Thomas Ehlers von 4 auf 3 oder schließlich Stefan Konieczny (Lahntal) beim Spiel ums Finale auf der Verliererseite.
Dass die Halle lautstark hinter David, sprich Marvin Wehder, stand, versteht sich von selbst. Das machte die Sache für die vermeintlichen Goliaths - auch dies darf nicht verschwiegen werden – nicht leichter, sondern umso schwerer. 
Marvin Wehder auf dem Weg zu einem großen Erfolg
Im Endspiel gegen Marko Balzer (Blankenau) wurde der Höhepunkt von Marvin Wehder in Eigenregie dramatisiert, da er mit einem 85er Finish mit 20 Darts sowie 20 Pfeilen (17 auf der Hand) das Spiel neu auszubalancieren verstand.
Mit einem 72er Finish legte allerdings Marko Balzer das 1:0 im Entscheidungsset vor, nachdem Marvin Wehder seinen achtzehnten Darts zum 1:0 nicht nutzen konnte. 
Marvin Wehder (13 Jahre) und Marko Balzer (33 Jahre)
Als Marko Balzer darauf in Runde drei 180 gescort und 17 Darts auf der Hand zum Matchgewinn gehabt hatte, schien die Partie entschieden zu sein, allerdings verstrichen die Matchdarts von Marko Balzer - einer um den anderen - und Marvin Wehder gelang tatsächlich den Spielstand zu neutralisieren.
Die 137 zur Eröffnung des dritten Legs von Marko Balzer beantworte Marvin Wehder mit einem 140er Score in Runde zwei und er hatte bereits zum großen Paukenschlag ausgeholt, als er in Runde fünf ein 160er Finish nur äußerst knapp verpasste. Der Jubel war indes nicht weniger groß, als sein 16. Pfeil kurz danach sicher ins Ziel zum Turniergewinn flog.
Die Konkurrenz im Regionalen-Einzel C+B 301 vermehrte sich für Dorsten Gies (Neustadt) im Vergleich zum Offenen-Einzel nochmals um 20 Mitstreiter, sprich 161 aktive Bewerber kämpften um den Sieg. 
Heiko Deutsch, Dorsten Gies und Holger Tautorat
Dorsten Gies stand bereits als erster Finalist fest, als auf der Verliererseite noch Holger Tautorat (Aßlar) und der Marburger Heiko Deutsch um den zweiten Finalplatz fighteten, den sich Letztgenannter schlussendlich mit 2:0 sicherte.
Im Endspiel machte zunächst weiterhin Heiko Deutscher die Pace, der aufgrund eines 2:1 das Match neutralisieren konnte. Im Entscheidungsset musste er jedoch Dorsten Gies ziehen lassen, der dem 1:0 sogleich das 2:0 folgen ließ.
Wenn der Name Alexander Köhler (Würzburg) fällt, ist der Name Manfred Bilderl (Ahlen) nicht allzu fern, zumal wenn bei einem Turnier nicht nur ein Doppel, sondern derer gleich zwei anstehen - wie in Wabern. 
Alexander Köhler
Im DSAB Herren-Doppel A und höher 501 D.O. zeigte die Konkurrenz aber die Zähne, und so fanden sich „Der Biber und sein Alex“ auch relativ schnell auf der Verliererseite wieder. Von 4 auf 3 besiegten die beiden hier Frank Dittmer (Hofgeismar) und Jan Hantke (Calden), als Alexander Köhlers dritter Pfeil auf D1 - sein achtzehnter insgesamt - zum 2:0 sein Ziel fand.
Anschließend ging es für Alexander Köhler/Manfred Bilderl sowie Ingo Neumann (Steinheim) und Thorsten Piel (Ahlen) nicht ums Finale, sondern vielmehr sofort um den Sieg, denn die beiden bereits feststehenden Finalisten, Heinz Bruyers (Solms) und der Giessener Thomas Ehlers (feststehend?), hatten unter dem sinnigen Label „Sternhagelvoll“ ihren Dienst am Vorabend nach dem 2:1 Sieg über Manfred Bilderl/Alexander Köhler und dem Einzug ins Finale quittiert.
Après Ski Wabern Schwall
Zurück zu Ingo Neumann/Thorsten Piel sowie Manfred Bilderl/Alexander Köhler. Manfred Köhler münzte seinen 20. Pfeil zum 1:0 ein, während Thorsten Piel mit Pfeil Nummer 19 wieder das Level austarierte und fast wäre ihm die große Überraschung gelungen, als er 15 Darts zum Match auf der Hand hatte, aber besagter Pfeil ging nicht ins Ziel ging. Danach war Thorsten Piel gesperrt und sodann Alexander Köhler mit Pfeil Nummer 21 zur siegreichen Stelle.
Thorsten Piel und Ingo Neumann
In der Deluxe-Variante im Offenen-Doppel 301 M.O. erschienen Manfred Bilderl/Alexander Köhler zwar über die Gewinnerseite kommend am Finalboard , aber das hoch motivierte Duo Frank Dittmer/Jan Hantke vermochte das sportliche Geschehen mit 2:1 zu egalisieren, auch wenn die spektakulären Momente auf Seiten der Konkurrenz auszumachen waren, nämlich als zunächst Manfred Bilderl ein 130er, sodann ein 121er und Alexander Köhler schließlich ein 104er Finish verpassten. 
