Viva Las Vegas: Viva Gamblers! Viva Outsiders!

Am 07./08. Februar 2009 war es nunmehr zum sechzehnten Mal soweit: Auf dem Programm der VFS/DSAB-Löwen Tour standen die Deutschen Liga Mannschafts-Meisterschaften im Poolbillard 8-Ball.

Das heißt: Las Vegas, Las Vegas: Gleich zweimal. Richtiger zehn Mal, denn zwei Teams schickt der DSAB 2009 über den großen Teich zum Worldcup nach Las Vegas - mit über 6 000 Akteuren das Nonplusultra in Sachen Poolbillard. Weltweit!



Eine Meisterschaft, die eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt, zu deren Grundgesetzen die einzigartige Lex-Gamblers zählt. Nicht weniger als zwölf Mal hat dieses Team die DLMM und damit die Deutsche Endausscheidung für den Worldcup in Las Vegas gewonnen. In den Jahren 1994 - 1997 noch unter dem Teamnamen Playhouse Gamblers, ab 1998 sodann als Gamblers.



Quantitativ noch beeindruckender ist die Anzahl ihre Qualifikationen für den Worldcup in Las Vegas, denn die beträgt sage und schreibe fünfzehn Mal. Das heißt, aus jeder seit 1994  stattgefundenen DLMM ist für die Gamblers sinnigerweise eine Qualifikation zum American Poolbillard-Dream in der Hauptstadt des Gamblings resultiert. Und in dieser Mannschaft gibt es zudem tatsächlich einen 15maligen Las-Vegas-Gambler, nämlich Frank Lauerbach – der heutige Team-Captain hat es tatsächlich geschafft, fünfzehn Mal in Las Vegas mit dabei zu sein.



Am Samstag, den 07. Februar war es wieder soweit: DLMM; Titel, Las Vegas! Um 9:00 Uhr – sowohl Bandorfzeit als auch MEZ-Winterzeit wurden im Breakers Inn in Würzburg fünfzehn Teams ins Rennen geschickt - zwei Teams allerdings mit ct (cum tempora – das berühmte akademische Billard-Viertel).



Die vermeintlich geringe Anzahl von Teams darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem Start ein zweitägiges Billardspektakel inszeniert wird, das allen ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer abfordert – nebst hoher technischer Fertigkeiten, strategischem Vermögen und last but not least einem Hitchcock-Nervenkostüm. Alles ummantelt von Teamgeist, denn ohne diesen rückt der Erfolg in weite Ferne - Las Vegas liegt dann weiterhin 8954 Kilometer entfernt und wird immer unerreichbar weit fern bleiben.


Peter Weipert und Gerhard "Otto" Werner gamblen

So war es auch dieses Mal, als der Turnierleiter Oliver Bandorf, stets auf dem Weg nach Amerika, aber eigentlich nie ankommend (seattle down – heading for Afghanistan etc.)  am 7. Februar die ersten Partien zur ersten Runde aufrief, aus der schnell wie die fire brigade die Nuts mit 13:0 über No1 Second Edition hervorgingen. (Die Nüsse schwollen beträchtlich an und ließen den Queue gen Las Vegas ragen … das war eine erigierte  Kampfansage).



Thorsten Stahl, Öztürk Ceti, Jeffrey Krines und Peter Weipert

Die Friends kannten keine Freunde bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Pyramida Team, das sie sicher mit 13:2 beherrschten. No1 Breakers kämpfte indes den Pool Fight Club mit 13:6 nieder, während sich Interpool gegen Frankenpower mit 13:9 durchzusetzen vermochte. Die Pool Junkies räumten The 2nd Chance mit 13:10 nur noch eine zweite Chance auf der Verliererseite ein.


Frank "Mr. Las Vegas" Lauerbach: Nun das 16. Mal

Wenig spielerisch, sondern hart erkämpft gewann der Titelverteidiger Gamblers mit 13:10 über die Breakers, was aber auch die potentiellen Möglichkeiten der Breakers unterstrich. Ein Spiel auf Messers Schneide entwickelte sich zwischen dem Break Club und der Obelix GmbH und Co. KG, das die Letztgenannten hauchdünn mit 13:12 zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Außerdem gleich eine Runde weiter die Outsiders – dank eines Freiloses.


Da kann sich Jean Paul Belmondo nur dahinter verstecken:
Gerhard Werner

Die erste Attacke, die die Outsiders sodann ritten, präsentierte sich als wahrer Galopp. Mit 13:3 eilten sie den No1 Breakers in der zweiten Runde der Gewinnerseite förmlich davon. Die Gamblers hatten nunmehr ergebnismäßig auch mehr Fahrt aufgenommen und gewannen gegen die Obelix(en) überaus dicke mit 13:2. Die Nuts hielten sich mit 13:5 gegen die Pool Junkies in Form.


Ist schon ein Fuchs - der Öztürk Cetin ...


Am meisten Kraft musste dagegen Interpool gegen die Friends aufbringen – bis zum 10:10 zeigte sich das Match völlig austariert, aber schließlich gewann Interpool in Durchgang fünf alle drei Partien zum 13:10.


