DLMM Pool 2008 - Gamblers gewinnen zwölften Titel

Wie man sich auch dreht und wendet, ob man vorne anfängt oder das Pferd von hinten aufzäumt, oder sich mitten gleich ins Geschehen stürzt, man kommt nicht an den „Gamblers“ vorbei.

Nur einmal standen sie bei den 15. Deutschen Liga Mannschafts Meisterschaften des DSAB am 9./10. Februar im Breakers Inn in Würzburg nicht im Mittelpunkt, sondern mussten sich in Passivität bescheiden, ...





... nämlich als es darum ging, welches Team sie nach Las Vegas zum 28. VNEA Worldcup vom 22. bis 31. Mai 2008 begleiten darf.

Okay, zunächst die Kurzfassung der Ereignisse in Würzburg: Mit einem 13:7 Sieg über die „The Noobs“ stießen die Gamblers nicht nur das Tor zum Finale auf, sondern katapultierten sich bereits zum vierzehnten Mal nach Las Vegas.
Auf der Verliererseite trafen die Noobs sodann auf „The Outsiders“ und unterlagen mit 8:13. Damit sind The Outsiders als zweites Team in Las Vegas, während die Noobs ihren Mai in Schweinfurt verbringen werden.

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Damit war alles klar - wenn da nicht noch das Endspiel gewesen wäre. Obwohl in Sachen Las Vegas längst alles entschieden gewesen war, boten die beiden Finalisten nicht nur ein klasse, sondern zudem ein äußerst prickelndes Finale. Mit 13:3 überrumpelten die Outsiders zunächst ihre Kontrahenten regelrecht und forderten so ein zweites Finalmatch ein, das erst mit dem letztmöglichen Spiel mit 13:12 hauchdünn an die Gamblers ging.  



Die Grundlage der zwei tollen Poolbillardtage von Würzburg wurde im Vorfeld der Meisterschaften geschaffen, als man definitiv festlegte, dass der Event über zwei volle Spieltage angesetzt und nicht wie zweimal in der unmittelbaren Vergangenheit mit der aufgehenden Sonntagmorgen-Sonne entschieden wurde.

So spielte man am ersten Tag unter der Oberaufsicht von Supervisor Dieter Köberle von 10:00 Uhr morgens bis 01:00 Uhr nachts und am nächsten Tag von 10:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr abends.

Eröffnet wurde das Pool-Weekend der 15. DLMM mit der Partie „Gamblers“ gegen die „Breakers“, die die Gamblers mit 14:4 beherrschten. Anschließend unterlag „Interpool“ den Gamblers mit 6:13. Gegen „BC Frankenpower“ setzten sich die Gamblers in der Folge mit 13:3 durch, um anschließend auf „The Outsiders“ zu treffen, die die Gamblers mit 13:8 dominierten.

Beim Spiel um den Einzug ins Finale gegen The Noobs ging es für beide Teams bereits um Las Vegas. Die Noobs hatten sich für diese Aufgabe mit 13:5 über „No. 1 Breakers second edition“, 13:1 über „Friends“ sowie 13:5 über „Obelix GmbH & Co“ empfohlen.


The Noobs machten es den Gamblers insofern in der Anfangsphase leicht, als sie die eine oder andere Partie (konkret drei) leichtfertig verschenkten. So gerieten die Gamblers nie richtig unter Druck und als Peter Weippert beim Stande von 12:7 an den Tisch trat, breakte er - es fiel auch etwas, aber aus dem Pulk vermochte er keinen weiteren Nutzen zu ziehen. Sein Kontrahent Markus Mutschler allerdings ebenso wenig. Nach drei Safes lochte dieser zwar eine Kugel ein, aber das war es auch schon - und er spielte lieber wieder safe.

Leider nicht gut genug, sodass Peter Weippert die Gunst der Stunde zu nutzen verstand und alles wegschoss. Als nur noch die Acht auf dem Tisch lag, dachte Peter Weippert zwar kurzfristig an die Bedeutung der Kugel („Las Vegas, Las Vegas !!!!!!“), doch trotz der hohen psychischen Belastung konnte er sich herunter dimmen, alles ausblenden und so die Schwarze cool versenken, um die Gamblers ein weiteres Mal in Las Vegas auferstehen zu lassen.

 

Und das will schon was heißen. Übrigens war es das dritte Mal, dass Peter Weippert sein Team nach Las Vegas einlochte. Für die Gamblers die vierzehnte Las Vegas-Nominierung insgesamt. Eine einmalige Erfolgsstory.

Auf der Verliererseite taten sich Interpool mit drei Siegen hervor. Mit 13:12 kämpften sie „Pool Fight Club“ nieder, mit 13:5 nullten sie die „Nullinger“ zwar nicht, siegten aber dennoch souverän und beim 13:11 gegen „Friends“ machten diese Interpool keine freundlichen Geschenke, sondern verlangten ihnen alles ab. Doch anschließend scheiterten sie mit 3:13 eindeutig an den Outsiders.