Andreas Ploep
Im Entscheidungsset präsentierten Manfred Bilderl/Alexander Köhler ihr effizientes Profil, und Letztgenannter markierte mit zwölf Darts das 1:0, während sein Partner mit 9 Darts und einem 79er Finish das 2:0 beisteuerte.
Manfred Bilderl setzte seine Erfolgsserie im Mixed 301 M.O. an der Seite seiner Ehefrau Sabine fort, auch wenn die beiden beim Spiel von 5 auf 3 gegen Kerstin Hunsinger (Büdingen) und Andreas Ploep (Brachttal) mit 1:2 passen mussten, aber infolge eines 2:1 beim Spiel ums Finale auf der Verlierseite dasselbige gegen das ebenfalls vermählte Marburger Duo Silke und Heiko Deutsch mit 2:1 erreichten.
Manfred Bilderl voll konzentriert am Board
Mit 10 Darts auf der Hand machte Manfred Bilderl mit 16 Darts das 2:0 zum Setausgleich perfekt. Nach 1:1 im Entscheidungsset reichten 17 Darts (wiederum 10 auf der Hand) zum Matchgewinn der Bilderls. Was sagte Sabine Bilderl zum Sieg selbstbewusst: „Ich war oftmals die Bessere von uns beiden!“ 

Frauen unter sich - Ruf und Antwort ...
... und endlich gefunden
Nicht schlecht, zumal sie an diesem Tag all ihre spielerischen Qualitäten zum Tragen brachte so auch im Damen-Doppel 301 M.O. zusammen mit Marene Westermann (Klein Reken). Gibt oftmals Marene Westermann den Takt in diesem erfolgreichen Doppel an, so verkörperte in Wabern Sabine Bilderl absolut die Frontfrau. 
Mit 2:0 über Sandra Fey (Fuldatal) und Stefanie Sauerwein (Naumburg) schossen sich Sabine Bilderl/Marene Westermann als Erste ins Endspiel, denen Sandra Fey/Stefanie Sauerwein nach einem 2:0 über Miriam Erdmann (Bad Hersfeld) und Maria Bogagtzki (Naumburg) auf der Stelle selbst folgten.
Für das 1:0 im Endspiel hatte Sabine Bilderl sodann selbst gesorgt und nach 1:1 hatte sie wiederum fünf Matchdarts auf der Hand, bevor Marene Westermann mit einem 77er Finish und 15 Darts den glorreichen Schlusspunkt setzte.
Siegerehrung im Damen-Doppel - 'mal so ...
... 'mal so herum - die Frauen allerdings immer im Bilde
Das Ende im Damen-Einzel 301 M.O. kam für Marene Westermann, als sie von 4 auf 3 klar 0:2 Kerstin Hunsinger unterlag, die nicht nur auf eine indisponierte Gegnerin traf, sondern selbst brillant aufzuspielen verstand. Jedoch musste sich Kerstin Hunsinger mit dem gleichen Ergebnis, nur mit anderen Vorzeichen, gegen Christin Hölzer aus Bad Hersfeld aus dem Turnier verabschieden.
Im Finale wiederum erwies sich Sabine Bilderl als die Bessere, die mit 2:1 siegte und damit nicht nur drei Turniersiege verbuchen konnte, sondern mit ihrem Hattrick auch zur besten Dame avancierte und völlig schattenfrei ihre Qualitäten als Spielerin herausstreichen konnte. Das sah auch die Konkurrenz so: „Sabine war heute von uns allen einfach die Beste!“, lobte Marene Westermann ...
Christin Hölzer, Siegerin Sabine Bilderl und Kerstin Hunsinger
... und dies war nur der erste Turniertag von Wabern, der zweite folgt sogleich, sprich morgen!
Die erfolgreichsten SpielerInnen | |||
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| 1. | 2. | 3. |
| Sabine Bilderl | 3 |
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| Manfred Bilderl | 3 |
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| Alexander Köhler | 2 |
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| Heiko Deutsch | 1 | 1 | 1 |
| Marene Westermann | 1 |
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| Steve Bieberstedt | 1 |
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| Dorsten Gies | 1 |
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| Alexander Ritterpusch | 1 |
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| Marvin Wehder | 1 |
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|
| Kerstin Hunsinger |
| 1 | 1 |
| Sandra Fey |
| 1 |
|
| Christin Hölzer |
| 1 |
|
| Stefanie Sauerwein |
| 1 |
|
| Sascha Auel |
| 1 |
|
| Marko Balzer |
| 1 |
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| Heinz Bruyers |
| 1 |
|
| Frank Dittmer |
| 1 |
|
| Thomas Ehlers |
| 1 |
|
| Ingo Glotzbach |
| 1 |
|
| Jan Hantke |
| 1 |
|
| Ernst Harapat |
| 1 |
|
| Andreas Ploep |
| 1 |
|
| Maria Bogagtzki |
|
| 1 |
| Silke Deutsch |
|
| 1 |
| Miriam Erdmann |
|
| 1 |
| Lars Hartung |
|
| 1 |
| Jörg Horn |
|
| 1 |
| Dragutin Horvat |
|
| 1 |
| Stefan Konieczny |
|
| 1 |
| Thorsten Piel |
|
| 1 |
| Ingo Neumann |
|
| 1 |
| Bodo Schultz |
|
| 1 |
| Holger Tautorat |
|
| 1 |
| Tim Vogt |
|
| 1 |