Immer alles im Blick - auch Las Vegas: Martin Karl

Die Spannung auf der Gewinnerrunde schwoll jetzt beträchtlich an, denn bei den beiden Spielen von 5 auf 3 war es für die Winner so, dass sie schon einmal Las Vegas am Horizont auftauchen sehen könnten. Richtig motiviert wahrten die Outsiders in der Tat ihre Chance auf den Worldcup 2009 mit einem beeindruckenden Traumstart, der sie 5:0 über Interpool in Front brachte und aus dem schlussendlich ein imposanter 13:4 Sieg resultierte.


Der New-Gambler: Antonio Benvenuto

Ähnlich spiegelten sich die Verhältnisse zwischen den Gamblers und den Nuts wider – der Start mit 4:1 zwar nicht ganz so imponierend, dafür aber die 9:1 Führung umso madonnahaft impressioned, die die Gamblers auf 12:2 ausbauen konnten, um abschließend mit 13:3 einen famosen Sieg aufzutischen. Ohne Frage – die Gamblers waren von sich selbst beeindruckt.

Auf der Gewinnerseite bahnte sich nun das erste Finale um Las Vegas an, denn da sich zwei Teams für die Worldcup 2009 qualifizieren, ging es in diesem Match zwar auch ums Finale, aber vordergründig stand die „Quali“ für Las Vegas im Mittelpunkt. Sowohl für die Gamblers als auch für die Outsiders.


Mal ganz Ohr, dann wieder nur mit halben Ohr - mal brillant, dann
wieder nicht ganz so ... : Gökmen Duvan


Wer nun auf ein dramatisches Match um den Einzug ins Finale und Las Vegas gehofft hatte, wurde enttäuscht. Zu konzentriert und zielorientiert gingen die Gamblers zu Werke und spielten all ihre Qualitäten aus. Peter Weippert, Daniel Erdmann, Antonio Benvenuto sowie Frank Lauerbach sorgten für einen 4:1 Vorsprung im ersten Durchgang.

Das Trio Peter Weippert, Daniel Erdmann und Antonio Benvenuto zeichneten für die 7:3 Führung verantwortlich. Anschließend waren es Thorsten Endres, Peter Weippert und abermals Antonio Benvenuto, die mit 10:5 die Gamblers beträchtlich dicht an Las Vegas heranbrachten.

Daniel Erdmann auf dem Weg nach Las Vegas

Für die ausstehenden drei Punkte taten Daniel Erdmann, Peter Weippert sowie Frank Lauerbach ihr Bestes. Und In der Tat war es einmal mehr Frank „Mr. Las Vegas“ Lauerbach, der den entscheidenden Zähler markierte, als er gegen Marcus Mutschler, der den Eingangsball verschossen hatte, alle Kugeln in einer Aufnahme wegzuräumen vermochte.


Schon wieder Daniel Erdmann?


Die Partie endete 13:6. Für die Outsiders hatten Martin Karl, und Jeffrey Krines zwei Spiele sowie Werner Molner und Gökmen Duvan jeweils eines gewonnen.
Die große Freude war den Gamblers anzumerken - und die Last, die von ihren Schultern fiel, fast hörbar. Und es ist jedes Mal wieder beeindruckend wie ein Team, das bisher fünfzehn Mal in Las Vegas gewesen war, sich auch beim sechzehnten Mal irrsinnig freuen kann.


Die Breakers: Dirk Büttner, Thomas Wolfstädter, Christoph Spall,
Michael Walter, Peter Hilpert, Danilo Radunovic und Udo Schieder -
ganz links Michael Hümpfer als er noch keine 50 war


Las Vegas ist eben immer wieder ein neues Erlebnis. In diesem konkreten Fall ein Gamblers-Gambling-Erlebnis.  

Nun konzentrierte sich alles auf die Verliererseite, denn beim Spitzenspiel von 3 auf 2 ging es ebenfalls nicht nur ums Finale im Würzburger Breakers Inn, sondern vor allem um Las Vegas.

Zuvor schied aber bei den ersten Aktivitäten auf der Verlierseite No1. Second Edition gegen The Second Chance mit 1:13 aus, der Break Club zerbrach an den Breakers mit 3:13, das Pyramida Team unterlag indes der mächtigen Frankenpower mit 4:13.


In action: Gerhard Werner

Sehr deutlich bis deutlich blieben die Resultate auch in der nächsten Runde. Die Breakers machten die No1 Breakers mit 13:4 zur Nummer 2, mit 13:7 hielt Obelix Oberhand über den Pool Fight Club und die Pool Junkies wurden von Frankenpower mit 13:7 trockengelegt. Nur in der Begegnung zwischen Friends und The 2nd Chance ging es heiß her – mit 13:12 zeigten sich die Friends letztendlich cool.


Thorsten Stahl

Bei den Spielen von 7 auf 5 mussten die Friends mit 5:13 gegen die Breakers passen, und mit 2:13 verspielte Obelix gegen Frankenpower die Chance auf mehr.