Die Breakers glänzten sogar mit fünf Siegen auf der Verliererseite: 13:2 hieß es gegen „No 1 Breakers“, 13:1 ging es gegen No. 1 Breakers second edition aus, mit 13:5 legten sie die „Pool-Junkies“ trocken, mit 13:2 entmachteten sie BC Frankenpower und mit 13:2 ließen sie Obelix GmbH & Co ziemlich römisch aussehen. In den Outsiders fanden sie sodann aber ihre Meister, denen sie sich mit 11:13 allerdings nur sehr knapp beugen mussten.



So machten die zweite Las Vegas-Nominierung The Outsiders sowie The Noobs untereinander aus. Nachdem The Noobs bereits überlegen mit 7:1 geführt hatten, schien alles für sie zu sprechen und die Las Vegas-Tickets nur noch eine Formsache zu sein. Aber dann kam es zum großen Knall (mehr in- als extern).

Die Outsiders gewannen eine Partie nach der anderen und egalisierten das Match nicht nur, sondern gingen sogar 8:7 in Führung - am Ende stand es sogar 13:8 für die Outsiders. Damit The Outsiders auf dem Weg nach Las Vegas. Die Noobs völlig am Boden, von den letzten fünfzehn Partien hatten sie in der Tat nur eine einzige für sich entscheiden können - viel zu wenig für Las Vegas.

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Das Finale zwischen The Outsiders und den Gamblers präsentierte sich zum Abschluss der DLMM alles andere als eine Nebensache, sondern entwickelte sich zum großen Highlight schlechthin.

Ehe sich die Gamblers richtig versahen, lagen sie bereits 0:3 hinten. Mit 2:3 kamen sie nur noch ein einziges Mal in Tuchfühlung mit ihren Kontrahenten, die den Vorsprung mit 6:3 wieder auf drei Punkte auszudehnen verstanden, um dann alle weiteren Partien zu gewinnen. Entstand: 13:3 für The Outsiders. Das ist eine ganz starke Hausnummer!
Und weil es so schön war, noch einmal: 13:3 für die Outsiders gegen die Gamblers!!!

So kam es zum zweiten Finalmatch, das sich als wahrer und überaus sehenswerter Schlagabtausch empfahl, von dem sich manche ARD- oder ZDF-Boxnacht ein gutes Stück abscheiden könnte.

Die Gamblers gleich zu Beginn der sportlichen Auseinandersetzung besser auf der Hut, gingen durch Peter Weippert 1:0 in Führung. Duvan Gökmen glich aus. Daniel Erdmann erhöhte wieder auf 2:1. Martin Pohli glich aus. Thorsten Endres erhöhte auf 3:2, Duvan Gökmen glich aus. Daniel Erdmann erhöhte wieder auf 4:3, Martin Pohli glich aus.

Dann gingen die Outsiders durch Martin Karl erstmalig mit 5:4 in Führung und schafften dank Duvan Gökmen sogar einen Zweipunkte-Vorsprung (6:4). Nachdem Thomas Meister auf 5:6 verkürzt hatte, lösten sich die Outsiders dank Siegen von Werner Mollner, Martin Pohli und Antonio Benvenuto auf 9:5 von den Gamblers. Die Gamblers angeschlagen?



Mitnichten! Thorsten Endres (2x) sowie Frank Lauerbach schossen die Gamblers wieder auf 8:9 heran. Martin Pohli und Martin Kahl zeigten sich allerdings stark genug, um den Vorsprung der Outsiders mit 11:8 abermals auf drei Punkte auszubauen. Aber die Gamblers ließen sich nicht hängen, ganz im Gegenteil:

Mit 11:11 brachten Daniel Erdmann, Thorsten Endres und Thomas Meister die Gamblers wieder auf Augehöhe mit ihren Gegnern. Jetzt war es an den Outsiders, zurückzuschlagen - Martin Pohli machte auch prompt das 12:11 und der Knockout der Gamblers war zum Greifen nahe.

Aber es wurde noch spannender. Die Gamblers am Rande des K.O. brachten sich mit Daniel Erdmann wieder mitten ins Geschäft. Und dann war es tatsächlich an Frank Lauerbach, der das fast Unmögliche doch noch schaffte und seinen Gamblers mit 13:12 zum zwölften Titelgewinn verhalf. 



Alle Hochachtung gebührt den Gamblers, insbesondere den Gamblers 2008. Gleiches Lob muss man ebenfalls The Outsiders zollen, die sich den Gamblers nicht nur ebenbürtig zeigten, sondern großen Anteil an diesem First Class Pool-Weekend hatten.