Als es von 5 auf 4 ging holten die Breakers zum großen Schlag aus und knackten die Nuts mit 13:7. Frankenpower spielte ebenfalls kraftvoll auf und schaffte ein 13:11 gegen Interpool.

Jedoch waren nun die Kräfte von Frankenpower erschöpft, und beim Spiel von 4 auf 3 eilten die Breakers mit 13:3 davon, für die es nun wie für die Outsiders um (fast) alles ging, sprich um Las Vegas und das Finale. Und das Match hielt alles, was es versprach.

Nach der ersten Runde hatten Martin Karl, Marcus Mutschler und Thorsten Stahl die Outsiders mit 3:2 nach vorn gebracht. Udo Schieder, Christoph Spall sowie Dirk Büttner sorgten in der nächsten Runde für den Ausgleich. Dann waren Gökmen Duvan sowie abermals es Martin Karl und Thorsten Stahl, die mit 8:7 in Durchgang drei wieder für den Einpunktvorsprung der Outsiders sorgten.

Aber noch lange war nichts in trocknen Tüchern, denn Udo Schieder, Danilo Radunovic und Dirk Büttner brachten das Match wieder mit 10:10 ins Lot. Nach dem Gesetz der Serie wären nun wieder die Outsiders an der Reihe gewesen. Und in der Tat machten sie die drei Punkte: Für den Sieg, für den Einzug ins Finale, für den Flight nach Las Vegas – und zwar gleich hintereinander: Martin Stahl, Öztürk Cetin und Martin Karl.


Das erste Mal für Jeffrey Krines: Las Vegas

Freude groß, ausgelassen, maßlos. Las Vegas wieder neu erleben steht nun auch für die Outsiders auf dem Programm – für Jeffrey Krines wird es sogar Neuland sein. Für ihn nun das erste Mal.

War nun das Endspiel zum leidlichen Nachspiel degradiert? Lassen wir das Spiel selbst sprechen. Ehe sich die Gamblers richtig versahen, lagen sie nach der ersten Runde 1:4 hinten. (Keine rechte Lust mehr?). Nach der zweiten Runde stand es 7:3 für die Outsiders. (Was soll’s …). 

In der nächsten Runde gewannen die Gamblers erstmalig eine Partie mehr und verkürzten auf 6:9. (Zwischenspiel oder Aufstemmen?) Die vierte Runde brachten die Gamblers erstmalig auf Augenhöhe mit ihren Gegnern: 10:10 (Famoser Zwischenspurt! Die Outsiders nun lustlos?) 11:11 und 12:12 strafen alle Gedanken zuvor – ein weitere Begegnung auf Messers Schneide, mit allem was dazugehört – und das waren beim Highnoon schließlich Gökmen Duvan auf der Outsiders-Seite und einmal mehr Frank Lauerbach auf der anderen. Frank Lauerbach lochte die Schwarze 8 tatsächlich ein.


Die Gamblers haben gut Lachen: Antonio Benvenuto, Dieter Kopic,
Frank Lauerbach, Gerhard Werner, Daniel Erdmann, Peter Weippert und Thorsten Endres


Damit ist alles gesagt: Über das Endspiel und über zwei ereignisreiche Poolbillardtage mit zahlreichen Höhenpunkten und stets knisternder Spannung, über Spieler mit richtigen Nüssen, die bis zum Schluss alles wollen. 


Outsiders: Werner Molner, Martin Karl, Marcus Mutschler, Thorsten
Stahl, Gökmen Duvan, Jeffrey Krines, Martin Pohli und Öztürk Cetin,
der "Fuchs"


Das Turnier wurde von Oliver Bandorf souverän geleitet, der nach dem letzten Ball und der Siegerehrung seinen Kopf nun wieder gen Westen gewendet hat …
PS („in eigener Sache“): Warum benötigt die Anfertigung eines illustrierten Artikels (mit so zahlreichen Bildern !!!) eine gute Woche (schmeichelhafte Umschreibung)? Und das in einem Zeitalter, in die Brieftaube so gut wie nichts mehr wert ist und Nachrichten auf Frontdesks schneller erscheinen als im Backup nachgedacht wird?

Erklärungsversuche: Die Entschlüsselung von Codes wie „Fuchs“, „Favi“ oder beispielsweise „Mella“ sowie die Entzifferung der Hieroglyphen dauert nun einmal seine Zeit … (Nicht wirklich!)
Wie wäre es mit dem elanvollen Taschenwerfer (der Name ist der Redaktion bekannt – und mit seinem plötzlichen Verschwinden muss jederzeit gerechnet werden), der die Hardware von BM entscheidend irritiert hat? Schon besser, aber …
Nein es war die Geisel Gottes: Tsunami in BMs Fotokoffer. Pegelstand 10,4 Einheiten über normal. (Gerhard Wagener, der Linzer Möchtegern-Bischof, hat es bereits bestätigt!)
Damit BM aus dem Schneider - so leicht ist Technik, Isaac Newton (der mit der Gravitation) und sogar eigene Dämlichkeit auszutricksen. Außerdem: Was lange währt, wird endlich gut. (Hoffentlich!).

See you in Las Vegas ...